Der Trend geht zur Bewegung: Fünf neue Wearables für Fitnessfreunde

Fitness liegt im Trend, das war auch auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin offensichtlich. Wer dort durch die Hallen lief, dem fiel unweigerlich die Vielzahl an Produktneuvorstellungen im Bereich Fitnesstracking auf. Aber nicht nur die klassischen Activity-Tracker waren in Berlin zu bestaunen, auch einige neue Smartwatches haben dank GPS-Modul und sportspezifischen Apps immer mehr für den Fitnessfreund zu bieten.

Kaum war die IFA vorbei, da stellte Apple seine neue Watch Series 2 vor, und siehe da, auch hier nahm das Thema Fitness eine zentrale Position in der Präsentation ein. Wir haben uns die während und nach der IFA vorgestellten Fitness-Wearables genauer angeschaut und stellen die fünf interessantesten hier vor.

Fitbit Charge 2: Motiviert und entspannt

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Auf der IFA hat Fitbit, einer der Pioniere im Bereich Fitness-Tracking, das Nachfolgemodell zum sehr beliebten Charge HR vorgestellt. Der Charge 2 bietet weiterhin Schrittzähler, Pulsmesser und Schlafanalyse, hat aber auch einige neue Funktionen, die dabei helfen sollen, die Trainingsmotivation zu erhöhen.

Bewegungserinnerungen lassen das Band vibrieren, wenn man wieder einmal zu lange regungslosslos herumgesessen ist. Ausserdem errechnet die zugehörige Smartphone- App mit Hilfe schon absolvierter Trainings-Sessions das eigene Fitnessniveau, welches dann mit dem anderer Nutzer in der gleichen Altersgruppe verglichen werden kann.

Wer denkt, schon genug Sport getrieben zu haben, kann den Charge 2 auch zur Entspannung nutzen. Per App wird der Nutzer durch zwei- oder fünfminütige Atemübungen geleitet. Das Armband misst dabei die Herzfrequenz, um zu überprüfen, ob die Entspannungübung erfolgreich ist. Das Gehäuse ist spritzwassergeschützt und das OLED Display vier mal grösser als beim Vorgänger, was die gleichzeitige Anzeige von mehr Daten erlaubt. Der Charge 2 wird noch diesen Monat zum Preis von 160 € im Handel erhältlich sein.

Withings Steel HR: Für die Liebhaber klassischer Armbanduhren

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Die zu Nokia gehörende französische Firma Withings schafft es, in ihrem Modell Steel HR, die meisten Funktionen eines modernen Fitnesstrackers im edlen Stahlgehäuse einer analogen Uhr unterzubringen. Aktivitäten wie Gehen, Laufen und Schwimmen sowie die Schlafphase werden getrackt und können per zugehöriger App analysiert werden. Wie der Name schon andeutet, ist im neuesten Modell von Whitings nun auch ein Pulsmesser mit an Bord.

Zusätzlich kann die Steel HR auf einem digitalen Minidisplay, das ins analoge Zifferblatt integriert ist, Notifikationen vom Smartphone oder die Herzfrequenz anzeigen. Anzeigen und Funktionen werden über einen Multifunktionsknopf am Gehäuse gesteuert. Die Whitings Steel HR ist bis 50 Meter Tiefe wasserdicht und wird demnächst ab 189,95 € erhältlich sein.

TomTom Touch: Körperfettmessung inklusive

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Der niederländische Hersteller TomTom,  den meisten Konsumenten wohl als Anbieter von Navigationsgeräten bekannt, hat auf der IFA mit dem TomTom Touch sein erstes Fitnessarmband vorgestellt und der Neuling hat gleich einen Knaller zu bieten. Das Touch ist das erste Gerät dieser Art, mit dem man den Körperfett- und Muskelanteil am Körper messen kann. Im Konsumentenbereich musste man dafür bisher zur Körperanalysewaage greifen. Wenn das Touch deren eher enttäuschende Präzision verbessern könnte, wäre ihm eine Spitzenplatzierung im Popularitätsranking der Fitness-Community sicher.

Natürlich bietet das Touch auch all die herkömmlichen Funktionen, die man von einem Fitnesstracker erwartet. Schrittzähler, Schlafanalyse, Pulsmesser und Kalorienzähler sind alle mit an Bord.Die Bedienung erfolgt über einen Touchscreen und laut Hersteller hält das Amrband 5 Tage mit einer Akkuladung durch. Das TomTom ist nur spritzwassergeschützt, also nicht zum Schwimmen oder für andere Wassersportarten geeignet. Aktivitäten wie Radfahren, Laufen oder das Training im Fitnessstudio lassen sich aber alle tracken und mittels App analysieren. Das TomTom kann ab sofort for 149 € vorbestellt werden.

Samsung Gear S3: Smartwatch mit Fitnessfunktionen

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Im Gegensatz zu den oben beschriebenen Fitnesstrackern ist Samsungs ebenfalls zur IFA vorgestellte Gear S3 eine ausgewachsene Smartwatch, auf der man Anrufe annehmen, bargeldlos bezahlen und eine Vielzahl an Apps installieren kann. Dank wasserdichtem Gehäuse und kratzfestem OLED Display, GPS-Sensor sowie Alti – und Barometer ist die S3 aber auch der ideale Begleiter für den Fitnessfreund.

Neben all den üblichen Fitnesstracker-Funktionen können dank GPS beim Laufen oder Radfahren auch ohne Telefon die exakten Routen und Bewegungsdaten aufgezeichnet werden. Beim Wandern oder sonstigen Outdoor-Aktivitäten hilft es beim Navigieren und im Notfall kann sogar ein SOS-Signal mit genauen Standortdaten an vorher bestimme Kontakte gesendet werden. Zudem können mit Hilfe der barometrischen Druckmessung Wetterveränderungen, z.B. im Gebirge, rechtzeitig erkannt werden. Natürlich können auch Workouts im Fitnessstudio getrackt werden und sogar ganze Trainingsprogramme auf der Uhr abgerufen und überwacht werden.

Kontrolliert wird die Gear S3 über den 1,3 Zoll grossen Touch Screen mit einer Auflösung von 360 x 360 Pixeln oder die Lünette. Die Uhr wird in zwei Designversionen erhältlich sein. Das “Frontier”-Modell bietet martialische Outdoor-Optik, während die “Classic”-Version eher den Liebhaber klassischer Chronographen. Im Inneren der Gehäuse gibt es aber keine Unterschiede. Wer soviel Funktion will, muss leider etwas tiefer in die Tasche greifen. Beide Gear S3 Modelle können zur Zeit für 449€ vorbestellt werden.

Apple Watch Series 2: Jetzt mit GPS und Nike-Design

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Apples rundumerneuerte Watch Series 2 wurde zwar erst einige Tage nach Ende der IFA vorgestellt, setzt aber den auf der Messe erkennbaren Trend zum Fitness-Wearable nahtlos fort. Im neuen Modell hat die Apple Watch nun ein GPS-Modul, von dem sportliche Nutzer mit am meisten profitieren werden. Endlich können Radsportler, Läufer oder Wanderer ihre Routen auch ohne Smartphone aufzeichnen. Zudem ist die Uhr jetzt bis 50 Meter wasserdicht, was auch Fitnesstracking beim Schwimmen und anderen Wassersportarten erlaubt.

Neben einem Herzfrequenzmesser gibt es Coaching-Funktionen und die Möglichkeit, Fitness-Levels und Ergebnisse mit anderen Nutzern zu vergleichen. Eine Atmungs-App hilft beim Entspannen und eine grosse Zahll weiterer Apps, viele davon mit Fitness-Bezug, sind im App Store erhältlich. Zudem werden sich Outdoor-Sportler über das hellere Display freuen, das bei Sonnenlicht leichter abzulesen sein sollte.

Um dem Fitnesstrend auch in punkto Design Rechung zu tragen hat sich Apple ausserdem mit Sportartikelhersteller Nike zusammengetan, um der Apple Watch Series 2 einen sportlicheren Anstrich zu verpassen. In der Nike+-Edition sorgen ein Nike-Sportband und Custom-Zifferblätter sorgen dafür, dass die Smartwatch auch optisch zum Sportoutfit passt. Die Apple Watch Series 2 wird ab Oktober für 419 € erhältlich sein.

Fazit

Bei den neuen Fitness-Wearables dürfte für jeden etwas dabei sein. Wer einfach nur gerne einen Überblick über Bewegung und Kalorienverbrauch hat und dabei vielleicht auch den Puls im Auge behalten oder die Schlafqualität überwachen will, für den sind einfachere Fitnesstracker wie der Fitbit Charge 2 oder TomTom Touch ideal. Die Whitings Steel HR richtet sich an diejenigen, die die Optik, Materialien und Verarbeitung einer klassischen analogen Armband zu schätzen wissen und Fitnessfreaks, die per GPS ihre Lauf- oder Radtouren genau aufzeichnen wollen, sind bei bei Smartwatches, wie der Samsung Gear S3 oder Apple Watch Series 2 gut aufgehoben. Letztere bieten dank Apps auch eine Vielzahl anderweitiger Funktionen, sind aber auch deutlich teurer als einfachere Fitnessbänder.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Androidpiloten unter CC BY-ND 4.0.



Image „London Marathon“ (adapted) by Malcolm Murdoch (CC BY-SA 2.0)

Images by Lars Rehm, Jonas Haller, Fitbit, TomTom


Lars Rehm

Lars Rehm ist freiberuflicher Journalist und schreibt für US-, britische und deutsche Medien über Fotografie, Kameras und Technologie im Allgemeinen. Seit 2007 hat er für Dpreview.com unzählige Digitalkameras, Objektive und Zubehör getestet aber nimmt heutzutage einen großen Teil seiner Bilder auch mit dem Smartphone auf. Er ist fasziniert von der hohen Innovationsrate im Mobilsektor und den kreativen Möglichkeiten, die durch Konnektivität und mobile Rechenpower geboten werden.

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