DreamMe-Projektor fürs iPhone im Test: Schäfchenzählen 2.0

 

Ich liebe außergewöhnliche Gadgets über alles. Als ich den kleinen DreamMe-Projektor entdeckt habe, war ich direkt Feuer und Flamme: Mit ihm soll ich mein iPhone in einen Projektionswecker verwandeln können, der mir die Uhrzeit und einige weitere Infos an die Schlafzimmerdecke strahlt. Das Beste: DreamMe lässt sogar virtuelle Schäfchen oder Einhörner über meine Decke laufen, damit ich besser einschlafen kann. Ich habe den DreamMe-Projektor einige Nächte lang für euch getestet.

Der DreamMe-Projektor ist streng genommen gar kein elektronisches Gadget. Erst im Kombination mit einem iPhone oder Android-Telefon wird die kleine Linse zum Leben erweckt und garantiert dank Projektion von Schäfchen einen zügigen Weg ins Traumland. Der DreamMe-Projektor kommt in einer quadratischen Box daher. Der Hersteller, das Startup-Unternehmen BlueTrigger aus Duisburg, liefert eine Aufbewahrungstasche, ein kleines Mikrofaser-Tuch und eine Kurzanleitung mit.

Der Projektor selbst besteht aus drei Teilen: Dem Hauptstück samt dicker aspherischer Konvex-Leichtlinse, einem farbigen Ring in der Mitte und dem Unterteil, das auf das iPhone gestellt wird. Alle drei Komponenten werden in einfachen Schritten zusammengebaut, indem der obere und untere Teil auf den Ring gedreht werden. Dieser spielt während der Justierung des DreamMe-Projektors noch eine wichtige Rolle. Die verbaute Leichtlinse wurde laut Hersteller von einem deutschen Optik-Unternehmen entwickelt.

DreamMe-Projektor im Test
Image by Julia Froolyks

Diese Funktionen bietet der DreamMe-Projektor

Der Projektor ist sehr leicht. Ober- und Unterseite sind aus flexiblem Kunststoff gefertigt. Der farbige Ring ist dank Hartplastik deutlich fester. Das Herzstück, die Linse des DreamMe, besteht ebenfalls aus Kunststoff. Bevor ich an meine Schlafzimmerdecke die Uhrzeit, Schäfchen und die aktuelle Wetter-Situation an meinem Standort anzeigen lassen kann, muss ich mir im App Store zunächst die kostenlose DreamMe-App herunterladen. Die App ist rund 30 MB groß und ist kompatibel ab iOS 9.3. Ihr könnt euch die App aufs iPad, das iPhone oder den iPod Touch ziehen. An sich ist die App kostenlos nutzbar. Hersteller BlueTrigger bietet aber auch eine Pro-Version an, die einige weitere Features beinhaltet. Die Basis-Version kommt mit folgenden Funktionen in euer Schlafzimmer:

  • Zeitanzeige
  • Wetter-Informationen zum aktuellen Standort
  • Schäfchen oder Einhörner zählen

Ihr habt innerhalb der einzelnen Funktionen zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten. So lässt sich die Zeit als 12- oder 24-Stunden-Anzeige projizieren. Zudem könnt ihr das Datum einblenden lassen und euch hier für die europäische oder amerikanische Schreibweise entscheiden. Die Anzeige von Sekunden ist standardmäßig abgeschaltet. Auch das könnt ihr innerhalb der App ändern. Um über den DreamMe-Projektor die Temperatur eures Ortes anzeigen zu lassen, müsst ihr der App nach der Installation außerdem den Zugriff auf euren Standort erlauben.

DreamMe-Projektor im Test
Image by Julia Froolyks

DreamMe-Projektor bringt euch Einhörer ins Schlafzimmer

Ein besonders gelungenes Feature, und zeitgleich wohl auch das Highlight des DreamMe-Projektors, ist das sogenannte Schäfchenzählen. Alternativ könnt ihr innerhalb der zugehörigen Einstellungen außerdem zu Einhörnern wechseln. Damit ihr kurz vorm Einschlafen nicht den Faden verliert, lässt sich auch ein Zähler einstellen, der den Tier-Animationen die korrekte Nummerierung mit auf den Weg gibt.

DreamMe-Projektor im Test
Image by Julia Froolyks

Zu den weiteren Konfigurationsmöglichkeiten gehören außerdem das Einstellen der Helligkeit der Projektion, die Anzeigedauer von drei bis 30 Sekunden, sowie größerer Text. Einen Start- und Endzeitpunkt der Projektion könnt ihr außerdem in Form von Uhrzeiten festlegen. Mich hat besonders interessiert, ob sich die App auch durch den im iPhone befindlichen Timer stoppen lässt. Hier könnt ihr nämlich anstatt eines Alarms die Wiedergabe stoppen lassen. Das funktioniert mit der DreamMe-App hervorragend. Nachdem der Timer abgelaufen ist, schließt das iPhone die App von selbst und schaltet dann das Display ab.

Damit der DreamMe-Projektor eure Schäfchen korrekt an die Decke projiziert, muss zudem in den Einstellungen der Button „Text spiegeln“ aktiviert sein – Konvex-Linsen spiegeln ein Bild bekanntermaßen. Sind alle Vorkehrungen für die erste Nacht mit dem DreamMe-Projektor getroffen, und hat der letzte Sonnenstrahl das Schlafzimmer verlassen, kann es mit dem Projektor auch schon losgehen. Für optimale Erlebnisse muss es wirklich stock-finster sein, da die App eine ausgewogene Mischung aus grau-schwarzem Bild und Animation liefert. Das ist besonders praktisch, damit ein grell-leuchtendes iPhone euch nicht beim Einschlafen stört oder euch nachts weckt, wenn ihr den DreamMe als Zeit- und Wetter-Projektor durchgehend nutzt.

DreamMe-Projektor im Test
Image by Julia Froolyks

Projektion mit Charme

Um in der App die Anzeige in Dauerschleife laufen zu lassen, müsst ihr auf dem Startbildschirm der App einmal auf das Display tippen. Sofort erscheint eure persönliche Konfiguration auf dem iPhone. Verwirrend ist allerdings, dass sich die Anzeigen im eingestellten Sekundentakt abwechseln. Mal wandern zwei Schäfchen über das Display, dann kommt die Uhrzeit und dann das Wetter. Ich habe mich dazu entschieden, alle Funktionen auszuschalten und stattdessen nur Schäfchen über das Display hüpfen zu lassen.

Der DreamMe-Projektor wird auf das iPhone-Display gesetzt und bestrahlt die Decke mit den Animationen. Nun kommt der farbige Ring in der Mitte des Gadgets ins Spiel: Ihr müsst die Linse am Ring so drehen, dass ihr ein scharfes Bild auf die Decke projiziert. Mit ein bisschen Hin- und Herdrehen ist das Bild zügig korrekt eingestellt. Zu den Seitenrändern hin ist die Projektion aber stets etwas unscharf, was der natürlichen Beschaffenheit von Konvex-Linsen geschuldet ist: Da sie sich wölben, kann das Bild nur genau in der Mitte der Linse richtig scharf sein. Zum Erkennen der Schäfchen samt Nummerierung reicht es aber.

Energie-Management noch unausgereift

Beim Schäfchen- oder Einhörerzählen lohnt sich wie gesagt das Einstellen des Sleep-Timers entweder innerhalb der App oder über den im iPhone integrierten Timer, denn die DreamMe-App saugt merklich am iPhone-Akku: Nach 15 Minuten dauerhaftem Schäfchenzählen hat dieser genau fünf Prozentpunkte verloren. Wenn ihr das DreamMe-Gadget als Nachtuhr für Uhrzeit und/oder Temperatur verwenden wollt, müsst ihr unbedingt ein Ladekabel an euer iPhone anschließen. Ich kann euch allerdings nur davon abraten, das Smartphone generell über Nacht an den Strom zu hängen, da Lithium-Ionen-Akkus merklich an Lebensdauer verlieren, wenn sie durch Dauerladen zu sehr strapaziert werden. Es ist also wünschenswert, dass  BlueTrigger weiter an einer energieschonenederen App arbeitet.

DreamMe-Projektor im Test
DreamMe projiziert klar lesbar an die Decke, solange diese hell gestrichen ist. / Image by Julia Froolyks

Übrigens muss eure Schlafzimmerdecke in hellen Tönen gestrichen sein. Mein Schlafzimmer habe ich mit grau-schwarzer Farbe an der Decke in eine gemütliche Dunkelkammer verwandelt – für den Test des DreamMe-Projektors musste ich die Nächte auf der Couch im Wohnzimmer verbringen. Das kann, je nach Beziehungsstatus, schon mal für Verwirrungen sorgen. Auf dunkler Wand erkennt man nichts von den DreamMe-Projektionen.

Das bietet die Pro-Variante der DreamMe-App

Wie bereits erwähnt, könnt ihr euch für rund einen Euro die Pro-Variante der DreamMe-App im App Store kaufen. Dafür bekommt ihr drei weitere Features:

  • Fünf neueste, ungelesene E-Mails anzeigen
  • Neuester Twitter-Tweet anzeigen
  • Eigenen Text einblenden

Die beiden ersten Features richten sich wohl eindeutig an Workaholics und sogenannte Smombies. Ehrlich gesagt brauche ich vor dem Einschlafen oder beim Aufwachen nicht als erstes neue Mails oder Inhalte aus sozialen Netzwerken vor meinen Augen. Die Idee ist dabei aber ganz nett und dürfte dem ein oder anderen wohl gefallen. Warum ich mir einen vorgefertigten Text einblenden soll, war mir nicht ganz klar, bis ich während des Tests des DreamMe-Projektors ein wenig im Bereich der Meditation ausprobiert habe: Suggestionen oder Affirmationen lassen sich wunderbar in der App einspeichern und stundenlang auf der Schlafzimmerdecke abspielen. Auch Mathe-Formeln oder sonstiger Lernstoff für die Uni kann vor dem Schlafengehen an die Decke projiziert werden. Zugegeben: Das will niemand, kann gewissen Lernerfolg in allen Belangen aber positiv beeinflussen. Die Zeichenzahl bei den personalisierten Texten ist laut Hersteller nicht begrenzt.

DreamMe-App-Update „Orbit“ soll im Dezember erscheinen

Ihr müsst selbst entscheiden, ob sich das Ein-Euro-Upgrade auf die Pro-Variante für euch lohnt. Immerhin kostet der DreamMe-Projektor selbst bereits zwischen 20 und 25 Euro. Auf die Idee, den DreamMe-Projektor als Meditations- und Entspannungshilfe zu nutzen, ist übrigens auch Hersteller BlueTrigger bereits gekommen: Momentan findet via Kickstarter eine Kampagne statt, die die direkte App-Erweiterung des DreamMe finanzieren soll. Das Funding-Ziel von 5.000 Euro ist bereits erreicht – im Dezember sollen Käufer des DreamMe-Projektors mit dem Update der App auf DreamMe Orbit folgende neue Features erhalten:

  • Meditationsübungen zur Entspannung
  • Rotierende Planeten, die an die Decke projiziert werden

DreamMe Orbit soll dabei eine Atemübung anbieten, die sich 4-7-8-Atemübung nennt und vor allem Yoga-Affinen ein Begriff sein dürfte. Beim Betrachten der neuen Planeten-Funktion soll aus dem iPhone außerdem entspannender Sound den Raum erfüllen. Ich bin schon sehr gespannt, wie BlueTrigger die neuen Funktionen umgesetzt hat.

DreamMe-Projektor im Test
Image by Julia Froolyks

Mein Fazit: Cooles Gadget mit Charakter

Der DreamMe-Projektor ist, wie jedes Gadget, zunächst mal eine wahre Spielerei, an der sich sicherlich die Geister scheiden. Wirklich nützlich ist das Pro-Feature, mit dem sich personalisierter Text einblenden lässt, sodass man kurz vorm Einschlafen eigene Meditationshilfen oder Lernstoff an die Decke strahlen kann. Das Schäfchen-, beziehungsweise Einhornzählen dürfte vor allem Kindern eine große Freude bereiten. Das Nutzen der Uhrzeit- und Wetter-Funktion halte ich aufgrund der starken Akku-Belastung für wenig sinnvoll. Hier muss der Hersteller noch an einem ausgewogenen Energie-Management arbeiten. Alles in allem ist der DreamMe-Projektor für knapp 25 Euro empfehlenswert. Ich blicke hier vor allem auf das Dezember-Update, das noch mehr Funktionen aufs iPhone und ins Schlafzimmer bringen soll.


Images by Julia Froolyks


Julia Froolyks

Technikjournalistin und leidenschaftlicher Fan von Marktneuheiten. Hat vieles ausprobiert, ist aber am Ende immer wieder bei Apple-Produkten gelandet - damit können Medienschaffende einfach am besten arbeiten. Neben Mobilfunk und Smartphones hegt sie eine innige Beziehungen zu Datenschutz und Cyber Security.

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