Optoma NuForce BE2 Bluetooth-Kopfhörer mit AAC fürs iPhone im Test

Der Elektronik-Hersteller Optoma dürfte vielen Menschen besonders aufgrund seiner Beamer und Heimkino-Produkte ein Begriff sein. Doch das weltweit agierende Unternehmen ist auch im Bereich Audio vertreten. Ich habe mir die neuen Low-Budget-Bluetooth-Kopfhörer NuForce BE2 für euch mal genau angehört. Sie unterstützen nicht den bei Android-Geräten gängigen aptX-Codec. Stattdessen sind sie für AAC optimiert und werden daher insbesondere Nutzern von iPhone, iPad und Mac angepriesen. Ob sich die Investition lohnt, und warum ich 20 Minuten gebraucht habe, um mein iPhone mit den BE2-Stöpseln zu verbinden, erfahrt ihr in meinem Test.

NuForce BE2 Unboxing: Das ist im Karton

Die Bluetooth-Kopfhörer kommen in einem klassischen Karton samt Zubehör und Bedienungsanleitung daher. Optoma liefert insgesamt vier Kopfhörer-Aufsätze mit: Ein Paar Aufsätze mit Doppellamellen für Geräuschunterdrückung und drei Paar einfache Aufsätze in unterschiedlichen Größen. Diese gute Ausstattung hatte uns schon bei den Nuforce BE Sport3 gefallen. Ein kurzes Micro-USB-Kabel versorgt die NuForce BE2 mit Strom. Ein Adapter liegt nicht bei. Neben den Sicherheitshinweisen befindet sich im Karton außerdem eine Bedienungsanleitung, um die Kopfhörer schnell in Betrieb zu nehmen.

NuForce BE2 im Test
Image by Julia Froolyks

Design – rundum Plastik

Beim Herausnehmen der Kopfhörer fällt mir sofort das verarbeitete Material auf: Alle Bestandteile der Kopfhörer sind aus Kunststoff. An den Ohrstöpseln hat Optoma silbrig glänzendes Plastik verwendet, was den Kopfhörern ein ziemlich billiges Design verpasst. Aufgrund des Materials sind die Kopfhörer allerdings schön leicht. Meine Fein-Waage zeigt hier 14,4 Gramm an. Die NuForce BE2-Kopfhörer sind nicht ganz kabellos. Beide Ohrstöpsel sind über ein Kabel miteinander verbunden, sodass die Kopfhörer um den Hals getragen werden können. Besonders praktisch ist hierbei, dass in beiden Kopfhörern Magnete eingelassen sind, die die Ohrstöpsel bei Nicht-Nutzung wie eine Kette zusammenhalten.

Auf der rechten Seite der Kopfhörer befindet sich die längliche Steuerung mit drei Knöpfen, dem Micro-USB-Anschluss, einer kleinen LED und einem Mikrofon. Die Taster haben dabei gleich mehrere Funktionen, die bei unterschiedlicher Länge des Drückens ausgeführt werden können. Aus der beiliegenden Anleitung geht aufgrund von fehlendem Text leider nicht hervor, wie lange welcher Knopf für welche Funktion gedrückt werden muss. Hier habe ich sehr viel herumprobieren müssen.

Verwirrung mit der Anleitung

Doch bevor ich zu diesem Punkt überhaupt gekommen bin, musste ich mein iPhone 7 Plus mit den Bluetooth-Kopfhörern verbinden. Das hat sich schnell als nervenaufreibend herausgestellt, da in der bebilderten Anleitung die Rede von einem zwei-sekündigen Druck auf die Power-Taste ist, um die Kopfhörer einzuschalten. Danach soll ich erneut vier Sekunden drücken, um den Pairing-Mode der Kopfhörer einzuschalten. Leider führte diese Kombination stets dazu, dass die Kopfhörer sich wieder ausschalteten, denn der Vier-Sekunden-Druck ist in der Anleitung als „Power-Off“ angegeben.

Kurz bevor ich verzweifelte, kam mir dann doch noch die Lösung: Die Kopfhörer müssen gleich während des Einschaltens sechs Sekunden lang gedrückt werden, sodass sie sich einschalten und dann ohne Unterbrechung in den Pairing-Mode gehen. Daraufhin hat auch mein iPhone die NuForce BE2 gefunden. Der Hör-Test konnte starten.

NuForce BE2 im Test
Image by Julia Froolyks

Zunächst habe ich die beigelegten Aufsätze mit Doppellamellen ausprobiert. Laut Hersteller sollen diese eine natürliche Geräuschunterdrückung ermöglichen. Gleich beim ersten Einsetzen der Kopfhörer setze ein unangenehmer Schmerz ein, da der entstehende Unterdruck im Gehörgang heftig war. Sanfteres Einsetzen der Stöpsel ist hier auf jeden Fall angebracht. Tatsächlich schirmen die Aufsätze Geräusche gut ab. Außerdem halten die Kopfhörer gut in meinen Ohren, fühlen sich allerdings etwas unangenehm an. Nach etwa 30 Minuten musste ich die Kopfhörer ablegen. Die einfachen Aufsätze finde ich deutlich angenehmer zu tragen, bieten mir allerdings keinen so sicheren Halt. Den Unterdruck finde ich bei dieser Variante erträglicher. Beim Sport haben die nach IPX5 wasserdichten Kopfhörer ebenfalls gut im Ohr gehalten. Doch nun zum Wichtigsten: so klingen die NuForce BE2.

Ohne Equalizer, ohne mich

Zugegeben – angesichts des Kaufpreises von knapp 50 Euro habe ich keinen „Ohrgasmus“ erwartet. Bass-lastige R’n’B-Sounds klingen recht blechern und oberflächlich mit den NuForce BE2. Mein geliebter Apple-Equalizer „Rock“ konnte das allerdings in eine bessere Bahn lenken. Der Filter sorgt für deutlich mehr Tiefgang und Bass. Leider kann auch der beste Equalizer nicht darüber hinwegtrösten, dass die Musik nur oberflächlich ankommt, und nicht durch meinen ganzen Körper dringt, wie es zum Beispiel bei den Libratone Q Adapt der Fall ist. Hier muss man aber ganz klar sagen, dass die Kopfhörer von Optoma eben auch deutlich preisgünstiger sind.

Die NuForce BE2 sollen laut Hersteller auf eine Spielzeit von zehn Stunden pro Akku-Ladung kommen. Während des Tests hatte ich daran nichts auszusetzen. Ich musste die NuForce BE2 einmal in sieben Tagen aufladen. Das ist eine ordentliche Akku-Leistung. Vor allem wenn ich komplett kabellose Kopfhörer betrachte, die deutlich öfter geladen werden müssen. Dazu zählen beispielsweise die Apollo 7 von Erato oder VerveOnes von Motorola und natürlich die Apple AirPods.

NuForce BE2 im Test
Image by Julia Froolyks

Fazit: Optoma kann es besser, lieber etwas mehr investieren

Bei den Optoma NuForce BE2 handelt es sich um raffiniert designte In-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth-Funk und guter Ausstattung an Ohrpassstücken. Sie sind im günstigen Preissegment angesiedelt. Das ist prima für Nutzer mit begrenztem Budget. Allerdings müssen sie für den niedrigen Preis auch Kompromisse eingehen.

Schade ist, dass es beinahe schon eine Erleichterung ist, das neue Kopfhörer-Modell von Optoma aus den Ohren zu nehmen. Nicht aufgrund des eher oberflächlichen Sounds, sondern weil die Passform der NuForce BE2 zumindest in meinem Fall nicht vorhanden ist. Innerhalb meines Gehörgangs entsteht ein enormer Druck, der mir bereits nach zehn Minuten Musikhören den Spaß an meinen Lieblingssongs nahm. Dies mag bei anderen Nutzern jedoch bequemer ausfallen. Schließlich ist jeder Gehörgang verschieden geformt.

Klang-technisch schaffen die Bluetooth-Kopfhörer nur in Kombination mit einem iPhone-Equalizer annehmbaren Sound, der trotz allem nicht durchdringend ist. Ich fühle die Musik einfach nicht. Die NuForce BE2 ordnen sich zwar in das günstigere BT-Kopfhörer-Segment ein. 50 Euro würde ich für die Kopfhörer allerdings trotzdem nicht ausgeben. Schließlich gibt es zum gleichen Preisniveau empfehlenswertere Optionen. Mein Alternativ-Tipp für euch und euer iPhone sind die VerveRider von Motorola, die mir ebenfalls zum Praxistest vorliegen. Dieses Modell bekommt ihr bereits ab knapp 60 Euro bei Amazon. Es liefert satten Sound, eine gute Passform und ebenfalls eine lange Akkulaufzeit.

Wer trotzdem gern bei Optomas NuForce-Serie bleiben möchte, weil er damit einfach gute Erfahrungen gemacht hat, sollte lieber ein paar Euro mehr investieren und zu den Modellen BE Sport3 oder BE6i greifen. Sie haben uns im Test besser gefallen.


Images by Julia Froolyks


Julia Froolyks

Technikjournalistin und leidenschaftlicher Fan von Marktneuheiten. Hat vieles ausprobiert, ist aber am Ende immer wieder bei Apple-Produkten gelandet. Neben neuen Gadgets testet sie gerne Smartwatches und Kopfhörer.

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