JBL Reflect Aware getestet: Lightning-Kopfhörer mit App und Noise Cancelling

JBL war mit dem Reflect Aware als einer der ersten Hersteller mit einem Lightning-Kopfhörer am Start, der den Direktanschluss per Lightning-Schnittstelle ans iPhone 7 und iPhone 7 Plus möglich macht. Mein Test zeigt: Das ist nicht der einzige Vorteil des Modells.

Zum Start der aktuellen iPhone-Generation im Herbst 2016 hat das Netz viel über den Wegfall der klassischen Kopfhörerbuchse gejammert. Für mich stand immer fest, dass dieser Schritt nicht nur Bürden mit sich bringen wird, sondern auch Vorteile haben kann. Umso gespannter war ich darauf, den ersten Kopfhörer mit einem Lightning-Stecker am Kabel auszuprobieren.

Der amerikanische Audio-Spezialist JBL ließ nicht lange auf sich warten und zeigte bereits auf der Technik-Messe IFA im September dieses Jahres das Modell Reflect Aware. Der In-Ear-Kopfhörer mit Lightning-Anschluss ist jetzt für 199 Euro im Handel erhältlich.

Lightning-Kopfhörer überträgt Klang und Energie

Per Lightning-Schnittstelle erhält der Reflect Aware nicht nur Audiosignale, sondern wird auch mit Strom versorgt. So kommt das aktive Noise Cancelling ohne Akku im Kabel aus. Das zeigt sich schnell als großer Vorteil.

Im täglichen Umgang vergisst man gerne mal bei In-Ears mit Noise Cancelling, den Akku zu laden. Das merkt man dann auch oft erst, wenn man das Haus verlassen will. Und wenn der Akku wie etwa beim Bose Quiet Comfort 20 fest verbaut ist, hat er den Nachteil, für eine Art „Verfallsdatum“ beim Gerät zur sorgen. Ist irgendwann der Akku schwach, macht der Kopfhörer dann weniger Spaß.

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Mit integrierter Stromversorgung bleibt die Bedienung sorglos und der Kopfhörer sehr leicht, denn das Gewicht für einen Akku konnte sich JBL ja sparen. Daher ist der Reflect Aware zum Beispiel ideal für den Sport geeignet.

Praktischer Alltagsbegleiter

Als Begleiter für Sport und Alltag überzeugt der schweißresistente Kopfhörer auch durch seinen festen Sitz im Ohr. Von den drei Ohrpassstücken passte im Test eine Größe perfekt. Das Herausfallen wird zudem durch die Silikonbügel verhindert. Für zusätzliche Sicherheit im Straßenverkehr sorgt auch das Licht reflektierende Kabel – eine tolle Idee, die sich auch im Namen widerspiegelt.

Im Alltag oder beim Sport lassen sich die Musik, Anrufe oder das Noise Cancelling über die auch blind bedienbare Fernbedienung im Kabel steuern. Änderungen werden per Stimme angesagt, was die Bedienung übersichtlicher macht, sogar der Grad des Noise Cancelling lässt sich so einstellen. Zudem gibt es mit der Gratis-App fürs iPhone EQ-Einstellungen für den Klang in Form von Presets. Wer möchte, kann den Equalizer komplett abschalten oder eigene Einstellungen gestalten.

Überzeugender Sound

Bleibt noch die Frage nach dem Klang: Bereits mit ausgeschaltetem EQ kann der In-Ear mit klaren Details, ausgewogenem Sound und guter Stereobühne voll überzeugen. Die im Kopfhörer integrierten D/A-Wandler liefern eine sehr detailreiche Wiedergabe. Die Möglichkeit der EQ-Anpassung über die App ist das Sahnehäubchen. Je nach Musikstil, Geschmack und Umgebung lässt sich zum Beispiel ein stärkerer Bass hinzuschalten, was etwa beim Sport viel Spaß bringt.

Fazit

Der Reflect Aware ist ein starkes Debüt von JBL in Sachen Lightning-Kopfhörer. Der perfekte Sitz im Alltag und Sport, das zuschaltbare Noise Cancelling und der auch noch per App anpassbare Klang ergeben ein starkes Paket. Wer den Reflect Aware hat, weint daher der alten Kopfhörerbuchse als Besitzer des iPhone 7 oder iPhone 7 Plus nicht mehr nach, sondern sieht Apples umstrittene Entscheidung als Fortschritt.

Wer den fehlenden Klinkenanschluss am iPhone 7 und iPhone 7 Plus lieber mit Bluetooth-Kopfhörern kompensieren möchte, sollte sich diesen Doppeltest anschauen.


Images by Stefan von Gagern


Stefan von Gagern

Stefan von Gagern schreibt als freier Journalist für Zeitschriften und Websites Artikel, Tests und Beiträge über digitale Themen wie Publishing, Internet, Social Media, Gadgets und Digital Lifestyle. Unternehmen berät er bei Konzeption und Umsetzung von Social Media-Auftritten und Content. Privat spielt der Freiberufler aus Hamburg Gitarre und ist oft auf dem Rennrad unterwegs.

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