Apple kassiert 1 Milliarde US-Dollar von Google

Um die Standardsuchmaschine auf iOS stellen zu dürfen, hat Google einen Deal mit Apple abgeschlossen, zu dem nun Zahlen publik wurden.

Google ist die Platzierung als Standardsuchmaschine auf iOS eine Menge Geld Wert. Im Zuge der Gerichtsverhandlung zwischen Google und Oracle sind jetzt Details über den Deal an die Öffentlichkeit gelangt. Demnach soll Google für den Platz in der Suchfunktion im Jahr 2014 eine Milliarde Dollar (0,923 Milliarden Euro) gezahlt haben.

Derartige Gerüchte über eine Abmachung zwischen Google und Apple kursieren seit Jahren. Im vergangenen Jahr hatte Goldman Sachs bereits Schätzungen angestellt, welchen Anteil der Werbeerlöse Google aus einer Geschäftsbeziehung mit Apple generiert. Scheinbar einen ziemlich erheblichen. Die Analystin Heather Bellini schätzt, dass Google 2014 allein 8,9 Milliarden Dollar durch Werbeerlöse aus den iOS-Geräten eingefahren hat (4,4 Milliarden Dollar davon als direkte Folge der Suchvoreinstellung in Safari). Das entspricht nach Angaben von Goldman Sachs enormen 75 Prozent aller Werbeerlöse, die Google mobil erzielt.

Demnach wurden immerhin 13,5 Prozent von Googles Gesamtjahresumsätzen 2014 über iOS-Geräte erzielt. Apple wiederum würde durch die Beteiligung an Googles mobilen Werbeerlösen, pro Jahr etwa 3 Milliarden Dollar und nochmals 1 Milliarde für den Such-Deal erlösen. Das entspricht nichtmal 2 Prozent der gesamten Jahresumsätze. Für Google ist folglich der Fortbestand der Geschäftsbeziehung zu Apple weitaus bedeutsamer als umgekehrt.

Die Wechselbeziehung zwischen Google und Apple scheint besonders brisant angesichts der möglichen Wachablösung an der Wall Street. Der iPhone-Hersteller liegt nämlich mit einem Börsenwert von 534 Milliarden Dollar nur noch knapp vor Google-Mutter Alphabet, die es bereits auf eine Marktkapitalisierung von 500 Milliarden Dollar bringt. Der Vorsprung beträgt somit keine 7 Prozent mehr.

Teaser & Image „iOS 8 icons“ (adapted) by Microsiervos (CC BY 2.0)

Patrick Kiurina

Patrick Kiurina war 2015 bis Ende 2016 für die Netzpiloten aktiv und studierte vorher Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Uni Wien. Neben Technik interessiert er sich gleichermaßen auch für Sport und Musik.

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