Nun spielt mal schön: Gamepads SteelSeries Nimbus Wireless und Mad Catz C.T.R.L.i im Vergleich

Seit der vierten Generation des Apple TV taugen jetzt alle Computer-Kategorien aus Cupertino als Spielekonsolen. Wer neben der Set-Top-Box auch gern auf iPhone, iPad und Mac zockt, freut sich über Gamepads, die auf mehreren Plattformen Spaß machen. Ich vergleiche zwei Allrounder: SteelSeries Nimbus Wireless und Mad Catz C.T.R.L.i.

Nicht nur ein Spezialist für den Apple TV 4: SteelSeries Nimbus Wireless

Wer im Web-Store von Apple nach einem Controller für den Apple TV 4 sucht, findet dort derzeit ausschließlich den Nimbus Wireless vom dänischen Peripherie-Hersteller SteelSeries. Für diese Sonderrolle qualifiziert ihn lediglich ein „Menü“-Knopf, mit dem man durch einen langen Druck aus dem Spiel direkt auf den Start-Bildschirm des Apple TV zurückkehren kann. Ansonsten unterscheidet sich das Konzept des 60 Euro teuren SteelSeries Nimbus Wireless nicht grundsätzlich von anderen herkömmlichen Apple-kompatiblen Gamepads.

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Wird speziell für Apple TV 4 empfohlen, geht aber mit allen Apple-Geräten: SteelSeries Nimbus Wireless.

Das Layout ähnelt dem des PlayStation-Controllers. Das Steuerkreuz befinde sich also links außen, dafür sind rechts daneben zwei Analog-Sticks symmetrisch angeordnet. Darüber hinaus verfügt der Nimbus Wireless über die vier Aktionstasten A, B, X und Y, vier Schultertasten, einen An-/Aus-Schiebeknopf sowie einen Knopf fürs Bluetooth-Pairing. Die vierteilige LED-Leiste dient dazu, den jeweiligen Spieler dem Steuergerät zuzuordnen, wenn mehrere Controller zum Einsatz kommen.

Die Funkverbindung klappt im Test auf Anhieb. Neben dem Apple TV 4 fungieren im Test auch ein iMac sowie ein iPhone 6 und ein iPad Air als Kommunikationspartner. Der SteelSeries Nimbus Wireless ist MFi-zertifiziert (Made for iPhone/iPod/iPad) und versteht sich daher mit Apples Mobilgeräten problemlos. Bis zu fünf gepairte Geräte kann sich der Controller merken. Jede erneute Verbindung mit ihnen erfolgt dann automatisch.

Gamepad SteelSeries Nimbus Wireless von hinten
Den SteelSeries Nimbus Wireless lädt man per Lightning-Kabel.

Der 245 Gramm schwere Controller fühlt sich wertig an. Nichts klappert und wackelt. Dank seiner mattierten Kunststoffoberfläche liegt er rutschfest in der Hand. Alle Bedienelemente lassen sich gut erreichen. Die Druckpunkte der Tasten sind präzise.

Im Gegensatz zu vielen anderen Gamepads, bezieht der Nimbus Wireless seine Energie aus einem fest verbautem Akku. Der Energiespeicher kann über ein beliebiges Lightning-Kabel aufgetankt werden. Die Akku-Laufzeit wird vom Hersteller mit 40 Stunden angegeben. Diese Dauer habe ich während des mehrwöchigen Tests nicht ausgeschöpft. Um einen überraschender Stromnotstand zu vermeiden, kann gelegentliches vorbeugendes Laden nicht schaden. Eine blinkende LED warnt nämlich erst 20 Minuten, bevor der Saft alle ist.

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Die Chancen in der SteelSeries-App auf ein gutes Spiel zu treffen, stehen 50:50.

Sofern mit dem iPhone oder iPad verbunden, kann ich mit der Begleiter-App den Akkustand prüfen und die Firmware bei Bedarf updaten. Außerdem listet ein Spiele-Katalog Apps auf, die kompatibel zu einem Controller sind. Diese Funktion finde ich wenig jedoch wenig gelungen, da bei allen drei Sortierkritieren die Highlights nur schwer unter jeder Menge Grotten-Games aufzuspüren sind.

Gemacht für iPhone-Gamer: Mad Catz C.T.R.L.i

Mad Catz C.T.R.L.i ist für mobiles Spielen entwickelt. Der augenfälligste Hinweis darauf ist die Smartphone-Halterung. Ein iPhone 6 mit inklusive Hülle passt einwandfrei in die Spannvorrichtung. Sie bietet so viel Spielraum, dass auch ein Plus-Gerät dort Platz finden sollte. Die Halterung lässt sich ganz einfach von Hand mit einer Schraube befestigen und entfernen. Es geht auch ohne. Der 50 Euro teure Mad Catz C.T.R.L.i ist nämlich flexibel und versteht sich als MFi-kompatibles Gerät auch mit einem iPad.

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Der Mad Catz C.T.R.L.i eignet sich besonders für die, die vor allem auf dem iPhone spielen.

Am Apple TV 4 macht der 270 Gramm schwere Controller vom kalifornischen Peripherie-Hersteller ebenfalls eine gute Figur. Gegenüber der Menü-Taste am SteelSeries Nimbus Wireless besteht kein Nachteil. Mit der „Pause“-Taste kommt man ebenfalls durch einen langen Druck vom Spiel auf den Startbildschirm. Nur mit einem iMac (Late 2012) lässt der Controller von Mad Catz sich nicht koppeln. Dafür ist eine alternative Variante des Modells namens C.T.R.L.R vorgesehen.

Die Anordnung der Bedienelemente ist mit der eines Xbox-Controllers vergleichbar. Daher ist am linken Ende einer von zwei Analog-Sticks zu finden. Das Steuerkreuz befindet sich rechts daneben. Dazu kommt das übliche Tasten-Angebot: Vier Aktionstasten (A, B, X und Y) und vier Schultertasten. Zwischen den beiden Handgriffen lässt sich der Controller mit einem Schieber an- und ausschalten.

Mad Catz C.T.R.L.i von hinten
Mad Catz C.T.R.L.i: Die iPhone-Halterung lässt sich mit einer Schraube einfach befestigen oder entfernen.

Das Pairing übernimmt eine dezidierte Bluetooth-Taste. Die Kontaktaufnahme geht im Grunde ratzfatz. Ärgerlich ist nur, dass sich der Controller von Mad Catz nicht mehr als ein Gerät merken kann. Daher geht die Prozedur bei jedem weiteren iDevice von vorne los.

Der Druckpunkt der Tasten ist knackig, die Analog-Sticks schnappen straff zurück. Die Auflagepunkte von Steuerkreuz und Analog-Sticks sind mattiert und bieten damit guten Halt. Doch warum zum Teufel hat sich Mad Catz für eine lackierte Oberfläche der Schultertasten und der Oberseite des Controller-Gehäuses entscheiden? Schon mit Ruhepuls rutsche ich leicht auf den Tasten weg. Bei schweißtreibenden Gefechten entsteht geradezu Aquaplaning! Mal ganz zu schweigen davon, dass die glänzende Oberfläche des Game-Controllers nach wenigen Berührungen schon veritabel versifft aussieht.

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Richtig gute Spiele-Empfehlungen muss man auch in der App von Mad Catz suchen.

Bei der Energieversorgung priorisiert Mad Catz eine einfache und schnelle Nachschubmöglichkeit. Zwei im Lieferumfang enthaltene AAA-Batterien treiben den Controller an und lassen sich schnell austauschen. Aus einem Batteriesatz soll der Controller Mad Catz zufolge bis zu 40 Stunden Spielzeit herausholen. Wie im Fall des Nimbus Wireless habe ich das nicht getestet. Seit vier Monaten bei mir im Einsatz, benötigte der C.T.R.L.i bislang noch keine neuen Stromspeicher.

Der Ladezustand lässt sich in einer passenden App prüfen. Sie ist kostenlos downloadbar. Ein Firmware-Update ist darüber ebenfalls möglich. Zudem können Nutzer die Funktionstüchtigkeit jedes Bedienelements checken. Eine Übersicht von mit Gamepads kompatiblen Spielen bietet die App zum Testzeitpunkt nicht.

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Funktionieren alle Tasten okay? In der App von Mad Catz lässt sich das prüfen.

Fazit: Zwei geniale Gamepads

Zum Steuergerät von Mad Catz greifen vor allem iPhone-Gamer, die ihr Smartphone durch die mitgelieferte Halterung in besserer Sichtweite montieren möchten. Das ist insbesondere in Bus und Bahn praktisch, wo man das iPhone nicht ablegen kann. Mit einer derartigen Vorrichtung kann der Controller von SteelSeries nicht dienen. Dafür versteht er sich auch mit Macs und ist somit der breiter aufgestellte Allrounder. Wer öfters zwischen mehreren Geräten wechselt, ist beim Nimbus besser aufgehoben. Er kann sich fünf Devices merken, der C.T.R.L.i nur eines.

Fingerabdrücke steckt der Nimbus Wireless dank seiner mattierten Oberfläche leichter weg als der hochglänzende C.T.R.L.i. Die Spieldauer mit einer Stromladung wird von beiden Herstellern gleich angegeben. Doch die entnehmbaren Batterien des Geräts von Mad Catz sind schneller gewechselt. Der C.T.R.L.i ist minimal (25 Gramm) schwerer als der Nimbus Wireless. Die Preisdifferenz von 10 Euro ist vernachlässigbar.

Unterm Strich gilt: Egal, wie ihr euch entscheidet – sowohl der SteelSeries Nimbus Wireless als auch der Mad Catz C.T.R.L.i sind hochwertige Gamepads für die Apple-Welt.

Images by Berti Kolbow-Lehradt

Berti Kolbow-Lehradt

Berti ist ein pragmatischer Tech-Nerd, der gern Dinge testet, die das Leben komfortabler gestalten und vor allem Spaß bereiten. Er liebt smarte Unterhaltungstechnik sowie digitale Fotografie – und gibt gern Ratschläge dazu. Daher auch der Spitzname „RatgeBerti“. Wäre er nicht Technik-Journalist geworden, dann in einem anderen Leben vielleicht Superheld mit Technik-Overkill (Batman?) oder menschlicher Side-Kick bei den Transformers.

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