Poltische Kommunikation mal mobil: „Call a Rep“-App

Im 21. Jahrhundert nehmen die Möglichkeiten der Kommunikation exponentiell zu. Dies liegt vor allem am Web 2.0, welches dadurch in der politischen Kommunikation an Bedeutung gewinnt. Abgeordnete und Regierungsmitglieder setzen immer mehr auf moderne Kommunikationsmittel, um den Web 2.0 affinen Wähler zu erreichen. Seien es twitternde BundestagsabgeordnetInne wie Dorothee Bär (CSU) und Konstantin von Notz (Grüne) oder seit kurzem auch der CDU-Politiker Peter Altmaier, die WählerInnen direkt im Netz, wo sie sich wahrscheinlich sowieso ständig aufhalten, zu erreichen versuchen oder selbst die Bundeskanzlerin, die ihrenRegierungssprecher twittern lässt und selbst einmal die Woche einen Vodcast veröffentlicht. Kommunikation funktioniert aber auch umgekehrt bzw. sollte auch umgekehrt funktionieren. In der Gegenrichtung hakt es oft in der politischen Kommunikation, besonders im Web 2.0.

So schön kann Politik sein - Die "Call a rep" iPhone App.
So schön kann Politik sein - Die "Call a rep" iPhone App.

Dienste wie Abgeordnetenwatch.de, eine überparteiliche und institutionell unabhängige Internetplattform, die für BürgerInnen die Möglichkeit eröffnet, deutsche Abgeordnete verschiedener Parlamente öffentlich zu befragen, zeigt oft auch, dass das Angebot besonders von PolitikerInnen nicht immer genutzt wird. Es besteht aber ebenfalls die Möglichkeit sich direkt an die PolitikerInnen zu wenden, sei es nun über die meist den BürgernInnen vollkommen unbekannten Wahlkreisbüros, in denen oft nur MitarbeiterInnen des ja in Berlin weilenden Abgeordneten Wache schieben, oder direkt via E-Mail oder klassisch auf dem Postweg. Wenn man dann aber einmal einen Grund findet, sich an einen Abgeordneten zu wenden, vergisst man sein Vorhaben aber bis man zu Hause ist oder verliert sich im Internet bei der Suche, wer denn nun eigentlich der richtige Ansprechpartner ist.

An dieser Stelle setzen die beiden Münchner Studenten Julian Asamer, Student der Informatik an der TU München und Falko Blumenthal, Student der Politischen Wissenschaften an der Hochschule für Politik, an. Asamer und Blumenthal haben eine App für das iPhone entwickelt, mit der es iPhone-Usern möglich ist, wo immer sie sich gerade befinden, schnell und direkt an den/die zuständige/n BundestagsabgeordnetInnen zu wenden. Mit Hilfe der „Call a Rep“-App für das iPhone soll es möglich sein, aus einem Menü einen Politikbereich auszuwählen und – basierend auf dem eigenen Standort – die Kontaktdaten des/der verantwortlichen BundestagsabgeordnetInnen auf dem Bildschirm zu haben. Von hier aus sollen Anrufe, E-Mails, oder öffentliche Posts auf dem Abgeordnetenprofil von Abgeordnetenwatch.de, direkt möglich sein. Julian Asamer erklärt die Funktion sehr gut in einem eigenen Video.

Die Idee hinter der App war es, ein zeitgemäßes Werkzeug zur politischen Kommunikation zu entwickeln, um einen besseren Kontakt zur Politik für die Generation der Digital Natives zu schaffen, wie Asamer und Blumenthal es beschreiben. Die technisch oft bestens ausgerüstete, aber der klassischen Politik meist ferne Jugend, hat so die Möglichkeit den Wert von Politik im Alltag besser zu erkennen. Wenn durch die App ein Bewusstsein für den Zusammenhang des öffentlichen Lebens und der Politik geschaffen wird, haben Asamer und Blumenthal einen bedeutenden Einfluss auf die moderne politische Willensbildung genommen. Ziel der beiden ist es, auf einer zweiten Ebene, also neben der Möglichkeit der direkten Kontaktaufnahme, Probleme und Ideen aus dem alltäglichen Leben (wieder) mit der Politik in Verbindung zu bringen. Probleme im öffentlichen Leben sollen, wenn es nach den Beiden geht, als lösbar und eigene Initiative als mit Resultaten verbunden gesehen werden.

Die iPhone-App „Call a Rep“ gibt es als kostenlose Version im iTunes-Appstore und in einerwerbefreien Version für 1,59 Euro.

Hinweis: Diese Applikation erfordert iOS 4.0.2 oder höher. Über die Verlinkung werden Sie direkt zu iTunes weitergeleitet, welches zur Installation Voraussetzung ist.

Copyright 2011 isarmatrose.com. Veröffentlich unter der Creative Commons Attribution SkareAlike 3.0 Lizenz.“

Philipp Biel

hat 2008 mit bielsipod den Startschuss für dieses Projekt gegeben und ist im Laufe der Zeit zum Geschäftsführer des Biel Netzwerk, einem Zusammenschluss themenrelevanter Webseiten, geworden. Nebenbei studiert Philipp BWL & Management an der WHU in Vallendar und ist ein leidenschaftlicher Gründer.

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