IFA 2016: Bluetooth-Reisekopfhörer Sennheiser PXC 550 im Hands-on

Gerade erst vorgestellt, jetzt schon bei den Applepiloten im Test: Mit dem PXC 550 Wireless präsentierte Sennheiser bei dein Innovations Media Briefings in Berlin einen neuen hochwertigen Bluetooth-Reisekopfhörer, der mit allerlei smarter Technik geradezu vollgestopft ist. Am Sennheiser-Messestand bei den IMB, dem Warm-up zur IFA 2016, habe ich mir den Kopfhörer Sennheiser PXC 550 und die Begleit-App fürs iPhone in einem Kurztest angeschaut – und natürlich auch genau hingehört.

Jede Menge Klasse-Technik

Der Sennheiser PXC 550 Wireless ist ein ohrumschließender Kopfhörer mit Faltbügeln und Kunststoff-Gehäuse. Bügel und Ohrpolster tragen sich auch nach 45 Minuten während meines Kurztests noch sehr angenehm. Der Anpressdruck ist ausreichend hoch und sorgt für einen straffen Sitz. Zum Transport lassen sich die Bügel sehr kompakt zusammenklappen.

Sennheiser PXC 550 Wireless

Der PXC 550 Wireless wirkt nicht so edel wie das belederte und gestählte Flaggschiff-Modell Momentum Wireless, wiegt aber mit 227 Gramm fast genauso viel und ist mit 399 Euro Listenpreis auch nur wenig günstiger. Beides dürfte daran liegen, dass der PXC 550 ein Technik-Schwergewicht ist, das ganz vorne mitspielt. Da wäre zum Beispiel der fest integrierte Akku, der groß genug ist, um imposante 30 Stunden Laufzeit zu ermöglichen. Zudem sorgen drei Mikrofone dafür, dass Außengeräusche gemessen und wirkungsvoll durch Gegenschall ausgeblendet werden. Diese aktive Geräuschunterdrückung, die Sennheiser Noise Guard nennt, funktioniert in der lärmgeschwängerten Messeumgebung ausgezeichnet.

Endlich setzt Sennheiser auch auf ein Touch-Panel statt physischer Tasten an der rechten Ohrschale. Mit einem Fingerdruck starte oder pausiere ich einen Track, mit einem Wisch nach vorne und hinten wähle ich den nächsten oder vorherigen Titel aus. Ein Wisch nach oben oder unten ändert die Lautstärke. Das geht sehr intuitiv von der Hand und die Touch-Fläche reagiert auch schön präzise. Allerdings nervt mich der leicht nach oben überstehende Zierrand der Ohrschale, an den meine Finger immer wieder stoßen. Beim Parrot Zik 3 oder beim Samsung Level Over kann ich über die Fläche hinauswischen, was einer natürlicheren Bewegung entspricht.

Ein weiteres Technik-Highlight: Nehme ich die Kopfhörer ab und drehe die Ohrmuscheln um 90 Grad, erkennen Sensoren dies und schalten den PXC 550 in einen Standby-Modus. Das ist praktisch und funktioniert beim Test-Gerät wiederholt tadellos.

Klang: Der Reisekopfhörer spielt in der ersten Klasse

Das ganze Technik-Tamtam wäre natürlich nur ein schwacher Trost, wenn der Sennheiser PXC 550 nicht gut klänge. Hier gibt er sich keine Blöße und spielt so erstklassig auf, wie man es von einem Hochpreis-Produkt erwarten sollte: Knackige Bässe, verständliche Mitten, feine Höhen. Dabei klingt er recht kompakt, die Bühne könnte gern etwas breiter sein. Aber dieser Wunsch berührt schon den Bereich der Geschmacksfragen. Erfreulich: Egal, ob ich die Geräuschunterdrückung an- oder ausschalte – der Klang bleibt unverändert exzellent. Das habe ich bei dem älteren Bluetooth-Modell MM 550-X Travel von Sennheiser deutlich schlechter erlebt. Schön, dass der Hersteller sich hier weiterentwickelt hat.

Sound-Tweaking mit der App CapTune

In Sachen Klang versteift sich Sennheiser beim PXC 550 aber nicht nur auf seine eigenen Vorgaben, sondern ermöglicht dem Hörer mittels der App „CapTune“ jede Menge Fine-Tuning in Eigenregie. Es gibt sie gratis für iOS und Android. Am Messestand habe ich sie auf einem iPhone 6s ausprobiert.

Neben bekannten Genre-Presets, können Anwender den Klang in CapTune mittels vier weiterer Effekt-Modi den eigenen Vorlieben anpassen. Sie heißen Club, Sprache, Film und Regisseur. Diese lassen sich wiederum anhand je vier Parameter individualisieren. Und oben drauf gibt es natürlich noch den obligatorischen Equalizer, der Zugriff auf die verschiedenen Frequenzbänder erlaubt. Wer sich hiervon erschlagen fühlt, aber trotzdem den Sound tweaken möchte, lässt sich in einem geführten Prozess in mehreren Schritten A/B-Tests vorspielen und entscheidet sich dann für den eigenen Favoriten.Sennheiser PXC550 Wireless

Alle Einstellungen, die in CapTune erfolgen, sind auch in Audiostreaming-Apps und dem Musik-Player wirksam. In diesem Punkt arbeitet die junge Sennheiser-App aber noch etwas instabil. Zu Beginn meines Kurztests wurde das Klang-Tuning nicht in andere Apps durchgereicht. Nach dem Schließen und einem Neustart der App tat diese Funktion wieder ihren Dienst. CapTune ist insgesamt eine recht unübersichtliche App, die von der Usability her noch Luft nach oben lässt.

Test-Fazit Sennheiser PXC 550 Wireless

Die App ist nett, aber ohne ist der Neue auch Sahne. Mit dem PXC 550 Wireless hat Sennheiser ein feines und reichhaltiges Reisekopfhörer-Paket geschnürt. Der Klang ist dem Preis angemessen, die Geräuschunterdrückung ist auf Spitzenniveau. Dank Faltbügeln und ausdauerndem Akku ist der Sennheiser PXC 550 für unterwegs gut gerüstet. Die an sich gute Funktionalität des Touch-Panel wird durch das Ohrschalen-Design etwas geschmälert. Akkustik-Gourmets werden es sich sicher nicht nehmen lassen, den Sound mit der App CapTune zu optimieren. Aber braucht man das wirklich? Nö – der Klang des PXC 550 Wireless macht auch out-of-the-box Spaß.

Technik-Overkill und bodenständiger, guter Premium-Klang – diese Mischung gefällt mir. Der Sennheiser PXC 550 Wireless kostet laut Hersteller 399 Euro, ist online aber auch günstiger zu haben.

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Images by Berti Kolbow-Lehradt


Berti Kolbow-Lehradt

Berti ist ein pragmatischer Tech-Nerd, der gern Dinge testet, die das Leben komfortabler gestalten und vor allem Spaß bereiten. Er liebt smarte Unterhaltungstechnik sowie digitale Fotografie – und gibt gern Ratschläge dazu. Daher auch der Spitzname „RatgeBerti“. Wäre er nicht Technik-Journalist geworden, dann in einem anderen Leben vielleicht Superheld mit Technik-Overkill (Batman?) oder menschlicher Side-Kick bei den Transformers.

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