Das iPhone spendiert Apple zum Jubiläum Rekordzahlen

Zehn Jahre nach der Vorstellung des ersten iPhones ist Apples Smartphone immer noch die wichtigste Einnahmequelle des Technologiekonzerns. Zu seinem Jubiläum beschert das iPhone seinen Schöpfern einen Verkaufsrekord. Im geschäftlich wichtigen Weihnachtsquartal verkaufte Apple weltweit 78,3 Millionen Mobiltelefone – mehr als jemals zuvor in einem Zeitraum von drei Monaten.

Das ließ auch den Umsatz in neue Höhen schnellen: 78,4 Milliarden US-Dollar landeten zwischen Oktober und Dezember 2016 in Apples Kassen. Das sind rund 2,5 Milliarden US-Dollar mehr als im Vorjahreszeitraum. Hingegen der Nettogewinn im vierten Jahresquartal (Apples erstes Quartal des neuen Fiskaljahres) blieb mit 17,9 Milliarden US-Dollar leicht hinter dem Rekordergebnis des Vorjahres zurück (18,3 Milliarden US-Dollar).

Abhängigkeit vom iPhone weiter groß

Der Erfolg des Technologiekonzerns steht und fällt nach wie vor mit der Nachfrage nach iPhones. Fast zwei Drittel des Umsatzes im Weihnachtsquartal (54,4 Milliarden US-Dollar) entfielen darauf, wie Apples Datenübersicht verdeutlicht. Im Vergleich dazu sind Mac-Computer zwar eine stabile, aber vergleichsweise unbedeutende Geschäftsgröße. Mit rund 5,4 Millionen Tisch- und Mobilrechnern verkaufte Apple praktisch genauso viele Einheiten wie im Jahr davor, erzielte damit aber sieben Prozent mehr Umsatz (7,2 Milliarden US-Dollar).

Beim iPad geht der Trend nach unten. Etwa 13 Millionen Tablet-PC verkaufte das Unternehmen weltweit, 19 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz brach um 22 Prozent auf 5,5 Milliarden US-Dollar ein.

Apple Watch und Apple TV rangieren „unter ferner liefen“

Zur Apple Watch nannte die Firmenleitung keine konkreten Zahlen. Der Umsatz wird nur zusammen mit Apple TV, iPod und Beats-Kopfhörern als „weitere Produkte“ ausgewiesen. Rund 4 Milliarden US-Dollar nahm das Unternehmen mit diesen Gemischtwarensortiment ein (minus acht Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Das unterstreicht den geringen internen Stellenwert von Apples Computeruhr. Sie wird laut Marktanalysten zwar viel häufiger verkauft als Konkurrenzprodukte, scheint aber nicht so erfolgreich zu sein, dass das Unternehmen damit in Zahlen prahlen möchte.

Unternehmenschef Tim Cook ließ nur so viel wissen, dass Apple nicht nur mit den anderen Produkten, sondern auch mit der Smartwatch Allzeitrekordumsätze erzielt habe. Dies dürfte auch daran liegen, dass es für iPhone-Nutzer derzeit keine leistungsstärkere Alternative als die Apple Watch gibt.

Services als Hoffnungsträger

Große Hoffnungen setzt der Technologiekonzern in das Geschäft mit Dienstleistungen. Sie sind im Aufwind. Das Geschäft mit Angeboten wie dem hauseigenen Musikdienst Apple Music oder dem Supportpaket Apple Care wuchs um 18 Prozent. Der Umsatz stieg auf 7,2 Milliarden US-Dollar und hat damit bereits ähnliches Gewicht wie die Mac-Sparte.

Die Mehreinnahmen sind offenbar auch darauf zurückzuführen, dass das Abschließen von Abos über die eigene Plattform leichter geworden ist: „Die Umsätze bei Services sind im Vergleich zum Vorjahr stark gewachsen, angeführt von einer Rekordzahl an Transaktionen unserer Kunden im App Store“, erklärte Tim Cook.

Mit einem Blick auf das Gesamtbild können die florierenden Dienste die Abhängigkeit des Konzerns von der Hardware jedoch vorerst nur unwesentlich lindern.


Image by Torsten Dettlaff / Pexels (CC0 License)


 

 

Berti Kolbow-Lehradt

Berti ist ein pragmatischer Tech-Nerd, der gern Dinge testet, die das Leben komfortabler gestalten und vor allem Spaß bereiten. Er liebt smarte Unterhaltungstechnik sowie digitale Fotografie – und gibt gern Ratschläge dazu. Daher auch der Spitzname „RatgeBerti“. Wäre er nicht Technik-Journalist geworden, dann in einem anderen Leben vielleicht Superheld mit Technik-Overkill (Batman?) oder menschlicher Side-Kick bei den Transformers.

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