Apple-Quartalszahlen: Zurück zu gewohnter Größe

Der Aufwind bei iPhone, iPad und Apple Watch lässt bei Apple abermals die Kassen klingeln. Nach einem schwachen dritten Quartal im Jahr 2016 ist bei Apple ein wenig Feierstimmung angesagt: 7 Prozent Umsatzwachstum kann der Konzern bei den Quartalszahlen 2017 vorweisen. Im direkten Vergleich nahm Apple rund 3 Milliarden Dollar mehr ein als im gleichen Zeitraum 2016. Der Gesamtumsatz in den Monaten April, Mai und Juni liegt bei insgesamt 54,4 Milliarden US-Dollar.

Ohne die USA geht nichts

Apples Hauptmarkt sind und bleiben die USA: Fast die Hälfte des Umsatzes stammt aus dem Heimatland des in Cupertino ansässigen Unternehmens. Im Vergleich zum Vorjahr konnte Apple hier 13 Prozent mehr Gewinn einfahren. Im asiatischen Raum (ohne China und Japan) konnte Apple Produkte für 2,7 Milliarden Dollar verkaufen. Das ist Verbesserung um 15 Prozent. In Europa verdiente Apple im Vergleich zum Vorjahresquartal mit 10,6 Milliarden Dollar rund 11 Prozent mehr. Nur der chinesische Markt schrumpfte um 10 Prozent – nicht unbedingt unerwartet, unter anderem auch, wenn man die aktuelle VPN-Problematik in China betrachtet.

Ohne das iPhone ginge noch weniger

Für den Hauptumsatz sorgt immer noch das iPhone. Mehr als 41 Millionen Apple-Smartphones wurden an den Mann gebracht, was für Einnahmen von 24,8 Milliarden sorgte. Im Vergleich zum Vorjahr verkaufte Apple rund 2 Prozent mehr iPhones.

Das iPad wurde im dritten Quartal weltweit 11 Millionen mal verkauft. In diesem Punkt gelang Apple ein kleines Comeback. Denn in den 13 Quartalen zuvor sank der Absatz der Tablets mit iOS. Zum ersten Mal konnte Apple ein Umsatzplus erwirtschaften, auch wenn wenn der Gewinn lediglich um 2 Prozent stieg, während der die verkauften Stückzahlen um 15 Prozent zulegten. Dies dürfte vor allem auf das Geschäft mit dem vergleichsweise günstigen neuen iPad zurückzuführen sein.

Macs verkauften sich immerhin 4,2 Millionen mal, auch hier gibt es einen leichten Aufwind. Services wie die iCloud, Apple Pay und Apple Music spülten Apple 7,2 Milliarden Euro in die Kasse. In diesem Bereich konnte der Konzern ordentlich zulegen. Im letzten Jahr brachte die Service-Sparte nur 5,9 Milliarden Dollar, das Year-on-Year-Wachstum liegt also bei 22 Prozent. In den letzten 90 Tagen akquirierte Apple 20 Millionen neue Abo-Kunden über alle angebotenen Services.

Apple Watch, Apple TV und Zubehör verkaufen sich besser

Eine Produktsparte wuchs aber noch stärker: Unter der nichtssagenden Bezeichnung „Other Products“ bündelt Apple die Produkte Apple TV, Apple Watch, iPod sowie Beats-Produkte. Diese anderen Produkte verkauften sich im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent besser. 2,7 Milliarden Dollar flossen in die Kasse Apples. Verglichen mit dem zweiten Quartal 2017 ist der Umsatz zwar etwas geringer. Letzten Endes ist aber das Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal wichtiger: Durch die festen Produktzyklen von Apple lassen sich die Daten so besser analysieren.

Tim Cook nennt Verkaufszahlen zur Apple Watch

Weitere interessante Infos gab Tim Cook während des „Earning Calls“, in dem ausgewählte Journalisten Fragen an Apple stellen konnten. Dort überraschte Cook mit einem Statement zur Apple Watch: Rund 2,7 Millionen Uhren wurden im dritten Quartal verkauft, das seien 50 Prozent mehr als im vorherigen Quartal. Bisher hatte Apple sich mit konkreten Einzelheiten zu dem Absatz der eigenen Smartwach zurückgehalten.

Tim Cook äußerte sich außerdem zu den kabellosen AirPods, bei denen Apple die jetzige Nachfrage noch immer nicht abdecken könne. Nach den Telefon-Transkripten hat Apple derzeit einen Geldvorrat von 261,5 Milliarden Dollar.

Die Börse freute sich prompt über die vielversprechenden Gewinne Apples: Der Wert der einzelnen Aktien schoss nachbörslich um sechs Prozent in die Höhe, womit die Papiere wieder einmal einen neuen Höchstwert erreichten.

Quartalszahlen machen Lust auf iPhone-Event

Mit den neuen Quartalszahlen dürfen wir uns auf das kommende Apple-Event freuen: Das kommende iPhone soll bekanntlich nach langer Zeit ein neues Design bringen und interessante Features wie Augmented Reality bieten. Vielleicht gelingt Apple mit dem iPhone 8 ein richtiger Knaller, gerade nach dem Fast-Innovationsstillstand in den letzten Smartphones.


Teaser Image by William Iven / Unsplash


Mika Baumeister

Mika studiert Technikjournalismus in Bonn und schreibt schon seit einiger Zeit über allerlei technischen Krimskrams: Seien es nun Smartphones, Gadgets, Drohnen, VR-Brillen oder Anwendungen aller Art. Prinzipiell macht er mit jedem Artikel sein Hobby einen Tacken mehr zum Beruf.

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