APFS: Wie das Apple File System dein iPhone beschleunigen soll

So manchem dürfte nach dem letzten iOS-Update auf Versionsnummer 10.3 aufgefallen sein, dass sein Apple-Gerät spürbar performanter arbeitet. Schuld daran ist unter anderem das neue Apple File System (APFS), das das Tech-Unternehmen aus Kalifornien auf seinen Mobilgeräten eingeführt hat. Doch was hat sich da eigentlich so richtig geändert und wie erreichen die Entwickler die Komprimierung des Systems?

31 Jahre altes Dateisystem hat ausgedient

Bisher wurde auf den Apple-Geräten iPhone und iPad das sage und schreibe 31 Jahre alte hierarchische Dateisystem HFS eingesetzt. Dies stammt aus alten Mac-Zeiten, in denen Disketten und HDD-Festplatten zum Einsatz kamen. Selbst die Weiterentwicklung HFS+ besitzt den entscheidenden Nachteil, dass sie sich nur schlecht auf große Speichervolumen skalieren lassen und somit das System unnötig ausbremst. Auch der Umstieg auf 64-Bit-Anwendungen ist mit Problemen behaftet.

Mit iOS 10.3 wagt Apple nun den Wechsel auf das schnelle und ressourcensparende Dateisystem AFPS. Seine Vorteile spielt das Feature bei den vorherrschenden Speicherarten Flash und SSD vollends aus. Nebenher verbessert der Konzern damit die Gerätesicherheit, indem eine umfangreiche Datei-Verschlüsselung eingeführt wird. Zudem lassen sich sowohl auf Mac als auch iOS-Geräten Backups deutlich einfacher und komfortabler erstellen.

APFS spart wichtigen Speicherplatz

Speicherplatz kann man bekanntlich nie genug haben. Das gilt auch in Zeiten von immer größeren Speichervarianten. Das neue Dateisystem APFS geht deshalb wesentlich schonender mit den vorhandenen Gigabytes um. Das liegt zum einen an der defragmentierten Platzierung, aber auch an der Kalkulation. Denn während das alte HFS bei der Anzeige gelinde gesagt schummelte, zeigt APFS den tatsächlich verfügbaren Speicherplatz an. Viel wichtiger: Er macht ihn auch nutzbar.

Doch der Rollout soll nicht nur Vorteile bringen. So soll die Aktualisierung des Betriebssystems auf iOS 10.3 deutlich länger dauern als davor. Das berichten zumindest etliche Nutzer. Apple selbst hat sich den Beschwerden angenommen und arbeitet bereits an der Behebung des Problems.

Fazit: Längst überfälliger Wechsel bringt nur leicht spürbare Verbesserungen

Apple fährt das in die Jahre gekommene hierarchische Dateisystem HFS endlich auf das Abstellgleis und integriert ab sofort das moderne Apple File System APFS auf seine Geräte inklusive den beliebten Mobil-Derivaten iPhone und iPad. Doch der große Performancesprung blieb bisher aus. Lediglich der vorhandene Speicherplatz soll effizienter genutzt und verfügbare Ressourcen richtig angezeigt werden.

Vielleicht ändert sich das mit dem nächsten großen Update auf iOS 11. Dann soll auch ein Datei Manager auf den Mobilgeräten Einzug halten, der direkten Zugriff auf jede Art von Daten bietet. Bis dahin dürfte die Neuerung für die meisten Nutzer allerdings kaum spürbar sein.

Weitere Einzelheiten zum neuen Dateisystem in der Dokumentation von Apple für Entwickler.


Image by Apple


Jonas Haller

Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.

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