Apple Home: Hersteller heizen auf der IFA 2017 für HomeKit-Herbst vor

Apple hält sich zwar traditionell von der Internationalen Funkausstellung fern. Dennoch ist der Tech-Konzern in vielen Hallen der IFA 2017 präsent, nämlich mit seiner Smart-Home-Plattform HomeKit. Der Trend zu immer mehr kompatiblem Zubehör setzt sich auch auf der IFA fort. Mehrere Hersteller präsentieren neue Geräte und Funktionen für Apple HomeKit, die sich automatisch, per Siri oder über die App Apple Home steuern lassen. Dabei greifen sie zum Teil bereits der Veröffentlichung von iOS 11 vor, die nächste Woche ansteht.

Elgato heizt, schließt, bewässert und schützt

Den größten Aufschlag legt Elgato hin. Gleich vier neue Geräte für seine „Eve“-Serie stellt der HomeKit-Vorreiter in Berlin vor. Dazu kommt ein Upgrade für das Heizkörperthermostat Eve Thermo. In der zweiten Generation bietet es ein Touch-Display.

Neu im Sortiment ist der vernetzte Rauchmelder Eve Smoke. Bei Gefahr kann er via HomeKit-Szenen zum Beispiel das Licht anschalten und alle Fluchtwege erleuchten. Der Sensor Eve Window Guard meldet Erschütterungen an einem Fenster und registriert, ob es offen, geschlossen oder gekippt ist. Der Zustand lässt sich einfach per Siri erfragen.

Elgato Eve Window Guard
Elgato Eve Window Guard. Image by Timo Brauer

Die Bewässerungssteuerung Eve Aqua gießt Gartenpflanzen zeitgesteuert und protokolliert ihren Zustand. Dank HomeKit können Gartenbesitzer die Blumen auch aus der Ferne gießen oder kontrollieren, anders als etwa bei der Lösung Parrot Pot.

Das Bluetooth-Schloss Eve Lock verriegelt automatisch die Tür. Funk-Signale nimmt es nur von der als sicher geltenden HomeKit-Plattform entgegen und Siri-Befehle nur, wenn das iOS-Device entsperrt ist, erklärt mir Lars Felber von Elgato. Dadurch sei der Cyberschutz sehr hoch.

Die zweite Version von Eve Thermo erscheint ab Ende September zum Preis von rund 70 Euro. Die vier anderen Neuheiten erscheinen erst in den nächsten Monaten. Ihre Preise sind noch nicht bekannt. Besitzer existierender Eve-Geräte können sich in Kürze ebenfalls über Verbesserungen freuen. Mit dem bald verfügbaren iOS 11 sollen sich die HomeKit-Schaltzeiten deutlich verkürzen. Statt in drei bis Sekunden soll der Bewegungssensor Eve Motion verknüpfte Glühbirnen praktisch sofort aktivieren.

Netatmo heizt, öffnet und schließt Fenster

Temperatur, CO2-Gehalt, Luftfeuchtigkeit und Lärmpegel können Besitzer des Netatmo Healthy Home Coach jetzt inzwischen via HomeKit checken. Die Temperierung im Apple Home will der Hersteller künftig auch erleichtern. Ab sofort ist ein smartes Heizkörperthermostat erhältlich, das sich in HomeKit einbinden lässt. Ein Starterset mit zwei Einheiten und einem Verbindungsmodul kostet rund 200 Euro. Jedes weitere Heizkörperthermostat gibt es für 80 Euro.

Apple Home Netatmo
Netatmo Heizkörperthermostat. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Vernetzte Überwachungskameras sind bei der IFA 2017 ein großer Trend. Bisher war die D-Link Omna 180 die einzige HomeKit-fähige Überwachungskamera. Per automatischem Firmware-Update macht Netatmo seine existierenden Modelle Presence und Welcome nun auch kompatibel zu Apples Smart-Home-Plattform. Die neue Software für Presence kommt im Spätherbst, die für Welcome Ende 2017.

Dadurch können Apple-Nutzer mit Sprachbefehlen wie „Hey Siri, zeige mir den Eingangsbereich!“ die Live-Ansicht der Kamera auf ihrem iOS-Gerät aufschalten. Auch Szenen sind dann möglich. So kann die Außenkamera Presence beispielsweise die Tür entriegeln, das Licht und die Heizung anschalten. Alternativ wählen Nutzer die Szenarien per Fingerspitze in der Apple Home-App oder im Kontrollzentrum aus.

Netatmo Veluxe Active Apple Home
Mit „Veluxe Active“-Fenstern und einer Netatmo-Bridge sollen Apple-Nutzer Fenster automatisch öffnen und schließen können. Image by Mika Baumeister

Über eine Zusammenarbeit mit Velux könnte Netatmo schon bald dabei helfen, mit Motoren ausgestattete Fenster automatisch zu öffnen und zu schließen. Die Lösungen sollen ab Januar 2018 zu noch unbekannten Preisen erscheinen. Auf der IFA 2017 ist derweil nur ein Prototyp zu sehen. Die „Velux Active“ genannten Modelle arbeiten mit einer Cloud-Lösung zusammen und sind HomeKit-kompatibel. Aufgrund von Sensoren sollen sich die Fenster abhängig von Temperatur und dem CO2-Gehalt der Luft selbsttätig öffnen und schließen können. Alternativ können Nutzer dies mit einem Siri-Befehl auch aktiv tun.

Sensoren von Philips Hue verstehen sich bald auch mit Apple Home

HomeKit-fähige Glühbirnen und Lampen von Philips Hue gibt es ja inzwischen in vielen Varianten. Jetzt macht Philips außerdem die Schalter und Sensoren des Hue-Sortiments kompatibel mit HomeKit. Noch im September soll dafür ein Update für die WLAN-Bridge erscheinen. Die neue Software ermöglicht dann dem Schaltern Hue Tap und Hue Dimmer sowie dem Hue-Bewegungsmelder, direkt mit Apples Smart-Home-Plattform zu interagieren und andere HomeKit-Komponenten mitzusteuern. Dann genügt beispielsweise abends ein Druck auf den Hue Tap, um das Licht auszuschalten und die Gute Nacht-Szene in der App Apple Home zu aktivieren und damit gleichzeitig die Raumtemperatur abzusenken.


Images by Anne Jerratsch, Berti Kolbow-Lehradt, Mika Baumeister, Timo Brauer


Berti Kolbow-Lehradt

Berti ist ein pragmatischer Tech-Nerd, der gern Dinge testet, die das Leben komfortabler gestalten und vor allem Spaß bereiten. Er liebt smarte Unterhaltungstechnik sowie digitale Fotografie – und gibt gern Ratschläge dazu. Daher auch der Spitzname „RatgeBerti“. Wäre er nicht Technik-Journalist geworden, dann in einem anderen Leben vielleicht Superheld mit Technik-Overkill (Batman?) oder menschlicher Side-Kick bei den Transformers.

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