Hier spielt die Musik: Das Gaming-Headset Logitech G433 umgarnt Musikfans

Wer gern am Mac Games zockt und mit dem iPhone unterwegs seine Lieblingsmusik genießt, brauchte bislang zwei separate Kopfhörer. Ein Headset fürs Gaming und ein Lauscherpaar mit mobiler Musikkompetenz. Wenn es nach Logitech geht, reicht dafür künftig ein einziger Kopfhörer. Mit dem Logitech G433 möchte der Spezialist für Gaming-Peripherie auch bei designorientierten Musikliebhabern punkten. Das Modell lässt sich universell an Computer, Konsole und Mobilgerät einsetzen. Zudem erinnert der Stil an einen Designer-Sportschuh statt an einen typischen Gaming-Plastikbomber. Gelingt dieser Spagat? Wir haben für euch während eines Logitech-Presseevents in Hamburg in das 130 Euro teure Headset reingehört.

Sportliches Mesh-Design statt Plastik-Optik

Wollen Hersteller aus der Nische in den Mainstream-Markt, hat sich eine Extra-Portion Design schon öfters bewährt. Wenn andere Marken Musikkopfhörer mit papageienbunten Farben zum Modeaccessoire aufgehübscht bekommen, müsste das doch auch bei Gaming-Produkten funktionieren. Denkt sich wohl Logitech. Daher ist das G433 nicht nur im typischen Schwarz, sondern auch in Rot und Blau erhältlich. Ausgewählte Geschäfte bieten das Modell gar im blauen Camouflage-Look an. Besonders die rote Variante erinnert an den Lifestyle-Faktor der Marke „Beats by Dre“.

Logitech G433
Image by Berti Kolbow-Lehradt

Ungewöhnlich aber durchaus ansprechend ist auch das Oberflächenmaterial. Während die meisten aktuellen Gaming-Headsets von Logitech auf Klavierlack-Optik mit betörend blinkenden LED-Ornamenten setzen, sind die Ohrmuscheln und die Bügelpolsterung des G433 mit einer gewebten Oberfläche überzogen. Sneaker und Sportbekleidung in Strickoptik liegen ja im Trend. Warum dann nicht auch einen engmaschig benähten Kopfhörer tragen? Das Design ist im urbanen Alltag fraglos vorzeigbar, wenngleich so mancher das voluminöse Headset als zu sperrig empfinden könnte.

Tragekomfort für lange Multiplayer-Nächte

Durch das gewebte Oberflächenmaterial ist das Headset mit rund 260 Gramm recht leicht und angenehm zu tragen. Anders als ein Modell mit Kunstleder- oder PVC-Bezug verursacht es keine Schweißrinnsale. Nerviger Nachteil: Durch die Reibung des Mesh auf der Haut entsteht hin und wieder ein lästiges Knister-Geräusch. Angesichts des insgesamt hervorragenden Tragekomforts halten wir das für vernachlässigbar. Die Muscheln umschließen unsere Ohren gut, drücken nicht, haben aber trotzdem genug Spannung, um auch beim Headbanging-Test nicht vom Kopf zu fallen. Langen, kopfschmerzbefreiten Multiplayer-Nächten steht das G433-Headset also nicht im Wege.

Logitech G433
Image by Berti Kolbow-Lehradt

Toller Sound, aber kein Raumklang am Mac

In seiner Rolle als Gaming-Headset verfügt das G433 über erstklassige Klangeigenschaften. Die ohrumschließenden Muscheln schirmen den Umgebungslärm wirksam ab, sodass wir uns dem vollen und warmen Sound hingeben können. Regelrechte Bassmassagen erlaubt das Headset aber nicht, nach unten hin fehlen ein paar Frequenzen.

Wie gut der Raumklang eine Lokalisierung von Geräuschen zulässt, können wir leider nicht beurteilen. Testen konnten wir es nur mit einem Rennspiel, dessen überwältigender Motorensound für dieses Kriterium die unpassende Klangkulisse bot. Leider steht Surround-Sound mit 7.1-Kanälen auch nur am Windows-PC zur Verfügung. Am Mac, an Spielekonsolen und an Mobilgeräten gibt das G433-Headset hingegen nur Stereo wieder.

Wie sieht es eigentlich mit dem mobilen Einsatz aus? Als Telefonie-Headset am Smartphone eignet sich das Logitech G433 prima. Für unterwegs lässt sich das Bügelmikrofon demontieren. Dann fängt ein im Kabel integriertes Mikrofon unsere Stimme auf und filtert Umgebungsgeräusche souverän heraus.

Logitech G433
Image by Berti Kolbow-Lehradt

Auch als Musikant macht das Modell für ein Gaming-Headset einen überraschend klangstarken Eindruck. Am besten transportiert es Pop mit hohem Mittenanteil. Hingegen in den hohen Frequenzbereichen gehen Details flöten. Einen ausgeprägten Tiefbass vermissen wir beim Musikhören ebenfalls. Doch insgesamt ist die Musikleistung des Allrounders sehr respektabel. Mit kabelgebundenen Musikkopfhörern in der Preisklasse bis 100 Euro kann das Logitech G433 mithalten.

Highscore-trächtiger Lieferumfang

Damit sich das G433-Headset jeweils bestmöglich mit Computer, Konsole oder Mobilgerät versteht, liefert Logitech mehrere Kabel und Adapter mit. Der großzügige Lieferumfang ist ein enormes Plus und sucht seinesgleichen. Enthalten sind neben dem selbstverständlichen Headset und abnehmbaren Mikro noch ein USB-Konverter, ein PC-Splitter, ein Konsolen- und PC-Kabel, Ersatz-Ohrmuscheln und eine Tasche für das Zubehör.

Logitech G433
Image by Logitech

Zwar ist auch ein Kabel mit 3,5-Millimeter-Klinke zum mobilen Musikhören an Bord, sodass iPhone-Nutzer bis zur Generation 6S bedient sind. Wenn ihr jedoch ein iPhone 7 oder iPhone 7 Plus nutzt, müsst ihr selbst einen Lightning-Adapter für die Kontaktaufnahme beisteuern. Schade, dass das zum Musikhören gedachte Kabel keinen eigenen Lautstärke-Regler hat, sondern lediglich einen Pause-/Stummknopf.

Fazit: Logitech G433 ist nahe dran an der eierlegenden Wollmilchsau

Aus einem Spagat kann leicht eine unvorteilhaft aussehende Grätsche werden. Logitech beweist mit dem G433 jedoch Geschick darin, einen Allrounder für Gamer und Musikfreunde zu stricken. Als 3in1-Gerät für Computer-Gamer, Konsoleros und Smartphone-Lauscher konzipiert, erbringt das Modell zwar in keiner Kategorie klangliche Spitzenergebnisse, leistet sich aber auch keine gravierenden Schwächen.

Musikfans mit verwöhnten Ohren und E-Sportler werden sicherlich mit spezialisierten und höherpreisigen Kopfhörern glücklicher. Gelegenheitsnutzern bietet das Logitech G433 aber ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis, zumal sie ja mehrere Kopfhörer-Typen durch dieses Modell ersetzen könnten. Der große Lieferumfang ist ein weiterer Pluspunkt. Und das schicke Mesh-Design dürfte für stilbewusste Nutzer das i-Tüpfelchen sein.


Images by Berti Kolbow-Lehradt; Logitech


Lisa Kneidl

ist aus dem tiefen Süden in den hohen Norden gezogen und schreibt seit Ende 2016 für die Netz-/Apple- und Androidpiloten - am liebsten über alles was mit Games zu tun hat.

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