Nicht ohne meinen Client: Die richtige Twitter-App für macOS finden

Die offizielle Twitter-App für macOS High Sierra gehört seit kurzem endgültig der Vergangenheit an. Aber kein Grund zur Aufregung, es gibt genug bessere Alternativen. Ich nutze Twitter seit elf Jahren privat am liebsten und meisten über die Web-App. Ja genau, Jack wäre stolz auf mich, aber es ist eben auch etwas dran, dass man im Web das konsistenteste Nutzererlebnis über alle Plattformen hinweg hat.


Dennoch wird es viele – vor allem professionelle – Nutzer geben, die eine lokal installierte Twitter-App für macOS nutzen wollen. Etwa, um mehrere Konten gleichzeitig zu managen oder einfach um den Überblick über laufende Feeds zu behalten. Das ist mit der Web-App wirklich umständlich. Deshalb stelle ich euch hier ein paar andere Möglichkeiten vor, wie ihr Twitter am Mac nutzen könnt.

Bevor ich euch die eine oder andere Twitter-App für macOS von Drittanbietern präsentiere, wollte ich aber wenigstens kurz ausprobieren, wie gut sich Twitter ins Betriebssystem des Macs integrieren lässt. Ab Mountain Lion lassen sich Twitter-Accounts nämlich mit der Mitteilungszentrale verknüpfen, so dass ihr eure Tweets auch bequem von hier aus posten könnt.

Twitter-Apps für macOS: Twitter in der Mitteilungszentrale
Ihr könnt Twitter im Betriebssystem mit der Mitteilungszentrale verknüpfen und von hier aus Tweets senden – mit maximal 140 Zeichen. Image by Lena Simonis

Dazu öffnet ihr in den Systemeinstellungen den Eintrag „Internet-Accounts“ und fügt über den entsprechenden Button ein neues Twitter-Konto hinzu. Benutzernamen und Passwort eingeben und das war es schon. Als nächstes müsst ihr in der Mitteilungszentrale das Widget „Social“ hinzufügen und könnt nun von hier aus twittern. Allerdings nur mit 140 Zeichen und ohne Bilder – Minimalismus pur. Kommen wir nun also zu den echten Alternativen.

1. Tweetdeck: Twitter-App by Twitter

Die neue quasi-offizielle Twitter-App für macOS ist dann wohl Tweetdeck. Die kostenlose App gibt es schon seit fast zehn Jahren. Im Mai 2011 kaufte Twitter die App und brachte im Dezember 2011 unter dem Namen „TweetDeck by Twitter“ eine neue Version der App heraus, die nun erstmals als native Windows- und macOS-Applikation zur Verfügung stand.

Twitter-Apps für macOS: Tweetdeck Interface
Das Interface von Tweetdeck bietet Übersicht über verschiedene Konten und die wichtigsten Themen. Image by Twitter

Seit dem leistet die Twitter-App gute Arbeit, vor allem für Profis und Power-Nutzer. In dem flexiblen Layout lassen sich verschiedene Feeds und Konten mühelos in Spalten organisieren, so dass ihr immer den Überblick behaltet. Ein Tweet-Planungstool, Aktivitäts-Tracking oder eine erweiterte Suche machen den Client zur einer ganz brauchbaren Anwendung. Ob die Twitter-Entwickler ihre Arbeitszeit nun in die Weiterentwicklung dieses Clients stecken? Ich wünsche es der App.

2. Tweetbot: raffiniert und immer API-aktuell

Wer zusätzliche Funktionen schätzt, der wird die recht teure aber zurecht sehr beliebte Twitter-App Tweetbot für macOS in Betracht ziehen. Tweetbot bietet viele raffinierte Funktionen, wie Mute-Filter, oder die Integration von Drittanbieter-Dienste wie Pocket und Readability. Außerdem wird die App regelmäßig aktualisiert, um immer auf dem letzten Stand der Twitter-Schnittstelle zu sein. Tweetbot verfügt zudem über ein aufgeräumtes und frisches Interface, sodass man gerne den ganzen Tag damit arbeitet. Mit 10,99 Euro seid ihr dabei.

Twitter-Apps für macOS: Tweetbot Interface
In Sachen API immer aktuell, Tweetbot bietet außerdem interessante Extras. Image by Tapbots

3. Twitterrific 5: barrierefrei per VoiceOver

Mit 8,99 Euro nicht ganz so teuer und im Mac App Store auch besser bewertet, ist Twitterrific 5 für Twitter. Die App ist eine der ältesten Twitter-Apps und zielt vor allem auf eine einfache, barrierefreie Bedienung und ein klares Interface ab. Entsprechend flexibel lässt sich die Timeline anpassen. Zudem unterstützt die App inzwischen die Apple Watch, ebenfalls das Mitteilungszentrum und lässt sich auch per VoiceOver steuern.

Twitter-Apps für macOS: Twitterrific 5
Twitterrific 5 wirkt nicht nur aufgeräumt und übersichtlich, ihr könnt damit auch per VoiceOver twittern. Image by Iconfactory

4. Tweeten: built with in London

Einer der besten kostenlosen Twitter-Clients ist Tweeten. Die App basiert auf Tweetdeck, bietet aber wesentlich mehr Funktionen. Neben dem automatischen Refresh beispielsweise das Video-Download direkt aus dem Stream oder die integrierte GIF-Suche über Giphy. Darüber hinaus lässt sich Tweeten per CSS im Design anpassen sowie in die TouchBar auf dem Mac integrieren.

Twitter-Apps für macOS: Tweeten Interface
Die Tweeten-App basiert auf Tweetdeck, bietet aber mehr Funktionen und seit Neuestem ein responsives Interface. Image by Tweeten

5. Echofon: Power-Twitter nur noch mobil

Echofon wäre eine gute Wahl, wenn ihr einen besonders leistungsstarken aber minimalistischen Client sucht. Leider wird die Version für macOS seit Januar 2018 nicht mehr weiterentwickelt. Die Entwickler von Ubermedia wollen sich auf die mobilen Echofon-Apps konzentrieren. Dennoch ist Echofon als Twitter-App für macOS nach wie vor im Mac App Store erhältlich und kostet 10,99 Euro, ist aber auch in einer kostenlosen Version verfügbar.

Fazit Twitter-App für macOS: Eine für jeden Geschmack

Wenn ihr mehrere Konten verwalten müsst und den Überblick über verschiedene Feeds nicht verlieren wollt, solltet ihr eine Twitter-App für macOS nutzen. Dabei kommt ihr mit kostenlosen Angeboten wie Tweetdeck oder Tweeten schon recht weit. Wollt ihr auf zusätzliche Funktionen, wie die Integration von Drittanbieter und regelmäßige Updates nicht verzichten, rechtfertigt das auch die Investition in eine kostenpflichtige App wie Tweetbot.

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#BreakingMyTwitter: Damoklesschwert über Drittanbieter-Apps

Seit einer Ankündigung von Twitter im vergangenem Jahr, dass man die Schnittstelle für Entwickler Mitte 2018 starkt einschränken werde, hängt ein Damoklesschwert über allen Drittanbieter-Apps. Entwickler befürchten, dass sie wichtige Funktionen wie Push-Benachrichtigungen und automatischen Timeline-Aktualisierungen dann nicht mehr auf gewohnte Weise integrieren können.

Wann sie Zugriff auf die neue API erhalten steht noch in den Sternen. Mehrere Entwickler hatten sich zusammengeschlossen um auch Nutzer auf das Problem aufmerksam zu machen. Inzwischen hat Twitter eingelenkt und die Änderungen auf noch unbestimmte Zeit verschoben. Außerdem will das Unternehmen die Entwickler nun 90 Tage vor der Umstellung informieren.


Images by ad_stock / stock.adobe.com; Lena Simonis; Tweeten; Iconfactory; Tapbots; Twitter

Lena Simonis

ist Fachjournalistin für Interactive Design, Technologie, eCommerce, digitale Wirtschaft und Bildung. Lebt seit 2003 in Hamburg und arbeitete dort unter anderem als Redakteurin für einen Kulturverein, verschiedene Fachverlage, Agenturen und Start-Ups.

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