macOS Sierra: Siri, iCloud Drive, Tabs – das kann Apples neues Betriebssystem

Nach iOS 10 und WatchOS 3 hat Apple nun sein Desktop-Pendant macOS Sierra ausgerollt. Mit der neuen Oberfläche für Apple-Macs passt sich das Unternehmen an seine mobilen Produkte an – was Namen und Funktionen angeht. So lautet die Bezeichnung des Betriebssystems nicht mehr OS X, sondern macOS. Das Betriebssystem ist zwar nicht gänzlich neu, verfügt allerdings über einige markante Neuerungen. Hier gibt’s alle Änderungen im Überblick.

Siri hilft sehr, aber erst nach einem Klick

Das neue Sierra mit der Kennziffer 10.12 bringt außerdem Apples Sprachassistentin Siri auf iMac und MacBook. Siri kann jedoch nicht, wie bei anderen Apple-Geräten über den Sprachbefehl „Hey Siri“ siri (Image by Julia Froolyks)aktiviert werden, sondern nur über einen Klick auf das neue Symbol, das sich in der oberen rechten Infoleiste des Computers befindet. Das ist sehr schade, denn viele Funktionen, die mit Siri ausführbar sind, benötigen ebenfalls nur einen Klick, beispielsweise das Öffnen des Finders oder einer Datei auf dem Schreibtisch. Die Helligkeitsregelung des Bildschirms geht nach wie vor sehr zügig über die Tastatur. Der Klick auf das Siri-Icon und das darauffolgende Befehlen, den Bildschirm heller oder dunkler zu stellen, nimmt da wesentlich mehr Zeit in Anspruch.

Praktisch ist jedoch, dass Siri die Dokumente kennt, die sich auf dem Mac befinden. Langes Suchen einer Datei ist mit macOS Sierra also passé. Der Befehl „Öffne mir das neueste Dokument aus dem Ordner Privat“ lässt die Datei zügig auf dem Bildschirm erscheinen. Das Erstellen von Notizen oder die Abfrage des Wetters ist mit Siri ebenfalls praktisch. Zudem können über Sprachbefehle an Siri beliebige Musik-Stücke abgespielt werden – langes Suchen und Tippen in iTunes bleiben dem Nutzer mit macOS Sierra und Siri also erspart.

Mit dem neuen Betriebssystem hat Apple außerdem die Watch als Entsperr-Methode eingeführt. Besitzt der Nutzer eine Apple Watch, kann über die Systemeinstellungen die Entsperrung über diese aktiviert werden. Im Test klappte dies einwandfrei und ist ein sehr praktisches Feature. Eine Passworteingabe entfällt, sobald der Nutzer vor dem Mac oder MacBook sitzt.

Manchmal synchroner als gewünscht: iCloud Drive

Für Trubel hat die neue Geräte-übergreifende Speichermethode in macOS Sierra geführt. Es ist ab sofort möglich, dass über iCloud Drive der Schreibtisch sowie der Dokumente-Ordner auf iPad, iPhone und Co. synchronisiert werden. Voraussetzung dafür ist ein iCloud-Account und genügend Speicherplatz.

icloud-drive (Image by Julia Froolyks)Im Test war der iCloud-Speicherplatz nach der Aktivierung von iCloud-Drive mit knapp 20 GB belegt. Dafür sind Schreibtisch und der Ordner Dokumente hier auch der Haupt-Ablageort. Die Synchronisierung der Ordner erwies sich als sehr praktisch. Ärgerlich ist jedoch, wenn der Arbeits-Mac und das private iPhone versehentlich miteinander synchronisiert werden, weil die identische Apple-ID für die Geräte verwendet wird. Meldungen solcher Fälle häufen sich zurzeit im Internet. Bei der Zusammenführung der Daten geht ein Speicherort verloren, da alle iCloud-Drive-Ordner denselben Inhalt erhalten. Einziger Ausweg aus dieser Misere ist ein Downgrade des Betriebssystems und das Zurückholen der Daten über Time Machine – sofern die Backup-Funktion überhaupt aktiviert ist.

Abgesehen von diesem Fehler, erwies sich iCloud Drive im Alltag als sehr praktisch, besonders wenn als Arbeitsgerät ein iMac eingesetzt wird und unterwegs auf bestimmte Daten via iPad oder iPhone zugegriffen werden soll oder diese weiterbearbeitet werden. Beim Update auf macOS Sierra wird, sofern die gleiche Apple-ID verwendet wird, auf allen anderen verfügbaren Geräten die iCloud Drive-App installiert. Über diese lassen sich die synchronisierten Daten dann abrufen. Das Hochladen der Daten nimmt allerdings Zeit in Anspruch. Je nach Internetverbindung und Größe der Datei, können Stunden vergehen, ehe die Datei auch auf den mobilen Geräten verfügbar ist und angezeigt wird. Die Synchronisierung läuft automatisch, sobald eine neue Datei hinzugefügt wurde.

Tabs für weitere Apps verfügbar

numbers-tabs (Image by Julia Froolyks)Das Arbeiten mit mehreren Fenstern in einem Programm ist praktisch. Dabei sind die Tabs schon lange nicht mehr nur in Internet-Browsern aufzufinden. Bislang waren die Möglichkeiten in Mac OS X da jedoch begrenzt. Neben dem Finder erhalten weitere Programme in macOS Sierra die Tabs-Funktion. In Mail können beispielsweise mehrere Postfächer in einem Fenster gleichzeitig angezeigt werden, anstatt entweder nur ein Postfach geöffnet zu haben oder ein weiteres Fenster öffnen zu müssen. Stattdessen können über die Befehlsleiste unter „Fenster“ alle Fenster zu einem zusammengeführt werden. Diese Funktion ist auch für Maps, Numbers, Keynote, Pages und TextEdit verfügbar.

Fazit

Das neue macOS Sierra bringt viele praktische Features auf die Macs. Neben Siri, Tabs und Co. wurde außerdem die Nachrichten-App angepasst. Nachdem Apple mit iOS 10 die Nachrichten-Applikation runderneuert hat, kann die App auf Apples Computern nun GIFs anzeigen. Zudem werden Emoji größer dargestellt und Links, die per Nachrichten-App versendet wurden, verfügen über eine detaillierte Vorschau. Das kostenlose Update ist etwa 5 GB groß und benötigt zwischen 20 und 40 Minuten zur Installation. Wer auch am Schreibtisch auf die Vorzüge von Siri profitieren und seine Daten auf allen Geräten synchronisiert sehen will, wird das neue macOS Sierra mögen.

Teaser by AppleScreenshots by Julia Froolyks

Julia Froolyks

Technikjournalistin und leidenschaftlicher Fan von Marktneuheiten. Hat vieles ausprobiert, ist aber am Ende immer wieder bei Apple-Produkten gelandet. Neben neuen Gadgets testet sie gerne Smartwatches und Kopfhörer.

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