Dateimanager in iOS 11 ausprobiert: App bringt Mac-Funktionen auf das iPad

Das mobile Betriebssystem iOS wird erwachsen. Mit iOS 11 hievt Apple sein mobiles Betriebssystem auf ein neues Level und erweitert besonders die Funktionalität des Tablet-Branchenprimus iPad. Die wohl größte Neuerung neben dem App-Dock ist dabei der Dateimanager. Er bietet einen schnellen und unkomplizierten Zugriff sowohl auf lokale als auch in der Cloud gespeicherte Dateien. Ich verrate euch die wichtigsten Neufunktionen und wie ihr sie produktiv einsetzt.

Dateimanager ersetzt iCloud Drive

Wer sich das neue Apple-Betriebssystem iOS auf seinem iPad (Pro) installiert, dem wird nach dem Neustart direkt die neue App-Leiste inklusive Dateimanager auffallen. Apple ersetzt damit die bestehende iCloud-Anwendung und erweitert sie um eine multifunktionale Datei-App. Bereits beim Öffnen werden die Anleihen aus dem MacOS deutlich.

Auch Drittanbieter-Dienste lassen sich im Dateimanager einbinden. Screenshot by Jonas Haller

Auf der linken Seite befindet sich eine Leiste mit den verfügbaren Speicherorten. Dort kann der Nutzer nicht nur auf das Apple-Angebot iCloud Drive zurückgreifen, sondern auch auf Dritte. Dazu zählen neben Google Drive und Dropbox auch der Dienst des direkten Konkurrenten aus Redmond, Microsoft OneDrive. Zu guter Letzt lassen sich dort auch die lokal gespeicherten Daten abrufen. Dafür müssen Dateien auch erst einmal auf dem Festspeicher vorhanden sein. Wollt ihr also beispielsweise ein PDF-File aus dem Web lokal speichern, erscheint hier in den Dateioptionen der neue Punkt „In Dateien sichern“. Wählt ihr ihn aus, könnt ihr das PDF-File im Dateimanager ablegen.

Datenverwaltung (fast) wie am Mac

Während die Drittanbieter-Apps eher stiefmütterlich behandelt und Dateien in einem etwas inkonsistenten Overlay-Fenster angezeigt werden, ist die Auflistung der Online- sowie Lokaldaten aus dem Apple-Bereich richtig schick. Per „Drag and Drop“ kann der Nutzer etwa Dokumente, Tabellen oder Präsentationen von Ordner A nach Ordner B verschieben. Ein kurzer Fingertipp öffnet die Dateien. Die Optionenleiste wird über einen langen Fingertipp aufgerufen. Dann lassen sich die Daten etwa kopieren, umbenennen, teilen oder auch mit Tags versehen. Ein langer Fingertipp öffnet ähnlich des MacOS ein Kontextfenster, welches detaillierte Informationen zur Datei anzeigt.

Damit sind wir auch schon bei einem weiteren neuen Feature, den Tags. Sie eignen sich für jene Nutzer, die Dateien in unterschiedliche Ordner packen und anschließend katalogisieren möchten. Ein separater Reiter auf der linken Seite ermöglicht das Aufrufen der unterschiedlichen Kategorien. Acht verschiedene Farben markieren die unterschiedlichen Tags. Überdies können Nutzer Daten auch mehrmals markieren. Per Suchfeld im oberen Bereich ist ein schnelles Auffinden bestimmter Dateien möglich.

Über Tags können Daten zusätzlich katalogisiert werden. Screenshot by Jonas Haller

Fenstermodus ermöglicht schnelles Kopieren und Verschicken

Wie auch die anderen Apple-Anwendungen besitzt der Dateimanager einen Fenstermodus. Somit kann der Nutzer die App neben anderen ausführen. Ein einfaches Beispiel: Die eben geladene PDF-Datei soll schnell per Mail beim Kollegen landen. Per gleichzeitig geöffneter Mail-App wird das Dokument mittels Drag-and-Drop unkompliziert angehängt. Text verfassen und ab die Post. Kurzum: Schneller geht’s auch am Mac nicht. Das Ganze funktioniert nicht nur beim Versenden sondern auch beim Empfangen von Dateien. Eingetroffene Dokumente kann der Nutzer per Fingertipp auf dem Festspeicher ablegen. Fotos landen ohne Umwege in der Galerie.

Gemeinsam mit den anderen Neu-Features schnürt Apple mit iOS das wohl größte Upgrade für seine Mobilgeräte, im Speziellen das iPad. Gemeinsam mit dem passenden Keyboard-Zubehör lässt sich etwa das iPad Pro somit in ein ultraportables Arbeitsgerät umfunktionieren. Doch komplett ersetzen mag es die MacBooks dieser Welt selbst mit der neuen Software nicht.


Images & Screenshots by Jonas Haller


Jonas Haller

Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.

More Posts - Website - Twitter