DxO One: Facebook-Videos mit drei Kameras live streamen

Echte Foto- und Video-Fans brauchen keinen Zoom, stattdessen sind Bildqualität und smarte Funktionen wichtiger. So sieht das zumindest Fototechnik-Spezialist DxO. Er erweitert seine iPhone-Aufsteckkamera DxO One in einer großen Update-Runde um neue Video-Funktionen für Facebook-Livestreaming und Zeitraffer-Clips.

Den Trend zu mehreren Brennweiten und mehr Zoom in der smarten Fotografie will der Hersteller vorerst nicht mitgehen. Abgesehen von neuem Zubehör bleibt die derzeit leistungsstärkste „Connected Camera“ (zu meinem Test) auch im dritten Jahr nach dem Produktlaunch hardware-mäßig unangetastet. Der Hersteller setzt weiterhin auf eine Kombination aus DSLR-tauglichem 1-Zoll-Sensor mit 20 Megapixeln und einem 32-Millimeter Festbrennweite mit lichtstarker Offenblende (F/1.8).

Mit dieser Kombination betrachtet der Hersteller die Bildqualität der DxO One trotz aller Fortschritte weiterhin allen Smartphone-Kameras überlegen. „Sicher haben sich die Smartphones im Hinblick auf die Bildqualität enorm weiterentwickelt, sie liegen jedoch immer noch weit hinter einer echten Foto- oder Videokamera wie der DxO One“, erklärt Jérôme Ménière, CEO und Gründer von DxO. Während Apple, Samsung oder LG ihre Smartphones mit Dual-Kameras aufrüsten, will DxO anspruchsvolle Anwender mit Funktionen zum Beispiel für hochwertige Videoproduktionen begeistern.

Miniatur-Filmstudio für Facebook

So können Anwender der DxO One nach einem Update der iOS-App auf Version 3.0 ab sofort Videos aus drei verschiedenen Kameraperspektiven gleichzeitig aufnehmen und live zu Facebook streamen. In dem neuen Modus zeichnen sowohl die DxO One als auch die Front- und Rückkamera des iPhone Bilder auf. In einer Art Mini-Regie können Benutzer zwischen die drei Ansichten als Vorschau betrachten und im richtigen Moment einblenden. Genau wie ein Regisseur kann der Benutzer mit einer Fingerbewegung von einer Kamera zur anderen wechseln.

Ebenfalls neu ist ein Zeitraffer-Modus, der sich dank einer „Ramping“-Funktion durch eine homogene, flackerfreie Belichtung hervortun soll. Für größtmögliche Qualitätsreserven in der Nachbearbeitung werden die Einzelfotos für das Zeitraffer-Video im Raw-Format DNG aufgenommen. Dabei können fortgeschrittene Nutzer das Video nachträglich auch in 4K hochskalieren. Nativ nimmt die DxO One Videos aber nur in maximal Full-HD (1.080p) auf.

Android-Variante für DxO One kommt bald

Den Produktlebenszyklus der DxO One durch stetige Funktionsupdates zu verlängern, gehört zum Konzept hinter der DxO One. Neuerungen realisierte der Hersteller bisher ausschließlich über die Software. Und anstatt die Kamera an sich zu verändern, erweitert er die Hardware-Fähigkeiten durch Zubehör. Beispielsweise hat DxO einen Akku-Pack für 60 Euro angekündigt. Er soll die Laufzeit verdoppeln. Die Energieversorgung ist für Anwender vor allem bei kontinuierlichem Autofokus ein Thema.

Für die größte Hardware-Neuerung seit dem Start steht die Ankündigung, nun auch eine Android-Variante anzubieten. Sie wird nahezu identisch mit der iPhone-Variante sein. Statt eines Lightning-Steckers ist sie jedoch mit einem USB-C-Stecker versehen. Dadurch lässt sich sie mit aktuellen Android-Smartphones und -Tablets verknüpfen. Sie soll in den „kommenden Wochen“ erscheinen. Ein Early-Access-Programm für die Android-Variante ist jetzt gestartet.


Images by DxO Labs


Berti Kolbow-Lehradt

Berti ist ein pragmatischer Tech-Nerd, der gern Dinge testet, die das Leben komfortabler gestalten und vor allem Spaß bereiten. Er liebt smarte Unterhaltungstechnik sowie digitale Fotografie – und gibt gern Ratschläge dazu. Daher auch der Spitzname „RatgeBerti“. Wäre er nicht Technik-Journalist geworden, dann in einem anderen Leben vielleicht Superheld mit Technik-Overkill (Batman?) oder menschlicher Side-Kick bei den Transformers.

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