Möge die Macht mit Dir sein: Sphero BB-8 Battleworn mit Force Band im Test

Es ist eines der größten Film-Phänomene der letzten Jahrzehnte: Star Wars. Millionen Fans feiern das Science-Fiction-Spektakel damals wie heute. Doch dass die Inhalte gar nicht so „abgespaced“ sind wie gedacht, zeigt der französische Hersteller von Connected Toys Sphero. Den kleinen kugeligen Droiden BB-8 gibt es seit einiger Zeit im Handel, das Paket wurde nun in einer Special Edition um das physische „Force Band“ ergänzt. Wir haben den Sphero BB-8 getestet und verraten euch die Wow-Effekte.

Beim Auspacken des Kartons begrüßt einem direkt die robuste, schicke Alu-Schatulle, in der der kleine Droid umhüllt von Schaumstoff sicher eingepackt ist. Auch die Ladestation des rollenden Roboters ist darin enthalten. In kleinen Pappschachteln finden sich neben dem Force Band zwei microUSB-Kabel zum Aufladen der beiden Gadgets. Leider fehlt ein passendes Netzteil, sodass auf ein vorhandenes Smartphone-Netzteil zurückgegriffen werden muss. Oder eben zwei, wenn man BB-8 als auch Force Band zur gleichen Zeit mit Strom versorgen will. Kurzbeschreibungen helfen beim ersten Starten.

Die sind jedoch kaum nötig, denn das Verbinden des Droiden mit Smartphone oder Force-Band klappt selbsterklärend. Wählt man erstere Option, muss die „Sphero BB-8“-App aus dem AppStore geladen werden. Nach der Aktivierung des Bluetooth-Moduls auf dem Telefon kann die Anwendung gestartet und der BB-8 verbunden werden. Das funktioniert recht fix und ohne Komplikationen. Über eine blaue LED, die auf den Bediener zeigen sollte, kann das Star-Wars-Gadget ausgerichtet werden. Anschließend kann’s mit dem Spielspaß auch schon los gehen.

Sphero BB-8 App: Ein Droid auf Patrouille

Innerhalb der App gibt es verschiedene Modi. Der erste Modus ist „Fahren“. Über eine Art Steuerkreuz kann der Droid ähnlich eines Spielzeugautos bewegt werden. Die Reichweite der Fernsteuerung liegt bei rund 30 m. Zudem können verschiedene programmierte Aktionen ausgeführt werden. Darunter zählen Nicken oder Schütteln des per Magnet aufgesetzten Kopfes oder auch das Abfahren eines Quadrates oder einer Acht. Der zweite Modus trägt den Namen „Patrouille“. Und er hält was er verspricht: Mit einen Fingertipp auf den „Play“-Button startet der BB-8 seine Tour durch die heimische Wohnung. Über G-Sensoren erkennt der Droid, wenn er gegen Hinternisse rollt und ändert selbständig die Richtung. Auf dem Mobiltelefon werden zudem Daten wie Beschleunigung, Gyroskop-Ausgleich oder die Verfolgung der zurückgelegten Strecke angezeigt. Das funktioniert ganz gut, auch wenn die Wahl des Weges etwas intelligenter vonstatten gehen könnte.

Apropos Weg. Im Modus „Zeichnen & Fahren“ kann dem Gadget ein Weg vorgegeben werden, der anschließend abgefahren wird. Dazu dient ein Touchfeld, über das die Eingaben mehr oder weniger präzise auf den Droiden übertragen werden. In die Abteilung Spielerei gehören Modi wie „Nachricht“, in dem holografische Nachrichten per Augmented Reality mit der Kamera das Smartphones aufgezeichnet werden können, oder auch „Schau mit mir“, in dem gemeinsam mit dem Droiden der Star-Wars-Film ‚Das Erwachen der Macht‘ geschaut werden kann. Dabei vollzieht das Sphero-Gadget in den verschiedenen Filmpassagen passende Bewegungen.

Force Band: Pfiffige Steuerung per Geste

Deutlich cooler ist die Steuerung des BB-8 mithilfe des Force-Bands, das im übrigen seit einigen Tagen auch mit IFTTT verbunden werden kann. Auch wenn das Armband nicht wirklich hochwertig wirkt, sind die Funktionen umso beeindruckender. Durch ein langes Drücken des Buttons wird das Force Band aktiviert. Beim ersten Starten ist zwingend eine Verbindung zur passenden iOS-App notwendig, um Updates installieren zu können. Zudem bringt ein interaktives Videotutorial die Befehle näher. Wie auch beim Mobiltelefon geht das Verbinden schnell von der Hand. Mittels einer blauen LED könnt ihr den kleinen Droid ausrichten.

Im Modus „Control Your Droid“ könnt ihr das Gadget anschließend auch direkt ansteuern. Ein beherzter Schlag nach vorn lässt den BB-8 losdüsen, ein zweiter Schlag aktiviert den Turbomodus. Außerdem könnt ihr mittels einer Armbewegung den Droid nach rechts oder links navigieren. Ein Senken des Armes lässt ihn stoppen. Soll der BB-8 wieder zurück zur Ausgangsposition, so reicht ein forcierte Anwinkeln des Armes und zur weiteren Steuerung das Drehen des Handgelenks.

Die Steuerung per Force-Band funktioniert intuitiv und präzise.
Die Steuerung per Force-Band funktioniert intuitiv und präzise.

Schon nach wenigen Minuten Eingewöhnungszeit kann man so den Droiden zentimetergenau navigieren und die Steuerung bringt richtig Spaß. So richtig spannend ist die Verwendung allerdings erst mit Freunden und Bekannten, im Speziellen mit kleinen Kindern. Nach anfänglicher Skepsis sind die nämlich komplett aus dem Häuschen und legen ähnliches Spielverhalten wie mit Haustieren an den Tag. Mit dem kleinen Unterschied, dass Haustiere deutlich länger durchhalten. Je nach Spielweise muss der BB-8 von Sphero nach rund einer Stunde zurück auf die Basis-Station. Das Aufladen dauert mit zwei Stunden sehr lang.

Test-Fazit Sphero BB-8: Witziger, aber nicht billiger Spielspaß

Ein eigener Droid, der auf einen hört und Anweisungen folgt. Diesen Wunsch erfüllt Sphero allen (Star Wars-) Fans mit dem BB-8 Battleworn. Die Funktionen sind vor allem in der App vielfältig und mit dem Force Band könnt ihr Familie und Freunde ordentlich verblüffen. Nicht zuletzt aufgrund der ausgefeilten Mechanik im Inneren der kleinen Kugel ist das Paket jedoch nicht ganz billig. Die vorliegende Special Edition mit Force Band schlägt bei Amazon aktuell mit knapp 183 Euro zu Buche. Wohl auch deshalb eignet sich das Gadget vor allem für Erwachsene, die das innere Kind einmal im Wortsinne ausspielen wollen. Leider mangelt es an einer Langzeitmotivation in Form abenteuerlicher Aufgaben. Für alle Star-Wars-Fans ist der Sphero BB-8 allerdings ein tolles Gadget, das bedenkenlos den Weg unter den Weihnachtsbaum finden darf.

Dieser Text erschien zuerst bei den Androidpiloten.


Images & Screenshots by Jonas Haller


Jonas Haller

Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.

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