BT-Kopfhörer NuForce BE6i im Test: Dieser Ohrwurm ist ein Geheimtipp

Große Bügelkopfhörer lassen sich unterwegs oft nur umständlich transportieren. In-ear-Modelle finden hingegen in der kleinsten Tasche Platz und belasten das Gepäck nicht. Ob sie dennoch großartigen Sound bieten können, habe ich jetzt einmal anhand des Modells NuForce BE6i getestet. Die Marke des Herstellers Optoma war mir bisher nicht geläufig. Ihre Werbeprosa trägt jedoch so dick auf wie die der ganz Großen. Der etwa 130 Euro teure Bluetooth-Kopfhörer mit Vollaluminium-Gehäuse soll „kristallklaren Sound mit elegantem Design“ vereinen. Hält die Realität dem stand? Lest selbst.

Kleiner Kopfhörer, großer Lieferumfang

So mag ich das: Das Modell NuForce BE6i empfängt Audio- und Steuersignale per Bluetooth, sodass der Kabelsalat zwischen Kopfhörer und Smartphone entfällt. Ganz ohne Strippe geht es aber nicht. Die beiden Lautsprecher sind über ein rund 45 cm langes Flachbandkabel miteinander verbunden. Trage ich es im Nacken, sieht es aus wie ein Brillenband und ich wie ein Oberstudienrat. Aber sei es drum – einen schönen Kopfhörer entstellt bekanntlich nichts.

Apropos „schön“: Die Chance des ersten Eindrucks nutzt der NuForce BE6i beim Auspacken überzeugend. Der rosé-golden schimmernde Aluminium-Korpus wirkt edel. Trotz der Metallrüstung ist der Kopfhörer federleicht. Er wiegt nur 16 Gramm, inklusive Kabel. Letzteres ist aus mattem, weißen Kunststoff und schmälert den stylischen Look etwas. Nice to have: Die Lautsprechergehäuse sind magnetisch und lassen sich während der Hörpause schön ordentlich drapieren.

Die Ausstattung des NuForce BE6i ist vorbildlich. Die stabile und gleichzeitig leicht und diskrete Transporttasche bietet Platz für das im Lieferumfang enthaltende USB-Ladekabel, den Kabelclip und insgesamt acht (!) Paar Ohrpassstücke in verschiedenen Größen. Damit trägt der Hersteller einem wichtigen Qualitätsmerkmal Rechnung: Den für sich passenden Stöpsel zu finden, ist wichtig. Passt er nicht, leidet die Bassübertragung und schlimmstenfalls rutscht der Stöpsel aus dem Gehörgang.

Mach Sitz: So passt der NuForce BE6i ideal

Am besten komme ich mit den mitgelieferten, hochwertigen Ohrpassstücken von Comply klar. Sie bestehen aus Memory-Schaumstoff und lassen sich zusammendrücken, um sich kurz danach im Ohr wieder zu entfalten. So passen sie sich dem Gehörgang bestmöglich an.

Bluetooth-Kopfhörer NuForce BE6i mit Lieferumfang

Die Kopfhörer-Gehäuse stehen recht weit über das Ohr hinaus ab, sodass sie in meinem Ohr nur dann positionstreu bleiben, wenn ich brav stillsitze. Zu einem aktiven Lebensstil passt das nicht und ist das besonders ungünstig, weil der Hersteller den Kopfhörer als sporttauglich hervorhebt. Dank des IPX5-Schutzstandards ist der NuForce BE6i nämlich schweiß-resistent. Zum glück finde ich im Lieferumfang noch zwei Ohrstabilisatoren aus halb transparenten Silikon. Montiere ich sie zwischen Stöpsel und Gehäuse, verankern sie den Kopfhörer stabil in meiner Ohrmuschel. Auch ein ausführliches Jogging bringt die NuForce BE6i dann nicht aus der Fassung.

So klingt der NuForce-Ohrwurm

Ist der richtige Sitz gewährleistet, beeindruckt der NuForce BE6i im Zusammenspiel mit einem iPhone 6 und einem iMac mit einem atemberaubenden Klang. Dabei dürfte ihm zugute kommen, dass er den AAC-Codec unterstützt. AAC ist das bevorzugte Audio-Format von iTunes. Knackiger Bass, verständliche Mitten und klare Höhen: Der Kopfhörer bietet eine breite Bühne und viele Details. Von der Bassdrum bis zur Triangel lassen sich die Frequenzen präzise lokalisieren, sodass der Klang angenehm räumlich wirkt. Mit Bügelkopfhörern hierzulande bekannterer Hersteller, die ich hier, da und dort getestet habe, muss sich Herausforderer NuForce nicht verstecken. Respekt!

Akku und Bedienung

In meinem mehrtägigen Test musste ich den NuForce BE6i kein einziges Mal mit dem mitgeliefertem USB-Kabel aufladen. Die vom Hersteller angegebenen acht stunden Akkulaufzeit halte ich für realistisch. Dabei hat es die NuForce sicher viel Energie gekostet, dass ich auch die Fernbedienung intensiv ausprobiert habe.

Bei Bluetooth-Bügelkopfhörern befindet sich Steuerung an der Ohrmuschel, dafür ist ein Inear-Modell natürlich zu klein. Stattdessen ist im Kabel unterhalb des rechten Lautsprechers eine Stabfernbedienung mit drei Multifunktionstasten integriert, die im Zusammenspiel mit einem iPhone 6 und einem iMac gut harmonieren. Sie decken fast alle gängigen Funktionen ab, nur innerhalb von Lieder zu spulen, ist nicht möglich. Die Tasten lassen sich blind gut treffen. Weil die Bedienung mir konstruktionsbedingt fast im Nacken hängt, verlangt sie mir jedoch eine unangenehm spitzwinklige Armbewegung ab. Die Steuerung an der Ohrmuschel von Bügelkopfhörern empfinde ich als ergonomischer.

Fazit

Der Bluetooth-fähige Inear-Kopfhörer NuForce BE6i begeistert mit grandiosem, ausgewogenen Sound. Das NuForce-Modell ist nicht nur ein wohl klingender Ohrwurm, sondern sieht auch noch schick aus. Zudem beeindruckt der Hersteller mit einem großen Lieferumfang. Die vielen Stöpsel und Halterungen erleichtern es, das Modell optimal auf die eigenen Tragebedürfnisse abzustimmen. Dank der kleinen und stabilen Transporttasche ist der ultraleichte NuForce BE6i ein „Immer-dabei-Kopfhörer“, der das Reisegepäck nun wirklich nicht belastet. Er leistet sich insgesamt keine nennenswerten Schwächen und ist angesichts eines vergleichsweise moderaten Preises von rund 130 Euro für mich unter den Bluetooth-Kopfhörern definitiv ein Geheimtipp.

Images by Optoma NuForce

Berti Kolbow-Lehradt

Berti ist ein pragmatischer Tech-Nerd, der gern Dinge testet, die das Leben komfortabler gestalten und vor allem Spaß bereiten. Er liebt smarte Unterhaltungstechnik sowie digitale Fotografie – und gibt gern Ratschläge dazu. Daher auch der Spitzname „RatgeBerti“. Wäre er nicht Technik-Journalist geworden, dann in einem anderen Leben vielleicht Superheld mit Technik-Overkill (Batman?) oder menschlicher Side-Kick bei den Transformers.

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