Browser für macOS im Vergleich: Das können die Alternativen zu Safari (nicht)

Safari dürfte für die meisten Mac-User die erste Anlaufstelle sein, da dies der vorinstallierte Browser auf jedem macOS-Gerät ist. Der Browser mit dem Kompass-Icon ist schlicht und einfach zu bedienen. Doch ist Safari auch der beste Browser für macOS? Ich habe mir die Alternativen Google Chrome, Mozilla Firefox und Opera unter macOS High Sierra angeschaut. So gut schneiden sie im Vergleich zu Safari ab.

Chrome: Praktischer Abgleich mit Google-Konto

Es ist sehr wahrscheinlich, dass ihr diesen Artikel gerade über Google Chrome lest. Google Chrome ist der Marktführer unter den Browsern mit einem Marktanteil von knapp 60 Prozent. Zum Vergleich: Der Marktanteil von Safari liegt bei circa 10 Prozent (Stand: September 2017).

Der übersichtliche Browser von Google punktet besonders mit der Verknüpfung der Google-Konten. Das bringt den Vorteil, dass ihr auf allen Geräten ohne Zusatz-Software eure Favoriten abrufen könnt. Wenn mehrere Personen an einem Gerät arbeiten, könnt ihr ganz einfach das Profil wechseln. Gleichzeitig bringt genau das aber den Nachteil, dass ihr von Chrome sehr dazu verleitet werdet, euch ein Konto anzulegen und Google so besseren Zugang zu euren Daten erhält.

Online-Werbung ist eben das Geschäftsmodell von Google und das ist manchmal sichtbar nervig. Bei mir tauchen ständig eine Vielzahl von Pop-Ups auf, wenn ich Googles Browser für macOS verwende. Und das, obwohl ich in den Einstellungen angegeben habe, dass Chrome Pop-Ups blockieren soll. Trotzdem macht mir das immer wieder Arger.

Hingegen überzeugt Chrome durch die Möglichkeit, das Design eures Browsers zu individualisieren. Ihr könnt aus tausenden kostenlosen Bildern wählen, die dann eure Browser-Ansicht schmücken. Auf der Startseite kommt dieses formatfüllend zur Geltung und begleitet euch beim Surfen im Bereich der Tableiste. Ein nützliches Feature ist außerdem die integrierte Übersetzungs-Funktion einer Website.

Ebenfalls praktisch: Unter macOS könnt ihr bei der Nutzung von Chrome auch auf Trackpad-Gesten zurückgreifen. Wischt ihr mit zwei Fingern nach links oder rechts könnt ihr die vorherige oder folgende Seite aufrufen. Opera besitzt diese Funktion ebenfalls, bei Mozilla Firefox klappt es hingegen nicht.

Mozilla Firefox mit integriertem Webseiten-Sync Pocket

Der ehemals beliebteste Browser Mozilla Firefox hinkt in der letzten Zeit etwas hinter den anderen Alternativen her. In meinen Augen steht das Bedienerlebnis bei Firefox im Kontrast zur Eleganz und Einfachheit des macOS-Betriebsystems. Außerdem ist Mozilla Firefox derzeit ein vergleichsweise langsamer Browser für macOS.

Dennoch bietet Firefox einige nützliche Features. Beispielsweise könnt ihr, so wie bei Google Chrome, einen Firefox-Account anlegen, um überall und auf allen Geräten ohne Zusatz-Software auf eure gespeicherten Inhalte zuzugreifen. Und zwar nicht nur am Computer, sondern auch auf dem iPhone, weil Firefox endlich auch eine iOS-App anbietet.

Es gibt außerdem eine riesige Auswahl an Add-Ons für Mozilla Firefox, mit denen ihr den Browser so gestalten könnt, wie es euch beliebt. Ein sehr praktisches Feature kommt mit Pocket. Dabei handelt es sich um ein Add-On, das ihr in anderen Browsern optional hinzufügen könnt, während es bei Firefox zur Standard-Installation gehört.

Nach Pinterest-Art könnt ihr mit Pocket eure Lieblingsinhalte im Web anhand von selbstvergebenen Tags speichern. Dafür ist nichts weiter als ein Klick auf den Pocket-Button nötig, der sich in der Suchleiste befindet. Zudem werden euch von Pocket anhand eurer Auswahl weitere Inhalte vorgeschlagen, die euch möglicherweise gefallen könnten. Weil Pocket als Browser-Zusatz oder App für alle Plattformen verfügbar ist, könnt ihr die gespeicherten Inhalte überall nutzen.

Die Individualisierung bietet Firefox ebenfalls von Haus aus an. Im Unterschied zu Chrome könnt ihr bei Firefox aber nicht nur die Themes, sondern auch noch die Schriftart und die Farben nach euren Wünschen einstellen.

Opera ist der schickste Browser

Opera kommt im Vergleich mit dem modernsten und auffälligsten Design der Browser für macOS daher. Dabei ist das Programm nicht nur schick, sondern bietet auch von Haus aus praktische Funktionen. Sehr zu meiner Überraschung tauchten beim ersten Öffnen bereits meine in Safari gespeicherten Websites und Ordner auf. Für mich definitiv ein Plus, so spare ich mir Arbeit.

Ein Detail, welches direkt ins Auge springt, ist die dunkle Seitenleiste, die nach Belieben ein- und ausgeblendet werden kann. Sie enthält bereits den Schnellzugriff auf WhatsApp und den Facebook Messenger. Dieses Überbleibsel von Opera Neon, welches ein Browser-Konzept von Opera war, erweist sich als äußerst nützlich. So können zudem auch einzelne Chats an die Seitenleiste angepinnt werden.

Ebenfalls bietet die Seitenleiste eine Schnellfunktion, um eine Momentaufnahme zu erstellen. Ein schönes Goodie, aber mit der Tastenkombination cmd+Shift+3 oder 4 könnt ihr meiner Meinung nach schneller einen Screenshot erstellen.

Wer unterwegs am MacBook arbeitet, freut sich über folgendes Feature. Opera bietet unter macOS einen Energiesparmodus an, mit dem ihr nach Angaben der Entwickler bis zu 50 Prozent weniger Akkukapazität beim Surfen verbraucht.

Zudem bietet euch Opera ebenfalls die Möglichkeit, euren Browser zu individualisieren. Ganz ohne Plug-Ins könnt ihr aus einer großen Auswahl einen Background für die Startseite aussuchen. Entweder wechselt ihr diesen unter den Browser-Einstellungen oder ihr geht in der macOS-Menüleiste unter Opera / Hintergrundbilder abrufen.

Browser für macOS: Safari harmoniert am besten mit Apple-Ökosystem

Wegen des vergleichsweise geringen Marktanteils sind nicht alle Websites für die Nutzung mit Safari optimiert. Zudem bietet euch der Browser von Apple nicht gerade viel Spielraum für Individualität. So gibt es zum einen nur wenige Erweiterungen für Safari und zum anderen könnt ihr das Design kaum bis gar nicht verändern. Zumindest nicht von Haus aus.

Allerdings gefällt mir die Datensparsamkeit von Safari. Keine Lust auf die immer gleiche Werbung? Safari hält die Cookies davon ab, euch zu tracken. Safari ist außerdem praktisch, wenn ihr nicht möchtet, dass Videos auf Websites, die ihr besucht, automatisch beginnen. Dafür könnt ihr die Autoplay-Funktion einfach abschalten. Zudem finde ich die Leseliste von Safari sehr nützlich, da ihr so auch offline den Inhalt lesen könnt.

In punkto Speed ist Safari der schnellste Browser für macOS. Offenbar gelingt es Apple am besten, die Ressourcen des Betriebssystems optimal zu nutzen. Der größte Pluspunkt ist für mich die Integration von Safari in das macOS-Betriebssystem. Dabei ist der Apple-Browser unschlagbar. Der Schlüsselbund, eines meiner Lieblingsfeature, bietet euch die Möglichkeit, auf all euren Apple-Produkten Passwörter und Log-In-Daten zu speichern und von jedem Gerät aus sicher zu benutzen.

Was ist euer bevorzugter Browser für macOS und warum?


Image „Büro“ by FirmBee / Pixabay (CC0), adapted by Jessica Julia Mrzik


Jessica Julia Mrzik

Jessica ist Technikjournalistin und befasst sich leidenschaftlich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Umwelt. Wenn sie nicht gerade erklären muss, was eine Technikjournalistin macht, bloggt sie über die neuesten plastikfreien Alternativen. Außerdem befasst sie sich gern mit Tech-Neuheiten und lustigen Gadgets rund ums iPhone und Co. Als Digital Native interessiert sie sich für alles, was mit Medien zu tun hat und probiert alles aus, was sie in die Finger bekommt.

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