Parallels 13 im Test: Windows, Linux und Android auf dem Mac nutzen

Parallels ist eine Software für den Mac mit der ihr Windows, Linux oder Android auf eurem Mac installieren könnt. Diese könnt ihr dann parallel zu macOS verwenden. Im Gegensatz zu Apples Lösung Bootcamp, ist kein Neustart erforderlich, um in das andere Betriebssystem zu wechseln. Die Virtualisierungssoftware von Hersteller Parallels ist in der dreizehnten Version erschienen und bringt einige spannende Neuerungen mit. So könnt ihr den People Hub aus Windows 10 auf eurem Mac sowie die Touch Bar eures MacBook Pro unter Windows verwenden. Ich zeige euch was das neue Parallels 13 kann, und wie ihr es ideal nutzt.

Parallels 13: Einfacher Start

Nach der Installation von Parallels 13 öffnet sich der Installationsassistent und fragt den Nutzer, welches Betriebssystem man neben seinem bestehenden System installieren möchte. Neben Windows 10 stehen euch auch diverse Linux-Distributionen (Ubuntu, Fedora, CentOS, Debian und Mint) zur Verfügung. Android 7.0 oder macOS stehen ebenfalls zur Auswahl. Außerdem hat man die Möglichkeit, ältere Windows-Versionen oder weitere Linux-Distributionen mithilfe einer Image-Datei zu installieren. Mit Parallels 13 könnt ihr außerdem Windows mitsamt aller Daten und Programme von einem PC kopieren.

Wenn man sich für die Installation von Windows 10 entscheidet, wird man gefragt, ob man Windows 10 Home oder Pro kaufen möchte. Wenn ihr bereits einen Lizenzschlüssel besitzt, könnt ihr diesen benutzen. Anschließend wird Windows 10 automatisch heruntergeladen und installiert. Dabei ging die Installation auf meinem 2015er MacBook Pro erstaunlich schnell vonstatten.

Zwei Systeme, Eine Datensammlung

Der Windows-10-Desktop zeigt dieselben Dateien, die ich auch unter macOS auf dem Desktop abgelegt habe. Auch die restlichen Ordner waren mit denen unter macOS identisch. Dies macht es besonders einfach, eine Datei unter Windows zu bearbeiten und sie anschließend am gewohnten Ort unter macOS abzuspeichern. Wer diese Option allerdings nicht nutzen möchte, kann sie in den Einstellungen auch abschalten.

Windows-Programme auf dem Mac

Wenn ihr nicht mit der Oberfläche von Windows arbeiten möchtet, könnt ihr unter Windows installierte Programme an die Taskleiste von macOS anhängen. Beim Start der Programme öffnet Parallels 13 dann im Hintergrund die virtuelle Maschine und stellt das Programfenster unter macOS dar. Auch Drag-and-Drop funktioniert zwischen Windows- und Mac-Programmen problemlos.

Die sogenannte People Bar, die im letzten Update von Windows 10 eingeführt wurde, lässt sich an die Menüleiste von macOS ebenfalls anheften. So könnt ihr eure am häufigsten kontaktierten Kontakte anheften und per Drag-and-Drop Dateien mit ihnen teilen. Es kommen aber nicht nur Windows-Features auf den Mac. Beispielsweise kann bei einem 2016er oder 2017er MacBook Pro mit Touch Bar diese nun auch unter Windows 10 verwendet werden. Parallels 13 ermöglicht es euch, das Layout der Touch Bar nach euren Bedürfnissen für jedes Windows-Programm individuell anzupassen.

Parallels 13 im Test
Image by Timo Brauer

Android nur für Profis

Im Gegensatz zu Windows lassen sich unter Android keine Dateien teilen oder Programme einzeln verwenden. Auch fehlen essenzielle Apps wie der Google Play Store zum Herunterladen neuer Anwendungen. Des Weiteren ließen sich einige Programme wie die Kamera-App nicht verwenden, weil Android anscheinend nicht auf die im Mac verbaute Kamera zugreifen kann. So eignet sich Android unter Parallels 13 nur für Entwickler zum Testen von Apps, aber nicht um populäre Android-Apps wie WhatsApp, Instagram oder Snapchat auf dem Mac verwenden zu können.

Solide Performance auch mit mehreren Betriebssystemen

An der Performance der installierten Betriebssysteme mit Parallels 13 gibt es nichts auszusetzen. Natürlich ist die Performance abhängig von der Leistung eures Macs. Auf meinem MacBook Pro 2015 mit einem i7-Prozessor und 16 GB Ram liefen auch mehrere, mit Parallels 13 installierte Systeme ohne Probleme. Sehr gut gefallen hat mir auch die Möglichkeit, Windows in einem kleinen Fenster per Bild-im-Bild immer im Blick zu haben- So könnt ihr beispielsweise längere Installationen überwachen und trotzdem unter macOS weiterarbeiten.

Fazit: Parallels 13 lohnt sich vor allem für Windows 10 auf dem Mac

Zu einem Preis ab 80 Euro erhält man mit Parallels 13 eine gute Möglichkeit, Windows oder Linux auf dem Mac zu verwenden. Besonders wenn ihr auf ein spezielles Windows-Programm angewiesen seid, aber das Arbeiten auf einem Mac bevorzugt, ist Parallels 13 eine gute Lösung. Falls ihr schon die vorherige Version von Parallels einsetzt, lohnt sich ein kostenpflichtiges Upgrade in meinen Augen nur, wenn ihr ein MacBook mit Touch Bar verwendet.

Wenn ihr hingegen Windows nur gelegentlich benutzt und keine Dateien zwischen den beiden Systemen austauschen möchtet, könnt ihr auf Apples kostenlose Lösung Bootcamp setzen.

Parallels 13 ist auf der Hersteller-Seite in drei Versionen erhältlich: Die Standard-Version für Privatleute und Schüler kostet rund 80 Euro pro Jahr, die Pro-Version für Entwickler, Tester und Power-User sowie die Business-Version für den Geschäftseinsatz jeweils 100 Euro.


Teaser Image by StockSnap / Pixabay (CC0 Lizenz), adapted by Julia Froolyks; Images by Timo Brauer


Timo Brauer

Timo studiert Technikjournalismus in Bonn und beschäftigt sich mit jedem Technikprodukt, das ihm unter die Finger kommt. Besonders Gadgets fürs Smart Home haben es ihm angetan. Wenn er nicht gerade mit Technik herumspielt, ist er auf Reisen - Smartphone und Kamera immer dabei.

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