Abgehoben oder abgestürzt? Parrot Mambo im Test

Smartphones sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. So wundert es kaum, dass immer mehr Elektronik-Hersteller Connected Toys für sich entdecken. Eines dieser Unternehmen ist Parrot, das mit der Mambo bereits die zweite Generation seiner kompakten Mini Drones auf den Markt bringt. Doch was kann man mit einem solchen Gadget eigentlich anstellen? Wir haben es im Test herausgefunden.

Bereits im September hatten wir auf der IFA in Berlin die Möglichkeit einen kurzen Blick auf die Parrot Mambo zu werfen. Damals machte das Gadget eine gute Figur, nun soll das Fluggerät zeigen wie es um Bedienerfreundlichkeit und Langzeitmotivation bestellt ist. Der Lieferumfang überzeugt schon einmal: Neben der Drohne selbst inkludiert das Paket einen montierbaren Greifer, eine ebenfalls montierbare Kanone sowie einen Zettelhalter. Des Weiteren spendieren die Franzosen zwei Akkus. Zum Schutz der Propeller (sowie der eigenen Einrichtung) liegen zudem vier sogenannte Rumpfteile bei. Eine Schnellstartanleitung hilft bei den ersten Flugversuchen.

Mit Maßen von 18 x 18 cm und einem Gewicht von lediglich 63 g (ohne Anbauteile) ist die Parrot Mambo sehr kompakt. Ermöglicht wird das durch eine robuste Leichtbauweise aus Kunststoff. Selbst Abstürze machen der Mini Drone nichts aus. Bevor es allerdings soweit kommt, muss das Fluggerät mit dem Smartphone verbunden werden. Das geschieht über Bluetooth und die im App Store verfügbare „FreeFlight Mini“-App. Das funktioniert schnell und ohne Wartezeit. Anschließend muss ausgewählt werden, ob das Gadget mit oder ohne Rumpf genutzt wird. Sind Anbauteile wie der Greifer über die Kontakte auf der Oberseite installiert, zeigt die App entsprechende Buttons zum Steuern an. Durch einen Fingertipp auf „Take off“ startet die Mini Drone selbstständig und bleibt rund einen Meter über den Boden schweben. Wahlweise kann die Mambo aber auch per Wurf gestartet werden.

Die Steuerung der Parrot Mambo geschieht über eine intuitive App.
Die Steuerung der Parrot Mambo geschieht über eine intuitive App.

Über die beiden Steuerkreuze kann die Mambo nun bewegt werden. Das linke Feld ist für die Steuerung der Z-Achse vorbehalten. Das heißt die Mini Drone kann steigen, sinken sowie sich um die eigene Achse drehen. Das rechte Feld ermöglicht die Bewegung in X- sowie Y-Richtung. Die Bluetooth-Reichweite beträgt rund 20 Meter, ein optional erhältliches JoyPad verdreifacht das Ganze. Neben einem Gyroskop helfen ein Ultraschall- sowie Kamerasensor für die Stabilität in der Luft. Das funktioniert bei leeren Zimmern recht gut, knifflig wird’s in Räumen mit Tischen, Stühlen und anderen Möbeln. Aufgrund wechselnden Höhenunterschieden zum Boden kommt die Parrot Mambo durcheinander und trudelt in der Luft umher. Dann kommt es nicht selten vor, dass das Fluggerät außer Kontrolle gerät und nicht nachvollziehbare Bewegungen vollführt. Das resultiert hin und wieder in Abstürze, da die Mambo an Hindernisse stößt und die Propeller dann konsequent deaktiviert.

Apropos Hindernisse: Die gibt es auch bei der Nutzung der Anbauteile, wie zum Beispiel des Greifers. Die Aufnahme eines bis zu 4 g leichten Objekts (Bonbons oder Zuckerwürfel) ist mit ordentlich Geduld verbunden. Der Schließmechanismus folgt zwar direkt der Eingabe, allerdings haben die Sensoren mit der sich sprunghaft ändernden Gewichtsverteilung zu kämpfen. Hinzu kommen die variierenden Druckverhältnisse durch die Hand in direkter Flugumgebung der Parrot Mambo. Etwas einfacher ist die beigelegte Kanone zu bedienen. Die bis zu sechs Kügelchen können per Fingertipp abgefeuert werden. Das geschieht leider etwas verzögert, was auf den Federmechanismus zurück zu führen ist. Trotzdem lassen sich damit kleine Neckereien mit Freunden und Mitbewohnern betreiben, die wirklich Spaß bringen. Auch „Drohnies“ lassen sich mit der kleinen Kamera auf der Geräteunterseite aufnehmen, wenngleich die Qualität unterdurchschnittlich ist.

Mit der Kanone lassen sich Freunde und Mitbewohner necken.
Mit der Kanone lassen sich Freunde und Mitbewohner necken.

Kommen wir zur Achillesverse der Mambo, dem Akku. Er leistet 550 mAh und ‚befeuert‘ die Mini Drone bei aktivem Fliegen 5 bis 6 Minuten mit Energie bis sie kontrolliert gelandet wird. Das ist nicht wirklich viel, weshalb der französische Hersteller wohl ein zweites Modul beilegt. Aufgeladen werden die Energiespender in der Drohne selbst per MicroUSB-Kabel. Das heißt: Fliegt die Mambo kann der zweite Akku nicht aufgeladen werden. Das ist sehr schade, denn ein Ladezyklus dauert sage und schreibe 30 Minuten. Im Testzeitraum der letzten beiden Wochen nutzte die Mambo öfters und länger die Steckdose als Smartphone und Tablet.

Test-Fazit Parrot Mambo

Für rund 119 Euro ist die Parrot Mambo ein nettes Gadget zum kurzfristigen Zeitvertreib – nicht mehr und nicht weniger. In großen Räumen lässt sich die Mini Drone schön ausfliegen und die Steuerung bringt richtig Spaß. Die beigelegten Addons bieten einen spielerischen Mehrwert, sind allerdings in der Bedienung nicht immer leicht zu händeln. Aufgrund der geringen Akkulaufzeit und des Fehlens eines Videomodus besitzt die Parrot Mambo keine wirkliche Langzeitmotivation. Für den kleinen Party-Gag reicht das Gadget aber allemal.


Dieser Artikel erschien zuerst auf „Androidpiloten“ unter CC BY-ND 4.0.


Images by Jonas Haller

Jonas Haller

Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.

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