Apple Watch: Das kann das neue watchOS 3

Im Herbst regnet es Updates für Apple-Nutzer. Neben dem umfangreichen iOS 10 für iPhones und iPads steht auch das neue watchOS 3 für die Apple Watch zum Download bereit. Das Betriebssystem für die Computeruhr wurde runderneuert. Was hat es drauf? Hier kommen alle Neuerungen in watchOS 3 im Überblick.

Neue Ziffernblätter

Das alte watchOS bot eine überschaubare Menge an Ziffernblättern, sogenannten Watchfaces an. Mit watchOS 3 gelingt es Apple, mehr Personalisierung auf die Uhr zu bringen. Watchfaces können über das verbundene iPhone in Sachen Farben und Anzeige noch intensiver bearbeitet werden als vorher. Außerdem reihen sich einige neue Watchfaces in die Auswahl ein: So erhält die beliebte Disney-Figur Mickey Mouse sein weibliches Pendant, Minnie. Hier kann beliebig mit Farbe gespielt werden, denn Kleid und Haut-Ton der Figur lassen sich beliebig anpassen. Das ist übrigens auch bei Mickey möglich.
watchface-minnie
Um den Trend in Richtung Fitness-Uhr weiter zu verstärken, hat Apple außerdem mehr Fitness-Watchfaces auf die Uhr gespielt. Die Aktivitätsringe, die den Fitnessstand des Tages anzeigen, lassen sich nun als Haupt-Ziffernblatt einstellen. Außerdem kann die Anzeige der Uhrzeit nun mit und ohne Sekundenanzeige eingestellt werden. Weitere verfügbare Watchfaces sind die sogenannten Numerals. Das Layout der Ziffernblätter ist dabei sehr schlicht gehalten und bezieht sich auf den Hauptsinn einer Uhr: die Uhrzeit. Dennoch lässt sich unten links auch auf einem Numerals-Watchface eine Komplikation wie Datum, Aktivität, Mondphase und Co. einstellen.
watchface-fitness

Apps sollen schneller laden

Ein Blick auf das spannendste Feature könnte bei Watch-Besitzern der ersten Generation ohne Dual-Core Ernüchterung auslösen. Das neue watchOS soll Apps sofort verfügbar machen, ohne langes Laden. Das funktioniert auf den neuen Watches prima, ältere Modelle müssen dennoch mit einer gewissen Ladezeit rechnen. Dafür können Apps nun als Favorit hinterlegt werden, die im Hintergrund aktualisiert und somit schneller laufen sollen. Sie werden im Dock gespeichert, den iPhone-Nutzer auch schon von ihrem Smartphone kennen dürften. Das Dock lässt sich im neuen watchOS mit einem Druck auf die Taste unter der Krone öffnen. Die alte Funktion wurde dabei entfernt: watchOS 3 bietet keine Möglichkeit mehr, eine Freundesliste mit favorisierten Kontakten zu öffnen.

Ein eigenes Kontrollzentrum

Eine weitere Neuigkeit wird durch einen Swipe von unten nach oben zutage gefördert: Die Apple Watches verfügen mit watchOS 3 über ein eigenes Kontrollzentrum, in dem alle wichtigen Funktionen der Apple Watch sofort abrufbar sein sollen. Das neue Kontrollzentrum ersetzt somit die zweite Funktion, die von der Watch verbannt wurde: Glances. Mit den Glances konnten im alten watchOS Informationen zu Akkustand, Pulsfrequenz und Aktivitätsstatus abgerufen werden.
dock

Mehr Gesundheit

Das neue watchOS setzt ganz klar auf mehr Fitness. Zudem wurden Funktionen für Rollstuhlfahrer integriert. Die App „Atmen“ kann regelmäßig daran erinnern, einige Sekunden bis Minuten tief durchzuatmen. Dabei gibt sie haptisches Feedback von sich, um dem Nutzer die Länge der Atemzüge vorzugeben. Diese App zeigt sich als besonders praktisch für eine kurze Meditation an einem stressigen Tag oder für einen Start in den Feierabend.
atmen-app-2
Aktivitäten können außerdem mit Freunden geteilt werden. Damit schafft Apple eine Art Plattform für sportlichen Wettbewerb. In der Aktivitäten-Freigabe können Daten und Zahlen wie gelaufene Schritte, erfolgte Trainings oder auch bereits erzielte Erfolge und Medaillen geteilt werden.

Eine wichtige Funktion ist zudem der Notruf, der über langen Druck auf die seitliche Taste (die das Dock öffnet) ausgelöst werden kann. Hierüber wird der Notruf des Aufenthaltslandes angewählt. Außerdem wird der Standort übermittelt. Ausgewählte Favoriten sollen über diese Funktion gleichzeitig mit dem Notrufdienst über den Notfall und den Standort des Apple Watch-Trägers informiert werden können.

Fazit

Mit dem neuen watchOS 3 ist es Apple gelungen, die Funktionalität seiner Wearables zu verbessern und mit weiteren praktischen Funktionen auszustatten. Das Dock sowie das neue Kontrollzentrum sind sehr positiv gelungen. Dass dafür auf die Glances und Freundesliste verzichtet wurde, lässt sich im alltäglichen Umgang verschmerzen. Leider läuft das neue Betriebssystem auf der ersten Watch-Generation ohne Dual-Core-Prozessor sehr ruckelig. Buchstaben, die in der Nachrichten-App ab sofort gezeichnet werden können, werden mit sichtbarer Verzögerung visualisiert. Auch der neue Schnellstart von Apps läuft eher langsam ab. Besitzer der neueren Uhren-Generation sollten diese Probleme allerdings unbekannt sein, auf ihnen läuft das neue watchOS tatsächlich flüssiger als vorher.

Teaser by Apple

Julia Froolyks

Technikjournalistin und leidenschaftlicher Fan von Marktneuheiten. Hat vieles ausprobiert, ist aber am Ende immer wieder bei Apple-Produkten gelandet. Neben neuen Gadgets testet sie gerne Smartwatches und Kopfhörer.

More Posts - Twitter