Kurzdistanzbeamer LG PH450UG: Das Mini-Kino für Büro und Wohnzimmer im Test

Wer spontan einen Film in der Gartenlaube gucken oder im Büroflur ein Meeting abhalten möchte, wünscht sich mitunter einen Beamer zur Hand. Doch diese sind meistens groß und schwer – und damit null flexibel. Abhilfe kann ein ein tragbarer und akkubetriebener Beamer wie der LG PH450UG schaffen. Wie viel Spaß dieser trotz seiner Mini-Maße bieten kann, habe ich im Büro und im Wohnzimmer getestet.

Das kann der Mini-Beamer von LG auf dem Papier

Der Kurzdistanzbeamer LG PH450UG ist genau das Gegenteil von einem herkömmlichen Beamer, nämlich klein, handlich und leicht. Er bringt gerade einmal 1,1 Kilogramm auf die Waage und misst 13,5 x 20 x 8 Zentimeter. Damit ist er leicht zu transportieren. Er kann ein Bild mit 80 Zoll Diagonale an die Wand projizieren. Dafür muss er nicht weiter als 38 Zentimeter von der Projektionsfläche entfernt stehen. Wem 40 Zoll Diagonale reichen, der kommt sogar nur mit 7,5 Zentimetern Abstand aus. Die Auflösung beträgt 1280 x 720 Pixel, entspricht also HD. Das ist nicht ganz der neueste Stand, für viele Anwendungen aber ausreichend.

LG schwört bei dem Mini-Beamer auf kabelloses Vergnügen. Bei Apple-Nutzern betrifft dies jedoch lediglich den Strom. Denn nur, wer ein Android-Smartphone oder -Tablet mit Miracast-Kompatbilität nutzt, kann  auch Video- und Audiosignale drahtlos übertragen. Alle anderen schließen entweder einen Laptop per HDMI oder ein Speichermedium per USB an. Zwar ist auch Bluetooth eingebaut, doch die Funkverbindung gibt Ton an an externe Lautsprecher weiter. Als Eingang fürs Videostreaming ist sie nicht gedacht. (Weitere Infos auf der Produktseite.)

Das leistet der LG PH450UG in der Praxis

Der Mini-Beamer lässt sich leicht einrichten und mittels eines kleinen Joysticks oder der mitgelieferten Fernbedienung auch leicht bedienen. An der Portabilität ist nichts zu meckern. Das Gerät ist kompakt genug, um es schnell mal wo mithin zu nehmen. Auch die Akkuleistung ist einwandfrei. Gute zwei Stunden übersteht der Beamer fernab jeder Steckdose bei vollem Einsatz, bevor das Bild schwarz wird. Dies genügt für die meisten Filme und Präsentationen. Wer länger als 120 Minuten Folien mit Powerpoint zeigt, hat sein Publikum ohnehin längst eingeschläfert.

Die Praxis-Performance wird von einem unerwarteten Problem getrübt. So ist der Kurzdistanzprojektor sehr wählerisch, was den optimalen Untergrund betrifft. Eine passende Oberfläche ist absolute Voraussetzung für einen sinnvollen Beamer-Einsatz. Ein auf die kurze Distanz beeindruckend großes Bild nervt im Altbau schnell, wenn jede Delle in der Wand nach ein paar Sekunden auffällt. Zudem trägt die Projektion von unten dazu bei, Unebenheiten herauszuarbeiten. Dafür kann der Beamer natürlich nichts. Trotzdem dämmt es seinen Einsatzbereich leider etwas ein. Hat man jedoch eine glatte weiße Wand oder gar eine ordentliche Leinwand zur Verfügung, macht der Beamer im Vergleich zu seiner Größe richtig Spaß.

Cool: Der Mini-Beamer kann nicht nur auf eine Wand, sondern auch direkt auf einen Konferenztisch projizieren. Aber dabei gilt da das gleiche Manko wie bei einer Wand. Nur mit einer ebenen Oberfläche ohne Textur macht das Sinn.

Leider ist der Mini-Beamer mit 450 Lumen nicht die hellste Leuchte. Der Raum muss dunkel genug sein, sonst ist die LED-Beleuchtung des Leichtgewichts machtlos. Der Konferenzraum lässt sich nicht richtig abdunkeln und zuhause hängen überall Bilder? Keine Chance. Generell gilt. Je näher der Beamer an der Projektionsfläche, desto kleiner aber heller das Bild. Mit ordentlichem Abstand bekomme ich zwar ein riesiges Bild, dafür kaum Brillanz – und umgekehrt.

LGs Mini-Beamer von allen Seiten

Fazit – noch nicht ganz flexibel genug

Der LG PH450UG beeindruckt mich mit seinem kompakten Formfaktor, trotzdem setze ich ihn im Testzeitraum viel seltener ein als ich wollte. Am Ende stelle ich mir die Frage, wie flexibel mich der Mini-Beamer tatsächlich macht. Der Akku ist cool, Maße und Gewicht sind unschlagbar. Leider scheitere ich oft daran, eine wirklich passende Projektionsfläche zu finden. Das trübt das Vergnügen und nimmt ihm ein wenig die Coolness, mal eben die Präsentation oder meine abendliche Serie schick an die Wand zu werfen. Die geringe Leuchtkraft ist ein weiterer Kompromiss, den ich ob der Mini-Maße eingehen muss. Zudem würde ich mir als Apple-Nutzer für das perfekte kabellose Erlebnis eine Bildübertragung mit WLAN oder AirPlay wünschen. So brauche ich dann doch wieder Laptop und HDMI-Kabel.

Dennoch kann das Konzept unterm Strich überzeugen. Für wen die passende Wandfläche und Verdunklung des Raumes keine Probleme sind, erhält mit dem Kurzdistanzbeamer LG PH450UG für derzeit 570 Euro einen sehr praktischen, leicht zu bedienenden Beamer für unterwegs.

Anton Knoblach

ist freier Producer und Colorist in Berlin und Mitgründer der Werbefilmproduktionsfirma unfourseen. Zu einem gelungenen Tag gehören für ihn Musik, gutes Essen und viel Abwechslung. Anton liebt Struktur, schnelle Technik und starke Bilder.

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