Vorzeige-Monitor LG 38UC99-W im Test: Ultra weit und ultra gut

Neue Display-Formate sollen das Bedienerlebnis so nutzerfreundlich wie möglich gestalte. So werden etwa Smartphones immer höher, hingegen Desktop-Bildschirme immer breiter. Genau solch ein Konzept verfolgt LG mit dem UltraWide-Modell LG 38UC99-W. Und das macht – Spoiler – einfach Spaß. Der riesenhafte Monitor ist in Kombination mit meinem MacBook ein echtes Bild-Erlebnis.

Ich bin ein überzeugter Multiscreen-User. Die Hauptanwendung in der Mitte, Mails meistens auf der rechten Seite und links gerne den Kalender oder meinen Musik-Player. Mein Setup: Der Hauptbildschirm ist hardware-kalibriert, der kleinste im Bunde ist mein MacBook Pro, und der Bildschirm auf der rechten Seite war ziemlich günstig. Diese Lösung ist schon praktikabel. Was ihr aber fehlt, ist Flexibilität. Auf der Suche nach Alternativen, habe ich den UltraWide-Monitor von LG unter die Lupe genommen.

Der gebogene Widescreen von LG wurde auf der IFA 2016 vorgestellt und kommt mit einem vielversprechenden Datenblatt. Das gilt auch für die Optik – dem hohen Preis entsprechend ist das Design hochwertig und schick.

LG 38UC99-W im Test
Image by Anton Knoblach

Die Ausstattung

Mein erster Eindruck des Geräts: Der LG 38UC99-W ist mit 37,5 Zoll eine ziemliche Wucht, was nicht negativ gemeint ist. Das Display ist gebogen und quasi schreibtisch-füllend. Auch das Gewicht überrascht nicht: 9,3 Kilogramm bringt der Bildschirm insgesamt auf die Waage. Für die Bilder sorgt ein IPS-Panel mit einer Auflösung von 3840 x 1.600 Pixeln und einer maximalen Helligkeit von 300 cd/m2. Der Hersteller will 99 Prozent des sRGB-Farbraums damit abdecken. Die Pixeldichte liegt im Vergleich zur Größe bei guten 110 Pixeln pro Zoll. Der Hauptanschluss des Monitors läuft über USB-C. Er kann Daten übertragen und gleichzeitig das bildgebende Gerät aufladen, in meinem Fall das MacBook

Als alternative Bildeingänge stehen DisplayPort und HDMI zur Auswahl. Alle nötigen Kabel werden mitgeliefert (auch ein Adapter von USB-C auf USB-A). Das geht auch parallel. Der Monitor kann die Bilder von zwei verschiedenen Quellen gleichzeitig im Split-Screen darstellen. Möchte man diese Funktion jedoch richtig ausleben, hätte LG noch einen zweiten DisplayPort-Eingang spendieren können. Für die Stromversorgung gibt es ein eigenes Netzteil, das etwas groß und schwer geraten ist. Die eingebauten Lautsprecher können auf Wunsch auch per Bluetooth angesteuert werden. Auf der Rückseite stehen zwei USB-3-Ports zum Laden mobiler Geräte und als Hub bereit, wenn mit USB-C gearbeitet wird.

Die Montage des LG 38UC99-W ist simpel: Den Monitor auf den Bauch legen, Standfuß anschrauben, fertig. Trotzdem wichtig ist hier, den Bildschirm auf die mitgelieferte Styropor-Unterlage zu legen, sonst würden die Kanten zu stark belastet werden. Aufgestellt ist der Bildschirm neig- und höhenverstellbar und macht optisch einen schönen und modernen Eindruck. Die intuitive Bedienung erfolgt durch einen einzigen Joystick an der Unterseite des Monitors. Wer möchte, kann das Gerät auch mit der mitgelieferten Software komfortabel am Rechner steuern.

Viel flexibler Platz auf dem LG 38UC99-W

Auch mit meiner vorherigen Lösung mit drei Monitoren hatte ich viel Platz. Der wahre Vorteil des WideScreen-Monitors jedoch: Er bietet zusätzlich die Flexibilität, diesen Platz individuell einzuteilen. Ich kann Schnitt- oder Bildbearbeitungssoftware auf voller Breite nutzen, mir aber auch eine Präsentation auf die linke und den Browser auf die rechte Seite legen. Sogar vier Fenster passen auf den LG 38UC99-W, zum komfortableren Skalieren auf dem Mac empfehle ich Euch übrigens das BetterTouchTool.

Bildqualität und Spaßfaktor

Das klassische Seitenverhältnis von UltraWide-Monitoren (21:9) entspricht ungefähr dem einer Kinoleinwand („Cinemascope“, 2.35:1). Um deswegen eines vorweg zu nehmen: Einen entsprechenden Film anzusehen macht richtig viel Spaß. Auch für den Filmschnitt mit seinen überbreiten Timelines ist das Format prädestiniert. Deshalb ist Die Zielgruppe klar: Einmal Kreative, die viel Wert auf eine hohe Bildqualität legen und gleichzeitig diejenigen, die für ihre Arbeit einfach viel flexibel teilbaren Platz benötigen. Auch für Gamer ist der Monitor hochinteressant.

LG 38UC99-W im Test
Image by anton Knoblach

Die Farben und Kontraste passen, Bilder werden sehr gut dargestellt und hochwertig präsentiert. Deshalb gibt es an der Bildqualität des LG 38UC99-W insgesamt wenig zu meckern. Hingegen durchwachsen ist die Wirkung des Curved-Designs. Sofern die Neigung richtig eingestellt ist, gewöhnt man sich schnell an das gebogene Display und hat einen guten Blick auf jede Ecke des Bildes. Das gilt jedoch nur, wenn man alleine vor dem Bildschirm sitzt. Sobald zwei Personen sitzen oder gar eine steht, irritiert die Krümmung zunehmend. Bei zu seitlichem Blick sind Helligkeit und Kontraste nicht mehr gleichmäßig, die Farben werden trotzdem gut dargestellt.

Test-Fazit LG 38UC99-W

Zusammenfassend kann ich am Ende meines vierwöchigen Tests des LG 38UC99-W keinen wirklichen Makel ausmachen. Der Bildschirm macht einfach Spaß und ist für alle perfekt, die hohe, aber nicht hochprofessionelle Ansprüche an ein Display legen. Insgesamt erweist sich der 38UC99-W als ein idealer Allrounder und bietet für den stattlichen Preis von aktuell noch knapp 1.440 Euro eine hohe Qualität in allen Disziplinen. Wer im Alltag viel Platz zum Arbeiten braucht und das nötige Geld investieren will, wird mit diesem UltraWide-Bildschirm glücklich werden. Zwar mögen manche Kreative ein hardwarekalibriertes Bild bevorzugen, alle anderen können aber getrost zugreifen.


Teaser Image by LG Electronics, Images by Anton Knoblach


Anton Knoblach

ist freier Producer und Colorist in Berlin und Mitgründer der Werbefilmproduktionsfirma unfourseen. Zu einem gelungenen Tag gehören für ihn Musik, gutes Essen und viel Abwechslung. Anton liebt Struktur, schnelle Technik und starke Bilder.

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