3 praktische Tipps für bessere Nacht-Fotos mit dem iPhone

Moderne Smartphone-Kameras können in guten Lichtverhältnissen Bildergebnisse erzielen, die mit digitalen Kompaktkameras problemlos mithalten können. Wenn die Sonne hinterm Horizont verschwindet und das Licht schwummriger wird, sieht die Sache im Normalfall aber anders aus. Mit ihren kleinen Bildsensoren, die nur relativ wenig Licht einfangen können, sind Smartphones „echten“ Kameras meist unterlegen. Das gilt auch für das iPhone 7 und iPhone 7 Plus (hier zu unserem Test), allerdings zählen die aktuellen Apple-Modelle dank innovativer Multi-Frame-Technologie, optischer Bildstabilisierung und lichtstarker F1.8-Blende mit zu den besten Smartphone-Kameras für Nacht-Fotos bzw. schlechte Lichtverhältnisse.

Dies will Apple nun auch noch einmal in der neuesten Version seiner „Shot on iPhone“-Werbekampagne unterstreichen. Sie steht unter dem Motto „One Night” und dreht sich entsprechend rund um Nacht-Fotos. Alle Bilder dieser Kampagne wurden von einer Gruppe Fotografen an verschiedenen Orten der Welt in der Nacht des 5. November 2016 aufgenommen. Von Sonnenuntergang bis Morgengrauen wurde das Leben an den jeweiligen Orten mit der iPhone-Kamera dokumentiert. Die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen.

Bessere Nacht-Fotos: So geht’s

Wer den Fotografen aus der Kampagne nacheifern will und mit der iPhone-Kamera die Nacht erkunden will, für den habe ich hier drei grundlegende Tipps, damit die Mission zum Erfolg wird:

Verwackler vermeiden

Da die Kamera bei schlechtem Licht längere Verschlusszeiten benutzen muss, ist die Verwacklungsgefahr hoch. Ihr könnt das Risiko aber deutlich verringern, indem ihr versucht, das Smartphone während der Aufnahme so ruhig wie möglich zu halten. Dies gelingt am besten beim Halten mit zwei Händen mit nur leicht ausgestreckten Armen und etwa schulterbreiter, sicherer Fußstellung. Auch der Auslöseknopf sollte nur sanft angetippt werden, um Vibrationen zu vermeiden. Es versteht sich von selbst, dass ein Stativ im Vergleich die noch stabilere Lösung wäre, um Verwackler zu vermeiden.

Auf eine mittelhelle Stelle belichten

Nachtaufnahmen können oft sehr große Helligkeitsunterschiede zwischen illuminierten und unbeleuchteten Teilen eines Motivs aufweisen. Dadurch wird die Bilddynamik des Sensors leicht überfordert. Um Spitzlichter oder „abgesoffene“ Schatten zu vermeiden, sollte man den Belichtungspunkt manuell setzen: Einfach an einer mittelhellen Stelle auf das Vorschaubild tippen und dann, falls nötig, weiter mit dem Regler für die Belichtungskorrektur optimieren. Die Belichtungsänderungen werden dann sofort im Vorschaubild sichtbar.

Manuelle Belichtung mit Apps

Wer das Thema Nacht-Fotos ernster nimmt, sollte zu Apps wie Manual Camera, ProCamera oder Camera+ Diese erlauben es, manuell eine sehr langsame Verschlusszeit von zum Beispiel 1/3 Sekunde einzustellen. Der Vorteil hierbei ist, dass die Kamera einen niedrigeren ISO-Wert als im Automatikmodus nutzen kann, was wiederum in besserem Bilddetail, weniger Rauschen und erhöhter Bilddynamik resultiert. Bei solch langsamen Verschlusszeiten ist es allerdings unbedingt notwendig das iPhone mittels Adapter auf ein Stativ zu montieren oder anderweitig zu fixieren. Sonst sind verwackelte Bilder unvermeidlich. Das ist zwar etwas Mehraufwand, die Bildergebnisse sind es in der Regel aber wert.

Sieben Nacht-Fotos mit dem iPhone 7: Die Bilder der „One Night“-Kampagne

Diese Tipps verbessern natürlich auch eure Nacht-Fotos mit älteren iPhone-Modellen und Android-Smartphones. Wem noch die nötige Inspiration fehlt, der kann sich ja noch einmal die Bilder aus der Apple-Kampagne anschauen, aber dann sollte der eigenen „One Night“-Serie mit dem iPhone nichts mehr im Wege stehen.


Images by Apple


 

Lars Rehm

Lars Rehm ist freiberuflicher Journalist und schreibt für US-, britische und deutsche Medien über Fotografie, Kameras und Technologie im Allgemeinen. Seit 2007 hat er für Dpreview.com unzählige Digitalkameras, Objektive und Zubehör getestet aber nimmt heutzutage einen großen Teil seiner Bilder auch mit dem Smartphone auf. Er ist fasziniert von der hohen Innovationsrate im Mobilsektor und den kreativen Möglichkeiten, die durch Konnektivität und mobile Rechenpower geboten werden.

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