Things 3 für iOS und watchOS im Test: To-Do-Liste für all eure Apple-Geräte

Die App Things aus der deutschen Softwareschmiede Cultured Code ist eine der ältesten iPhone-Apps überhaupt. Ich hatte sie bereits auf meinem ersten iPhone installiert, zwischenzeitlich aber aus den Augen verloren. Zu Unrecht, denn Things hat sich aus gutem Grund zu einer der beliebtesten Anwendungen fürs Aufgaben-Management entwickelt und wurde 2017 mit dem Apple Design Award prämiert. In meinem Test hat nicht nur das Design des optisch komplett überarbeiteten Things 3 überzeugt. Auch die Funktionen auf iPhone, iPad und Apple Watch sind zum Teil ein echter Lifesaver im Alltag.

Things 3 für iOS: schickes aber etwas eigenes Design

Nach dem Download der rund 40 Megabyte großen App wurde ich von einem Tutorial begrüßt, das mir die Grundfunktionen der App erläuterte. Eine längere Anleitung die euch alle Funktionen der App erklärt, steht ebenfalls zur Verfügung. Things 3 bietet auf fast allen Geräten den gleichen Funktionsumfang, inklusive dem Mac. Nur die Apple-Watch-App ist etwas reduziert.

Das Design ist ebenfalls einheitlich gehalten, was es einfach macht, sich auf den verschiedenen Plattformen schnell zurecht zu finden. Die App ist relativ schlicht gestaltet, verfügt aber über viele Animationen. Leider sind einige Funktionen nur über Gesten erreichbar, was die Benutzung anfangs etwas erschwert. Dennoch gefällt mir das Design sehr gut, auch wenn es nicht ganz die Designsprache von iOS trifft. Nach kurzer Eingewöhnungszeit stellen die Wischgesten jedoch keine Schwierigkeit dar.

Drei Bereiche sorgen für Ordnung

Die App ist in drei Bereiche aufgeteilt. Dabei befindet sich ganz oben der Eingang. Hier werden schnell notierte Aufgaben abgelegt und können später mit einer Deadline versehen, oder zu einem bestimmten Projekt hinzugefügt werden. Auch Aufgaben, die auf der Apple Watch erstellt wurden, landen im Eingang.

Alternativ zum Ablegen im Eingang hat man aber auch die Möglichkeit, beim Erstellen einer Aufgabe gleich festzulegen, bis wann sie zu erledigen ist. Dabei stehen euch die Optionen „heute“, „heute Abend“, „irgendwann“ oder die Auswahl eines individuellen Datums zur Verfügung. Außerdem habt ihr die Möglichkeit, die Aufgabe mit bestimmten Tags zu versehen. Leider haben diese Tags keine Farben, und es ist in der Aufgabenübersicht nicht erkennbar, welche Aufgabe man mit welchem Tag versehen hat.

Unterhalb des Eingangs habt ihr verschiedenen Möglichkeiten, eure Aufgaben nach der gewählten Deadline sortiert anzuzeigen. Unter dem Punkt „Heute“ findet ihr alle Aufgaben, die ihr mit „heute“ oder „heute Abend“ markiert habt, sowie die heutigen Termine aus eurem iPhone-Kalender. Unter dem Punkt „Geplant“ werden euch alle Aufgaben, sowie die Termine aus eurem iPhone-Kalender nach Tagen sortiert angezeigt. Zudem erscheinen unter dem Punkt „Irgendwann“ alle Termine, die ihr mit keiner Deadline versehen habt.

Im unteren Bereich der App könnt ihr Projekte erstellen und mehrere Aufgaben zusammenfassen. Anhand eines kleinen Kreises kann man den Fortschritt des Projektes verfolgen. Ihr könnt bei Bedarf auch weitere Bereiche erstellen und ihnen wiederum Projekte oder einzelne Aufgaben zuweisen. Dazu klickt man einfach auf den Plus-Button und wählt den Punkt „Neuer Bereich“.

Der Plus-Button ist ein echtes Plus

Eine sehr durchdachte Funktion, die einem das Tutorial leider verschweigt, ist der sogenannte Magische Plus-Button. Er kann nicht nur gedrückt werden, um eine neue Aufgabe, ein Projekt oder einen Bereich zu erstellen, sondern auch per Drag-and-Drop auf ein Projekt oder einen Bereich gezogen werden. So könnt ihr an dieser Stelle eine neue Aufgabe erstellen. Diese Funktion steht auf dem iPhone, iPad, der Apple Watch, aber leider nicht auf dem Mac zur Verfügung.

Abgespeckte Funktionen auf der Apple Watch

Dem kleinen Bildschirm geschuldet, werden euch auf der Apple Watch nur die Aufgaben angezeigt, die heute zu erledigen sind. Sie lassen sich abhaken oder auf einen anderen Tag verschieben. Per Sprache könnt ihr auch neue Aufgaben erstellen. Diese landen dann im Eingang der App und lassen sich später am iPhone mit Deadline und weiteren Details versehen.

iCloud und andere Plattformen sind nicht Things Ding

Leider ist es mit Things 3 nicht möglich seine Einträge mit der iCloud zu synchronisieren, wie es viele andere Apps anbieten. Jedoch lässt sich in den Einstellungen der App ein Account bei der sogenannten Things Cloud einrichten, um seine Einträge zwischen Mac, iPad und iPhone zu synchronisieren. Was völlig fehlt ist jedoch die Möglichkeit, außerhalb des Apple-Universums auf seine Einträge zuzugreifen. Weder eine Web-Oberfläche, noch die Möglichkeit Things 3 auf Windows oder Android zu nutzen, stehen zur Verfügung. Hier besteht eindeutig noch Nachholbedarf.

Fazit: Things 3 für iOS tolle Aufgaben-App mit Fortschrittsübersicht

Things 3 ist eine wirklich schick gestaltete App mit einigen praktische Funktionen, die aber Aufgrund der Bedienung mit Gesten für neue Nutzer etwas gewöhnungsbedürftig ist. Nach einer steilen Lernkurve ist sie im Alltag jedoch sehr hilfreich. Besonders praktisch finde ich die Möglichkeit, verschiedene Projekte mit Aufgaben anzulegen und dann den Fortschritt verfolgen zu können.

Nichts ist jedoch perfekt. Deshalb würde ich mir für die Zukunft weitere Funktionen wünschen. So gibt es derzeit zum Beispiel keine Möglichkeit, aus Versehen gelöschte Projekte wiederherzustellen oder seine Projekte über die iCloud zu synchronisieren. Auch der Abgleich über die Plattformgrenzen hinweg wäre wünschenswert. Da das nicht geht, werde ich vorerst weiterhin bei Wunderlist bzw. Microsoft-To-Do bleiben. Wer sich allerdings nur im Apple-Universum bewegt, und auf der Suche nach einer guten Aufgaben-App ist, sollte sich Things 3 auf jeden Fall ansehen. Für knapp 11 Euro könnt ihr die To-Do-App im App Store herunterladen.


Screenshots by Timo Brauer / Image by Pixabay / Pexels (CC0 Creative Commons Lizenz), Teaser Image adapted by Julia Froolyks


Timo Brauer

Timo studiert Technikjournalismus in Bonn und beschäftigt sich mit jedem Technikprodukt, das ihm unter die Finger kommt. Besonders Gadgets fürs Smart Home haben es ihm angetan. Wenn er nicht gerade mit Technik herumspielt, ist er auf Reisen - Smartphone und Kamera immer dabei.

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