Alles so schön rosa hier: Libratone Q Adapt In-Ear im Test

Seit ich das iPhone 7 besitze, muss ich mich mit der Frage auseinandersetzen, wie ich mein heiß-geliebtes Apple-Music-Abo in bestmöglicher Qualität konsumieren kann. Platz für meine alten Kopfhörer mit Klinke bietet das aktuellste aller iPhones nämlich nicht. Bluetooth-Kopfhörer wie die Apple AirPods scheinen noch nicht ausgereift. Und die EarPods mit Lightning-Anschluss sowie der Klinke-auf-Lightning-Adapter, die beim iPhone 7 mitgeliefert werden, überzeugen mich auch nicht. Auf der Suche nach besseren Lightning-Kopfhörern bin ich beim Modell Libratone Q Adapt In-Ear hängengeblieben. Nicht meine erste Liason mit der skandinavischen Marke. Auch das Modell Q Adapt On-Ear hat mir bereits gefallen. Und nun wieder wurde ich nicht enttäuscht.

Zugegeben, so langsam habe ich mich am Roségold-Farbton sattgesehen. Dennoch wollte ich ein passendes Produkt für mein riesiges rosafarbiges iPhone 7 Plus haben. Die Lightning-Kopfhörer Libratone Q Adapt In-Ear gibt es in allen Farbvarianten, die auch Apple für seine iPhones verwendet. Deshalb habe mich für passende roségoldene In-Ear-Kopfhörer entschieden.

Unboxing – Libratone Q Adapt In-Ear in Roségold

Die Verpackung der Kopfhörer ist sehr klein und oval geformt. Die beiden Ohrknöpfe sind durch eine durchsichtige Plastikscheibe sichtbar. Auf der Rückseite befindet sich eine kurze Erläuterung über die grundlegenden Funktionen der Lightning-Kopfhörer. In der Verpackung liegen die Q-Adapt-Kopfhörer in einem weichen Kissen.

Sie machen auf Anhieb einen sehr hochwertigen Eindruck: Die Halterung der Ohrknöpfe ist aus Aluminium gefertigt. Am unteren Ende zwitschert das Libratone-Logo fröhlich in die Luft. Große Buchstaben verraten mir, welcher Stöpsel in welches Ohr gehört. Der Trend zu kaum lesbaren Links- und Rechtsbezeichnungen scheint sich zum Glück von der Bildfläche zu verabschieden.

Der rechte Kopfhörer besitzt ein kreisrundes, unauffälliges Mikro, welches sich beim Tragen etwa auf Kinnhöhe befindet. Bis zur Fernbedienung besteht das Kabel aus weichem Plastik. Die Vier-Tasten-Fernbedienung ist ebenfalls aus Kunststoff gefertigt – sie fühlt sich dank Silikon-Oberfläche sehr griffig an. An ihr befindet sich zudem ein weiteres Mikrofon, um Umgebungsgeräusche innerhalb der City-Mix-Funktion zu regulieren.

Unterhalb der Fernbedienung hat Libratone das Kabel traditionell mit robustem Stoff ummantelt. Das sorgt vor allem dafür, dass das Kabel sich nicht unschön verheddert und bei jedem Herauskramen aus der Tasche entknotet werden muss. Der Lightning-Stecker am unteren Ende ist eher klobig gehalten. Er ist ebenfalls in Aluminium gefasst.

Libratone legt der Verpackung eine hübsche, aber leider recht kleine Aufbewahrungstasche bei, die via Magnetverschluss geöffnet und verschlossen werden kann.

Libratone Q Adapt In-Ear
Image by Julia Froolyks

Außerdem befanden sich in meiner Verpackung gleich acht verschiedene Aufsatzpaare für die perfekte Passform im Ohr. Dabei sind jeweils vier Paare klassisch rund geformt, und vier Paare besitzen eine Zusatzkappe am oberen Ende. Ich persönlich habe mich für letztere Variante entschieden, da diese sich mit einem sehr guten Halt in meinen Ohren fixieren lässt. Ein Vakuum ist beim Hereinsetzen deutlich zu spüren.

Den Strom liefert das iPhone

Das Modell Libratone Q Adapt In-Ear benötigt Strom für die Noise-Cancelling-Funktion, die Libratone „City Mix“ getauft hat. Wer Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung kennt, weiß auch, dass der Strom oft aus zusätzlichen Batterien geholt werden muss, die sich in einem recht klobigen Zusatzgehäuse an den Kopfhörern befinden.

Hingegen das Modell Libratone Q Adapt In-Ear kommt ohne etwaige Energielieferanten aus. Die Kopfhörer ziehen den Strom direkt über die Lightning-Verbindung aus dem iPhone. Hier habe ich zunächst sehr skeptisch reagiert – man kann ja schon froh sein, wenn das iPhone bei intensiver Nutzung den Tag übersteht. Tatsächlich konnte ich während meines Tests nicht feststellen, dass der Akku meines iPhone 7 durch die Libratone Q Adapt schneller leergezogen wird, was wirklich überraschend ist.

Libratone selbst gibt den Q Adapt In-Ear am iPhone bei eingeschalteter Geräuschunterdrückung und Musik 25 Stunden Laufzeit, und bei eingeschalteter Geräuschunterdrückung ohne Musik satte 52 Stunden Strom durch das iPhone.

So gut funktioniert die Lärmabschirmung in vier Stufen

Mit der City-Mix-Geräuschunterdrückung konnte ich bereits während meines Tests der On-Ear-Variante Bekanntschaft schließen. Die Funktion lässt sich bei der In-Ear-Variante der Kopfhörer entweder über die Fernbedienung regulieren oder über die iOS-App. In vier Stufen könnt ihr hier wählen, wie viel von eurer Umgebung noch zu euch durchdringen soll.

  • City Mix Level Eins lässt 80 Prozent der Umgebungsgeräusche durchdringen. Viel wird dabei wirklich nicht gefiltert; eine Veränderung ist dennoch bemerkbar.
  • City Mix Level Zwei lässt noch 60 Prozent der Umgebung durch – das Level eignet sich noch für den Straßenverkehr, weil lautere Geräusche immer noch wahrgenommen werden können.
  • Das dritte City Mix-Level sperrt 70 Prozent der Umgebungsgeräusche aus. In der Bahn höre ich mit diesem Level keine Stimmen mehr, dafür aber die doch eher dumpfen und niedrig-frequenten Bahngeräusche.
  • Um diese zu filtern, benötige ich das stärkste Noise-Cancelling-Level der Lightning-Kopfhörer. Level Vier filtert rund 90 Prozent der Umgebungsgeräusche. Tatsächlich höre ich mit dieser Einstellung nahezu nichts mehr, wenn ich gleichzeitig Musik höre.

    Libratone Q Adapt In-Ear
    Image by Julia Froolyks

Während meiner Testphase musste ich von London nach Köln mit einer kleinen Propeller-Maschine fliegen. Die Lightning-Kopfhörer haben mir den Flug wesentlich versüßt, da ich von den sehr lauten Propellern überhaupt nichts gehört habe. Das ist wirklich eine ordentliche Leistung.

Jedoch ist das höchste City-Mix-Level im Straßenverkehr nicht zu unterschätzen, da wirklich keine Geräusche eindringen. Weder von vorbeirasenden Zügen, noch von hupenden Autos. Dieses Level solltet ihr also wirklich nur einschalten, wenn ihr nicht sonderlich aufmerksam sein müsst. Gewöhnungsbedürftig ist das konstante Grundrauschen im höchsten Level, welches auch beim Abspielen von Musik immer noch ganz sachte im Hintergrund wahrgenommen wird.

So gut klingen die Libratone Q Adapt In-Ear

Innerhalb der Libratone-App lässt sich nicht nur das City-Mix-Level einstellen. Hier kann außerdem aus drei unterschiedlichen Soundprofilen der bevorzugte Equalizer ausgewählt werden. Zur Verfügung stehen die neutrale Grundeinstellung, extra Bass und verbesserte Höhen. Extra Bass und die verbesserten Höhen verändern den Sound zwar nur subtil aber wirkungsvoll. Mehr Bass ist mir bei vielen Tracks beinahe schon zu viel des Guten.

Generell ist der Klang in der Grundeinstellung bereits sehr räumlich und voll. Allerdings bevorzuge ich bei allen Kopfhörern den Apple-eigenen Equalizer „Rock“, der den Klang noch mal deutlich abrundet. Einstellen könnt ihr diesen unter „Einstellungen“, „Musik“, „EQ“. Ein weiterer guter Equalizer ist hier R&B, der den Sound ähnlich gut nachformt.

Insgesamt mag ich den Sound des Modells Libratone Q Adapt In-Ear sehr. Die Musik dringt tief in meinen Kopf ein und spielt sich sehr zentral und räumlich dort ab. Bässe und Höhen sind in den Grundeinstellungen bereits perfekt abgemischt. Der Rock-Equalizer von Apple setzt dem Sound allerdings noch das Sahnehäubchen auf.

Auch Hörbücher oder Hörspiele kann ich mit den Lightning-Kopfhörern in Kombination mit City Mix sehr hochwertig konsumieren. Meine neueste Entdeckung, die App 7Mind, lässt sich mit den Q-Adapt-Kopfhörern ebenfalls sehr gut nutzen. Dabei handelt es sich um eine App zum Meditieren. Die Stimme des Sprechers kommt beim Lauschen der Entspannungsübung sehr klar und nahe rüber. Bei eingeschaltetem City-Mix-Level vier kann ich wirklich alles um mich herum vergessen und auch ab und zu im Büro die täglichen siebenminütigen Meditationen durchführen, ohne dabei von Kollegen oder Computer-Tastaturen gestört zu werden.

Fazit

Die Lightning-Kopfhörer Libratone Q Adapt In-Ear kosten 149 Euro und liegen damit preislich im oberen Mittelfeld. Sie sind allerdings im Vergleich zu anderen Top-Kopfhörern mit Noise-Cancelling ein Schnäppchen. Die integrierte Geräuschunterdrückung City Mix leistet einiges.

Libratone Q Adapt In-Ear
Image by Julia Froolyks

Absolut begeistert bin ich von dem niedrigen Strom-Verbrauch der Kopfhörer. Mein iPhone 7 Plus scheint sich von den Lightning-Kopfhörern überhaupt nicht in den Energiehaushalt pfuschen zu lassen.

Besonders gut gefällt mir das Design der Kopfhörer. Das Kabel erinnert an robuste Schnürsenkel und lässt sich innerhalb von Sekunden entwirren. Die Ohr-Stöpsel sitzen richtig gut im Ohr, wenn man die perfekten Aufsätze für sich entdeckt hat, und auch ohne Brille erkenne ich sehr schnell, welcher Stöpsel in welches Ohr gehört.

Für jede iPhone-Farbe gibt es die Lightning-Kopfhörer in passender Ausführung. Bei meinem Roségold wurde der Farbton nicht zu hundert Prozent getroffen – dennoch sieht alles schön zusammengehörig aus. Insgesamt liefert Libratone mit den Lightning-Kopfhörern mal wieder eine sehr gute Qualität ab.


Images by Julia Froolyks


Julia Froolyks

Technikjournalistin und leidenschaftlicher Fan von Marktneuheiten. Hat vieles ausprobiert, ist aber am Ende immer wieder bei Apple-Produkten gelandet. Neben neuen Gadgets testet sie gerne Smartwatches und Kopfhörer.

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