Teamplace: Ein Zuhause für alle deine 360-Grad-Aufnahmen [plus Gewinnspiel]

tl;dr – Zur Verlosung geht es am Ende des Artikels.

360-Grad-Aufnahmen vermitteln die Atmosphäre auf einem Berggipfel, am Palmenstrand oder bei mitten in einem Musik-Festival viel eindrücklicher als herkömmliche Fotos oder Videos. Kugelpanoramen mit anderen übers Internet zu teilen, war bisher umständlich. Neben den geschlossenen Plattformen der einzelnen Kamerahersteller standen nur YouTube oder Facebook zur Auswahl. Diesen Flickenteppich will jetzt der Web-Dienst Teamplace beseitigen. Das Start-up aus Berlin bietet den einzig mir bekannten Cloud-Speicher an, auf dem Nutzer ohne Dateikonvertierung 360-Grad-Aufnahmen diverser Kameras hochladen und betrachten können.

So funktioniert 360 Grad bei Teamplace

Per iOS-App oder Browser-Maske erstellen Nutzer einen Projektordner bei ihrem Teamplace-Account, laden die Aufnahmen hoch und teilen diese per Privat-Link gezielt mit Freunden, Familie oder Kunden. Anders als bei YouTube oder Facebook müssen die Dateien nicht für ein größeres Publikum veröffentlicht werden.

Zudem können Aufnahmen aus verschiedenen 360-Grad-Kameras an einem zentralen Ort gespeichert werden. Der Cloud-Dienst unterstützt die Dateien mehrere populärer Modelle statt nur eines, wie auf den hauseigenen Sharing-Portalen der Hersteller.

Teamplace iPhone VR-Brille
In Teamplace für iOS lassen sich recht einfach Bilder aus der 360-Grad-Kamera Insta360 Nano einfügen und hinterher per VR-Brille betrachten. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Der Deal: Teamplace bietet 90 Tage lang kostenlos unbegrenzten Speicherplatz für teilbare Projektordner an. Wer diesen Sharing-Ordner über diese Frist hinaus benutzen will, muss ein Abo ab fünf Euro pro Monat abschließen. Oder er legt einen neuen kostenlosen Projektordner an und verschiebt die alten Dateien dorthin. Teamplace sieht diese Möglichkeit ausdrücklich vor.

Im Vergleich zu den etablierten Speicher-Anbietern sucht Teamplace seine Nische als Collaboration-Tool für Projektteams oder zeitlich begrenzte private Zwecke. Als dauerhaftes Archiv versteht Teamplace sein Speicher-Angebot in erster Linie nicht.

Die Teamplace-Server stehen übrigens in Deutschland. Daher gilt auch der strenge Datenschutz hierzulande.

360-Grad-Workflow ausprobiert

In meinem Praxistest funktionierte das Hochladen und Betrachten per iOS-App genauso gut wie per Web-App im Chrome-Browser auf dem Mac. Beim Cloud-Speicher OneDrive hatte ich noch eine Bilder-Auswahl aus der 360-Grad-Kamera Ricoh Theta S liegen. Mit der OneDrive-App habe ich die Dateien auf das iPad heruntergeladen und dann bei meinem persönlichen Account in der Teamplace-App für iOS hochgeladen.

Auch aus der Steuer-App der ans iPhone angeschlossenen Kamera Insta360 Nano (zum Test) konnte ich Bilder über einen kleinen Umweg zu Teamplace übertragen. Dazu habe ich das gewünschte Bild als ultrabreitformatiges Panorama in den Bilderordner des iPhone heruntergeladen. Trotzdem waren noch alle Informationen vorhanden, sodass die Teamplace-App die Datei nach dem Hochladen als 360-Grad-Foto identifizierte.

Obwohl die Projektordner ein Verfallsdatum haben, muss sich jeder Nutzer ein Kundenkonto anlegen. Das gilt selbst für die Menschen, die ich zum Betrachten meines Theta-S-Projektordners einlade. Einfach mal unverbindlich wie bei YouTube reinklicken, geht nicht. Einladen kann ich Betrachter per E-Mail-Adresse oder mit einem Social-Account wie zum Beispiel Facebook oder LinkedIn.

Die Fotos und Videos lassen sich dann wahlweise am Desktop oder mit einem Mobilgerät direkt in Teamplace anschauen. Die Videos liefen in der App auf einem iPhone 6 und einem iPad Air ruckelfrei, die Fotos sowieso. Ob eure eingeladenen Zuschauer statt eines Apple-Betriebssystems Windows oder Android nutzen, ist einerlei.

Screenshot Teamplace iPad
Teamplace als iPad-App. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Am Rechner wischt ihr mit der Maus durch die Rundumansicht, auf dem Mobilgerät wischt ihr in der Vollbildansicht mit dem Finger oder ihr verschwenkt das Gerät. Montiert ihr das iPhone in einem Virtual-Reality-Headset der Cardboard-Machart und aktiviert ihr den Button für den VR-Modus auf dem Display, könnt ihr mit Kopfbewegungen durch das Kugelpanorama navigieren.

Hier könnt ihr euch eine Auswahl an Fotos und Videos in 360 Grad angucken, die von Teamplace zusammengestellt wurde.

Wie Teamplace 360-Grad-Aufnahmen erkennt

Dass 360-Grad-Aufnahmen als solche automatisch erkannt werden, ist nicht trivial. Einen Standard oder ein spezielles Dateiformat gibt es dafür nicht. Liegen aber mehrere, typische Merkmale in den Metadaten der jpg- oder mp4-Dateien vor, zählt Teamplace unter der Haube eins und eins zusammen.

Umfassend getestet hat Teamplace die Unterstützung der Kameramodelle Ricoh Theta S, LG 360 CAM, Samsung Gear 360, Panono und Nikon Keymission. Die Dateierkennung ist aber nicht auf diese Auswahl beschränkt. Auch Bilder aus einer von mir verwendeten Insta360 Nano wurden automatisch erkannt, obwohl sie von Teamplace nicht offiziell gelistet ist. Mehr zu den technischen Voraussetzungen erklärt der Anbieter in seinen FAQ.

Wichtig: die 360-Grad-Aufnahmen müssen bereits „gesticht“ sein. Das setzt voraus, dass ihr die in der Kamera entstandenen Teilbilder mit der App des Kameraherstellers oder einer Desktop-Software zu einer Kugelaufnahme kombiniert habt. Diese Rechenaufgabe übernimmt Teamplace nicht. Daher werden Bilder, die ich mit der Samsung Gear 360 aufgenommen aber nicht mit der „Gear 360 Manager“-App vollendet habe, nur zweidimensional dargestellt. (zum Test der Gear 360 bei Androidpiloten.)

Fazit

Mir gefällt es, Reiseerlebnisse per Knopfdruck mit einer 360-Grad-Kamera festzuhalten. Dass ich diese bislang nur einem Menschen im gleichen Raum oder in meiner Facebook-Timeline zeigen konnte, hat mich genervt. Teamplace ist ein Dienst, auf den ich gewartet habe. Die 360-Grad-Darstellung bei Fotos funktioniert reibungslos, bei Videos kann sie noch flüssiger werden. Ansonsten lässt sich der Cloud-Dienst so intuitiv bedienen, wie ich es von einem zeitgemäßen Web-Angebot erwarte.

Das Preismodell mit der 90-tägigen Gratisnutzung eines sich ansonsten löschenden Cloud-Speicherordners ist neu und gewöhnungsbedürftig. Der Web-Dienst würde sich aus meiner Sicht einen Gefallen tun, sein Preismodell zu vereinfachen. Dann könnte man es insbesondere Konsumenten in einem kurzen Satz und nicht nur in einem ganzen Absatz erklären. Warum machen sie es dann doch kompliziert? Weil sie es können. Einen besseren zentralen Hub für 360-Grad-Aufnahmen gibt es derzeit nicht.

Verlosung: Sichert euch euer Upgrade für Teamplace

Ihr möchtet Teamplace ausprobieren, benötigt aber einen Speicherordner, der länger als 90 Tage besteht? Wir verlosen zusammen mit Teamplace drei Upgrade-Codes für den Tarif Teamplace Professional mit 100 GB Speicherplatz und einer Laufzeit von sechs Monaten. Sichert euch auf der Verlosungsseite eure Gewinnchance! Teilnahmeschluss ist am 28. Februar 2017.


Images by Teamplace, Berti Kolbow-Lehradt


 

Berti Kolbow-Lehradt

Berti ist ein pragmatischer Tech-Nerd, der gern Dinge testet, die das Leben komfortabler gestalten und vor allem Spaß bereiten. Er liebt smarte Unterhaltungstechnik sowie digitale Fotografie – und gibt gern Ratschläge dazu. Daher auch der Spitzname „RatgeBerti“. Wäre er nicht Technik-Journalist geworden, dann in einem anderen Leben vielleicht Superheld mit Technik-Overkill (Batman?) oder menschlicher Side-Kick bei den Transformers.

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