iOS oder Android? 5 gute Gründe fürs iPhone

Seit jeher scheiden sich die Geister, wenn es um das Thema iOS vs. Android geht. Jedes Betriebssystem scheint seine Vor- und Nachteile zu bieten. Android-Nutzer profitieren besonders von zahlreichen Möglichkeiten zur Individualisierung ihres Betriebssystems. Apple liefert hier allerdings einen entscheidenden Grund, warum iOS für mich immer die erste Wahl bleiben wird. Hier kommen meine fünf Gründe für das iPhone.

1. Sicherheit

Als im vergangenen Jahr die „Pegasus“-Sicherheitslücke bekannt wurde, musste ich schlucken. Ich war tatsächlich so naiv, zu glauben, dass iOS vor Angriffen dieses Ausmaßes sicher sei. Mein Glaube an die Sicherheit von Apples mobilem Betriebssystem war allerdings nur für kurze Zeit erschüttert – nämlich exakt zehn Tage. So lange hat Apple damals gebraucht, die Sicherheitslücke zu schließen und alle iOS-Geräte weltweit mit einem Patch zu versorgen.

Das war eine starke Leistung. Eine ähnliche Sicherheitslücke im Android-Betriebssystem namens Stagefright wurde nicht so schnell geschlossen. Google hat für zahlreiche Geräte überhaupt kein neues Patch ausgerollt. Google hat das Update erst einige Wochen nach Bekanntwerden ausgerollt. Experten gehen davon aus, dass rund 95 Prozent aller Android-Geräte zu diesem Zeitpunkt durch Stagefright angreifbar waren.

Dass Apple so zügig seine Sicherheitsvorkehrungen wieder aufbauen kann, ist für mich persönlich der stärkste Grund für iOS. Im App Store muss ich mir keine Gedanken darum machen, ob eine App potenziell mit Malware angereichert wurde, die auf meine persönlichen Daten, Kamera oder Mikrofone des iPhones zugreift, wo wir beim nächsten Punkt auf der Liste wären:

2. Der sichere App Store

Im App Store stehen über zwei Millionen Applikationen zum Download bereit (stand Juni 2016). Das ist nichts Ungewöhnliches – Googles Play Store bietet hier eine satte Auswahl von über 2,7 Millionen Apps (stand Februar 2017). Doch der feine Unterschied zwischen Apples App Store und dem Play Store für Android besteht einmal mehr in der Sicherheit. Apple arbeitet kontinuierlich an seinen Sicherheitssystemen für den App Store. Hacker versuchen täglich, infizierte Apps im Store zu platzieren. Der Aufwand, den Apple für die Sicherheit im App Store betreibt, ist immens. Zunächst werden neue Apps auf ihre Funktionalität und Stabilität überprüft, um sicherzustellen, dass die Spiele, Anwendungen und Co. nicht abstürzen. Hier werden die Binär-Codes der App außerdem einer statischen Code-Analyse unterzogen, um herauszufinden, ob die Entwickler der App Zugriff auf private Daten des Nutzers haben.

Apples iOS-App-Store
Screenshot by Julia Froolyks

Zudem kann jede App, die Apple im Store anbietet, nur innerhalb einer virtuellen Sandbox lesen uns schreiben. Das bedeutet, dass jeglicher Versuch der App, auf Daten von außerhalb zuzugreifen, vom iOS-Betriebssystem blockiert wird. Das ist gleich doppelt clever, denn sollte eine App doch mal durch das Sicherheitssieb rutschen, verhindert das Betriebssystem schlimmeres. Ganz anders sieht das allerdings bei Geräten aus, die mittels Jailbreak aus Apples Sicherheitstrakt gelöst wurden. Jailbreak-Geräte sind genauso sicher oder unsicher wie Android-Geräte. Hier übernimmt Apple keine Verantwortung für etwaige Sicherheitslücken durch verseuchte Apps und Programme aus dem Cydia-Store.

Weiterer Punkt für iOS: Die meisten Apps werden zuerst für iPhone und Co. ausgerollt. Android-Nutzer müssen sich hier mit teilweise drastischer Verzögerung gedulden. Bestes Beispiel ist die gehypte App Super Mario Run – hier konnten Androiden erst Monate später mit dem schnellen Klempner das Toad-Königreich unsicher machen. Negativ-Beispiel ist allerdings Pokémon GO – hier wurde Android zuerst bedient – ganz zu meinem Ärger, aber man kann ja nicht alles haben.

3. Perfektes Zusammenspiel von Soft- und Hardware

Android hat den großen Nachteil, dass das Betriebssystem für viele unterschiedliche Hersteller und Smartphone-Modelle modifiziert und verändert werden muss. Mittlerweile gibt es kaum noch Handys, die „pures Android“ vorweisen. Stattdessen spielen die Hersteller mit eigenen Benutzeroberflächen, wie zum Beispiel Samsung mit Experience UI oder Huawei mit EMUI. Es bleibt also letztendlich den Smartphone-Herstellern vorbehalten, wie Android für Produkte genutzt wird. Das führt häufig zu einer Unübersichtlichkeit und markanten geräteübergreifenden Unterschieden und Problemen im Android-System – vom Erhalt neuester Updates ganz zu schweigen. Apple hingegen gestaltet sein iOS-Betriebssystem für zwei unterschiedliche Geräte: iPhone und iPad.

Apple Support-App im iOS App Store
Screenshot by Julia Froolyks

Ältere Apple-Devices bespielen Apple außerdem noch lange mit aktualisierter Software. Hier muss zudem niemand lange warten – weltweit sind neueste Updates stets zügig verfügbar, egal ob es sich um das neueste Apple-Flaggschiff oder das Vor-Vorjahresmodell handelt. Das Zusammenspiel von Software und Hardware ist somit nahezu perfekt, da der Fokus während der Entwicklung in einem ganz geringen Hardware-Bereich liegen muss. Das macht sich vor allem in der immer-währenden Schnelligkeit von iOS bemerkbar: Egal, wie viele Apps ich installiert habe, es ruckelt nichts. Das System wird außerdem nicht merklich langsamer mit der Zeit. Bei Android-Smartphones kann ich das leider nicht bestätigen.

4. Apple Support, so weit das Auge reicht

Ein weiterer Grund für mich, bei Apples iOS zu bleiben, sind die unzähligen Support-Möglichkeiten. Sei es die noch junge Apple-Support-App oder die Beratung vor Ort in einem von mittlerweile 500 App Stores weltweit – Apple ist hier Vorreiter, was die Unterstützung bei Problemen angeht. Dass der Support manchmal nicht sonderlich zufriedenstellend ist, steht hier allerdings auf einem anderen Blatt. Android-Kunden haben erst gar nicht die Möglichkeit, an einer einzigen Sammelstelle ihre Probleme mit dem System darzulegen.

Besonders gelungen ist Apple meiner Meinung nach die neue Apple-Support-App. Hier stehen für zahlreiche Probleme und Fragen vorgefertigte Lösungen bereit, die manchmal wirklich hilfreich sind. Des Weiteren kann ich bei schwerwiegenderen Anliegen direkt Termine bei Apple oder sogar bei Apple-Partnern, wie Gravis vereinbaren. Chatten oder Telefonieren mit Apple-Support-Mitarbeitern steht ebenfalls zur Wahl. Ich habe die Apple-Support-App ausführlich getestet. Wo es noch hakt und was bereits gut läuft, könnt ihr hier nachlesen.

5. Geräteübergreifendes Arbeiten

Wer mindestens zwei Apple-Geräte sein Eigen nennt, kennt die kleinen Vorzüge, die den beruflichen Alltag erleichtern. iOS, macOS und Co. ergänzen sich in herausragender Weise miteinander. Einzelne Workflows lassen sich wirklich sehr leicht auf einem anderen Apple-Gerät fortführen, wenn die iCloud-Konfigurationen das erlauben. Schnell einen Artikel auf dem iPhone korrigieren, der eigentlich auf meinem Mac zu Hause gesichert ist, funktioniert dank iCloud Drive richtig gut. Nervig ist allerdings, dass über iCloud Drive lediglich „Dokumente“ und „Schreibtisch“ miteinander verknüpft sind.

Hier würde ich mir mehr Möglichkeiten zur Individualisierung wünschen, da meine Apple-Cloud mittlerweile aus allen Nähten platzt. Generell ist es aber toll, all seine Dokumente, Fotos und Musik jederzeit auf einem seiner Geräte verwenden zu können. Android bietet mit Google Drive zwar eine ähnliche Funktion, hier ist es jedoch nicht möglich, eine Website, die auf dem Smartphone geöffnet ist, auf dem heimischen Computer mit einem Klick ebenfalls zu öffnen.

Apple macht Android-Anhängern iOS schmackhaft

Eine neue Apple-Kampagne soll auf die Einfachheit aufmerksam machen, mit der sich Daten eines Android-Smartphones aufs iPhone kopieren lassen. Die „Switch“-Kampagne zeigt in einigen YouTube-Videos, wie leicht das Übertragen von Fotos, Nachrichten und Musik ist. Hintergrund der Kampagne ist Apples neue „Move-to-iOS“-App, die ausführlich erklärt, wie alle persönlichen Daten den Weg zum iPhone finden, und den Transfer durchführt. Apps könnt ihr übrigens nicht Plattformübergreifend aus dem App Store zum Play Store übertragen. Das ist sehr ärgerlich, da ihr alle kostenpflichtigen Apps bei einem Wechsel des Betriebssystems erneut kaufen müsst. Wenn ihr kurz vor einem Wechsel zu iOS steht, könnt ihr euch die neue Move-to-iOS-App auf Apples Website ansehen.

Android und iOS – es wird ein immerwährender Kampf bleiben, vor allem zwischen den leidenschaftlichen Fans der Betriebssysteme. Letztendlich muss jeder seine eigenen Erfahrungen mit beiden Systemen gesammelt haben, um sich eine abschließende Meinung zu bilden. Meine lautet: So lange Google nichts an der Sicherheit von Android tut, bleibe ich bei Apple und iOS.


Screenshots by Julia Froolyks / Teaser Image by FirmBee / Pixabay (CC0 Public Domain)


 

Julia Froolyks

Technikjournalistin und leidenschaftlicher Fan von Marktneuheiten. Hat vieles ausprobiert, ist aber am Ende immer wieder bei Apple-Produkten gelandet - damit können Medienschaffende einfach am besten arbeiten. Neben Mobilfunk und Smartphones hegt sie eine innige Beziehungen zu Datenschutz und Cyber Security.

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