iClever IC-BK06: Alternative zum Smart Keyboard fürs iPad Pro im Test

Bluetooth-Tastaturen erfreuen sich dank portablen Computern in Form von High-Tech-Tablets immer größerer Beliebtheit. Für die verschiedenen Modelle des iPad Pro hat Apple eigene Tastaturen namens Smart Keyboard herausgebracht. Allerdings ist das Original-Zubehör von Apple bekanntlich sehr teuer. Daher habe ich mir eine günstige Alternative von der Marke iClever angesehen. Mein Test der iClever IC-BK06 zeigt: Sie kann mit dem teuren Vorbild locker mithalten.

Faltbare Tastatur mit Samt-Oberfläche

Die faltbare Bluetooth-Tastatur iClever IC-BK06 von iClever kommt in einer kompakten weißen Verpackung. In dieser befinden sich neben der gefalteten Tastatur ein Micro-USB-Ladekabel sowie eine für chinesische Verhältnisse recht gut verständliche deutsche Bedienungsanleitung.

Bei der ersten Berührung fällt sofort auf, dass die iClever Bluetooth-Tastatur mit einem Samt-ähnlichen Material überzogen ist, ähnlich wie die iPad-Pro-Tastatur von Apple. Der große Unterschied liegt hier allerdings in den Tasten: Während die originale iPad-Pro-Tastatur auch auf den Tasten samtig ausgestattet ist, setzt der Hersteller der iClever-Tastatur, 30 Inc., auf gewöhnliche Plastik-Tasten, die sich einwandfrei drücken lassen.

iClever IC-BK06
Image by Julia Froolyks

Im eingeklappten Zustand ist die iClever IC-BK06 158 x 102 x 13 Millimeter groß und lässt sich dadurch perfekt in einer kleineren Tasche verstauen. Ausgefaltet misst die Tastatur 328 x 102 x 6 Millimeter und ist im direkten Vergleich zum iPad sogar dünner als das Gerät selbst.

Funktioniert mit iOS, Android und Windows

Für meinen Test habe ich die iClever IC-BK06 mit einem iPad Pro 9,7 Zoll verbunden und einfach mal drauf los getippt. Das Koppeln des iPads und der Tastatur hat beim ersten Anlauf sehr gut geklappt.

Um ein Tablet, ein Smartphone oder einen Computer mit der iClever-Tastatur zu koppeln, muss Bluetooth einmalig eingeschaltet werden. Das funktioniert selbsterklärend über die blau-gekennzeichnete Fn-Taste und dem dazugehörigen Bluetooth-Symbol, welches sich auf der T-Taste befindet. Bei Durchführung dieser Tastenkombination wird die iClever-Tastatur solange Blau blinken, bis auf dem gewünschten Endgerät der Kopplungsvorgang durchgeführt wurde.

Das Koppeln könnt ihr ohne spezifische Einstellungsmöglichkeit vonehmen. Um jedoch die einzelnen Funktionen der Betriebssysteme zu nutzen, könnt ihr per Fn + Q/W/E auf Android, Windows oder iOS schalten. So erhalten die einzelnen F1 bis F12-Tasten auf der iClever-Tastatur ihre für den Anwender gewohnten Funktionen. Sehr praktisch, da viele Anwender heutzutage mit so vielen unterschiedlichen Geräten hantieren, dass die Umgewöhnung an die jeweiligen Tastatur-Funktionen eher mühselig ist.

Nach erfolgreicher Kopplung mit dem gewünschten Gerät lässt sich die Bluetooth-Tastatur auch schon nutzen. Das iPad hat in meinem Test direkt auf die Tastatur reagiert und die virtuelle Tastatur auf dem Bildschirm ausgeblendet.

iClever IC-BK06
Image by Julia Froolyks

Den ersten Tipp-Test habe ich in der OneNote-App von Microsoft vorgenommen. Das wichtigste Kriterium bei Tastaturen war der Widerstand der einzelnen Tasten beim Tippen. Es darf nichts haken, und nach Möglichkeit sollte der Druckpunkt bei allen Tasten gleich und komfortabel ausfallen.

Überraschenderweise liefert die iClever-Tastatur eine sehr saubere und bequeme Performance beim Tippen ab. Hier hängt keine Taste, egal wie schnell und energisch in die Tasten gehauen wird. Kein Buchstabe wird beim Schreiben ausgelassen – einzig das iPad hat mir Probleme bereitet, da die Auto-Korrektur ziemlich viele Wörter verschlimmbessert hat. Das liegt aber einzig an den Einstellungen im iPad selbst. Die automatische Korrektur lässt sich jederzeit abschalten.

Tasten-Anordnung überfordert meine Synapsen

Während des Schreibens wird sehr schnell deutlich, dass die Koordination der Finger auf Tastaturen eher auf zusammenhängende Hardware konzipiert ist. So befindet sich auf der iClever-Tastatur in der Mitte unten eine rund sieben Zentimeter große Lücke zwischen der gespaltenen Leertaste. Und am oberen Ende liegen die Tasten immerhin noch fünf Zentimeter auseinander.

Beim Schreiben ist das zu Beginn ein riesiges Problem, da man doch seine Finger-Routine beim Tippen hat. Mit der gespaltenen Tastatur sorgen manche Synapsen im Gehirn dafür, dass plötzlich sehr kompliziert umgegriffen wird, so zum Beispiel beim Anpeilen der B-Taste, die normalerweise mit der rechten Hand getippt wird. Auf der iClever-Tastatur ist dieser Buchstabe allerdings der letzte auf der linken unteren Seite und sollte deshalb mit der linken Hand gedrückt werden.

Das Positive: Nach etwa vier Tagen mit der iClever-Bluetooth-Tastatur hatten sich die Finger an die riesige Lücke gewöhnt. Es ist eben doch alles nur Gewöhnungssache.

iClever-Tastatur schafft 30 Tage ohne Aufladung

Die iClever IC-BK06 kann laut Hersteller 30 Tage ohne erneute Aufladung des Akkus mit dem gespeicherten Strom des 110 mAh kleinen Lithium-Ionen-Akkus auskommen. Das klingt, vor allem aufgrund der geringen Akku-Kapazität, unglaublich. Tatsächlich musste ich die Bluetooth-Tastatur während meines 14-tägigen Tests nicht einmal aufladen.

Mit der Tastenkombination Fn+R (blaues Batterie-Symbol) lässt sich jederzeit der Ladestand der Tastatur feststellen – dieser zeigte nach zwei Wochen immer noch etwa 85 Prozent an.

iClever IC-BK06
Image by Julia Froolyks

Dazu sei gesagt, dass ich die Tastatur lediglich an fünf Arbeitstagen durchgängig für acht Stunden getestet habe, ansonsten immer mal wieder beim Surfen oder Beantworten von E-Mails und Nachrichten auf dem iPad. Die Tastatur meldet sich via rotem Lichtsignal rechtzeitig, wenn der Akku sich in den letzten Zügen der Energieversorgung befindet.

Das Aufladen via Micro-USB-Kabel soll laut Herstellerangaben rund zwei Stunden dauern. Das ist für einen 110 mAh-Akku ganz schön lang. Aber immerhin hält der aufgeladene Akku der iClever-Tastatur ja gefühlt auch ewig.

Test-Fazit: iClever IC-BK06

Die faltbare iClever-Bluetooth-Tastatur hat in den Punkten Anwendung, Preis und Akku-Leistung meine vollen fünf Sterne verdient. Ich hatte die originale iPad-Tastatur von Apple, das Smart Keyboard, im direkten Vergleich, und kann nur den Kopf schütteln. Denn die iClever-Tastatur ist viel günstiger aber in der Kernkompetenz genauso gut. Sie ist wesentlich angenehmer zu tippen, vor allem aufgrund ihrer freigestellten Tasten.

Zwar kann das iPad Pro – anders als beim Smart Keyboard – nicht in die Tastatur gestellt werden. Dafür bleibt die iClever-Tastatur auch während der Benutzung sehr flexibel und kann bis zu 10 Meter entfernt noch steuern.

Einzig negativ aufgefallen ist die staub-anfällige Samt-Oberfläche der Tastatur im zugeklappten Zustand. Da ich die Tastatur problemlos in meiner iPad-Tasche transportieren konnten, blieben die schlimmsten Flecken allerdings aus.


Images by Julia Froolyks


Julia Froolyks

Technikjournalistin und leidenschaftlicher Fan von Marktneuheiten. Hat vieles ausprobiert, ist aber am Ende immer wieder bei Apple-Produkten gelandet. Neben neuen Gadgets testet sie gerne Smartwatches und Kopfhörer.

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