Besser zoomen mit dem iPhone 7 Plus: Kamerar Zoom Lens Kit getestet

Wer sich ein Aufsteck-Objektiv fürs iPhone zulegen will, hat im Allgemeinen die Qual der Wahl. Die Auswahl ist schier unendlich und reicht vom billigem Plastik für ein paar wenige Euro bis hin zu hochqualitativen Linsen, für die Euro-Summen im dreistelligen Bereich lockergemacht werden müssen. Für die Besitzer von Apples aktuellem Flaggschiff-Smartphone sieht die Situation aber leider etwas anders aus. Für die Dual-Kamera des iPhone 7 Plus (hier zum Test) ist die Auswahl an Zusatz-Linsen noch sehr begrenzt. Ich hatte jetzt aber die Gelegenheit das Kamerar Zoom Lens Kit zu testen, das spezifisch für Apples Spitzen-Smartphone designt wurde und für circa 50 Euro zu haben ist.

Das Kit besteht aus einem Schutzgehäuse für Telefon und zwei Objektivmodulen, die auf eine Leitschiene im Gehäuse eingesetzt und darauf verschoben werden können. Eines der beiden Module ist eine Kombination aus Fisheye- und Teleobjektiv. Das heißt, wenn man auf dem iPhone 7 Plus das Weitwinkel nutzt, wird dieses in ein Fisheye mit 160 Grad Aufnahmewinkel konvertiert. Die Brennweite des iPhone-Teleobjektivs wird dagegen um den Faktor 1,5 verlängert. Im Vergleich zum Standard-Weitwinkel bietet es mit dem Kamerar-Modul dann einen 3-fach Zoomfaktor.

Das zweite im Lieferumfang enthaltene Modul bietet zwei Makro-Linsen mit 10-facher Vergrößerung für sowohl Weitwinkel als auch Tele. Doch genug zu den Spezifikationen, wie schlägt sich das Ganze in der Praxis?

Verarbeitung und Materialien entsprechen dem Preis

Bis auf die Leitschiene sieht das Kamerar-Gehäuse aus wie jede andere iPhone-Schutzhülle aus Plastik und bietet Zugang zu allen Ports. Das Glitter-Design ist Geschmackssache. Aber da es in Grautönen gehalten ist, fällt es nicht zu sehr auf.

Die Verarbeitungsqualität des Kits ist insgesamt dem Preis entsprechend. Das verwendete Plastik wirkt teilweise etwas billig, aber die Teile fühlen sich recht solide an. Die vom Case hervorstehende Leitschiene für die Objektivmodule könnte aber eine Schwachstelle sein. Sollte die einmal Schaden nehmen, ist wohl das komplette Kit reif für die Entsorgung.

Die Module lassen sich einfach an- und abnehmen, das Verschieben ist aber recht schwergängig und sollte mit wohldosiertem Kraftaufwand durchgeführt werden. Werden die Objektivmodule nicht genutzt, können sie in kleinen mitgelieferten Behältern verstaut werden. Die passen in jede Hosentasche und stellen sicher, dass die Linsen nicht verkratzt werden.

Durchwachsene Bildqualität

Kamerar Zoom Lens Kit
Testfoto mit der Weitwinkel-Kamera des iPhone 7 Plus. Image by Lars Rehm
Kamerar Zoom Lens Kit
Das gleiche Motiv mit dem Fisheye-Adapter des Kamerar-Kits. Image by Lars Rehm

Was die Bildqualität angeht gibt es ziemlich starke Unterschiede zwischen den einzelnen Linsen. Der Telekonverter liefert ein erstaunlich scharfes Bild während die Fisheye-Bilder bei näherem Betrachten teilweise doch recht verschwommen sind. Das ist aber zu erwarten und bei typischer Social-Media-Bildgröße sind alle Bilder zumindest akzeptabel scharf.

Auch die Makro-Linsen liefern gute Ergebnisse, wobei die Tele-Version eine deutlich bessere Vergrößerung ermöglicht. Hier liegt die Herausforderung aber darin, das Bild richtig zu fokussieren und Verwackler zu vermeiden, die bei den sehr kurzen Abständen zum Subjekt fatale Folgen haben können. Alles in allem liefert das Kamerar-Set aber gute Bildqualität für den Preis.

Kamerar Zoom Lens Kit
Testfoto mit der Telekamera des iPhone 7 Plus. Image by Lars Rehm
Kamerar Zoom Lens Kit
Das gleiche Motiv mit dem Tele-Adapter des Kamerar-Kits. Image by Lars Rehm

Bei schlechteren Lichtverhältnissen ist jedoch ein Punkt zu beachten. Ab einer gewissen Helligkeitsschwelle schaltet das iPhone 7 Plus automatisch vom Teleobjektiv auf Weitwinkel um und zoomt digital. Wenn das passiert, wird natürlich auch die Kamerar-Linse im jeweiligen Modul gewechselt. Um dies zu vermeiden, nutzt man am besten eine Kamera-App, die auch in schlechtem Licht weiter das iPhone-Teleobjektiv nutzt, zum Beispiel Camera+ oder Manual Camera.

Kamerar Zoom Lens Kit
Testfoto mit dem Weitwinkel-Makro-Adapter des Kamerar-Kits. Image by Lars Rehm
Kamerar Zoom Lens Kit
Das gleiche Motiv mit dem Tele-Makro-Adapter des Kamerar-Kits. Image by Lars Rehm

Test-Fazit Kamerar Zoom Lens Kit

Das Kamerar Zoom Lens Kit ist eine der bisher wenigen Optionen für Mobilfotografen, die mit Aufstecklinsen auf dem iPhone 7 Plus arbeiten wollen. Dem Preis entsprechend ist das Kit aus Plastik, macht aber einen durchaus soliden Eindruck. Die Nutzung ist sehr simpel und auch die Bildqualität ist durchaus ansprechend. Für momentan 50 Euro im Web-Shop des Herstellers kann man mit dem Kamerar Kit kaum einen Fehler machen. Es ermöglicht neue Blickwinkel durch die Kamera und erweitert die kreativen Möglichkeiten für die Kamera des iPhone 7 Plus.


Images by Lars Rehm


 

Lars Rehm

Lars Rehm ist freiberuflicher Journalist und schreibt für US-, britische und deutsche Medien über Fotografie, Kameras und Technologie im Allgemeinen. Seit 2007 hat er für Dpreview.com unzählige Digitalkameras, Objektive und Zubehör getestet aber nimmt heutzutage einen großen Teil seiner Bilder auch mit dem Smartphone auf. Er ist fasziniert von der hohen Innovationsrate im Mobilsektor und den kreativen Möglichkeiten, die durch Konnektivität und mobile Rechenpower geboten werden.

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