Apple Clips schon jetzt nutzen: Die Alternativen iMovie, Spark, Premiere und Quik im Vergleich

Aus dem Stehgreif beeindruckende Videos produzieren – das soll bald die neue Kreativ-App Apple Clips ermöglichen. Mit der Anwendung könnt ihr demnächst auf dem iPhone oder iPad Videos aufnehmen, mit Live-Texten, Effekten sowie Filtern überlegen und dann im Social Web teilen. Die App erscheint im April. Aber worauf warten? Apple erfindet das Rad ja nicht neu. Existierende iOS-Apps wie Apples iMovie, Adobe Premiere Clip, Adobe Spark Video und GoPro Quik bieten längst die Möglichkeit, schnell und einfach Bewegtbilder kreieren. Doch welche App ist die richtige für euch? Ich vergleich für euch die fünf genannten Programme.

Apple Clips und iMovie im Vergleich

Um heutzutage Videos zu produzieren, braucht es schon fast keinen leistungsstarken Computer mehr. Zumindest wenn es um schnelle Clips geht, in denen Fotos als Slideshow laufen oder kurze Videosequenzen, die mit dem Smartphone aufgenommen wurden. Ein wenig Nachbearbeiten und mit Musik hinterlegen – das bekommen viele Video-Apps mittlerweile hin. Mit Apples neuer iOS-App Clips soll das noch einfacher und spielerischer gehen, wie die Produkt-Webseite und das folgende Teaser-Video aufzeigen.

Dabei hat Apple eigentlich schon eine eigene Video-App für Einsteiger: iMovie. Auf neueren iPads und iPhones ist iMovie gratis vorinstalliert. Falls nicht, kostet sie 4,99 Euro. Der große Vorteil von iMovie: Ihr könnt nahtlos zwischen der mobilen und der Desktop-Version wechseln. Projekte, die ihr auf einem Gerät beginnt, könnt ihr auf dem anderen beenden. Da Clips nur als Mobil-App gedacht ist, bietet die Neuerscheinung diese Möglichkeit des vernetzten Arbeitens nicht.

Allerdings bietet die iOS-Variante von iMovie nicht die gleichen Features wie Apple Clips. So lassen sich etwa keine Emoji oder Live-Untertitel einfügen. Die Untertitel-Funktion von Clips klingt dabei wirklich sehr interessant. Sie funktioniert demnach so: Während ihr in der App eine Videosequenz aufnehmt, könnt ihr etwas zu eurem Film oder dem Motiv sagen – die App soll euer Gesprochenes erkennen und es animiert auf das Video legen. Laut Apple unterstützt Clips bislang 36 verschiedene Sprachen.

iMovie
Anders als Apple Clips ist iMovie für alle Apple-Geräte vorhanden und miteinander vernetzt. Image by Apple

Ein weiterer Unterschied zu iMovie sind die Comic-Filter und das Hinzufügen von Emoji, Sprechblasen oder Pfeile in Apple Clips. Insgesamt wirkt das Konzept von Clips jünger und frischer. Es zielt wohl auf die Generation Snapchat ab. Ich bin bereits sehr gespannt auf die App und werde sie für euch ausführlich testen, wenn sie verfügbar ist.

Clips wird kostenlos ab Anfang April im App Store erhältlich sein. Kompatibel ist sie mit iPhones ab der Generation 5S, allen Modellen von iPad Air und iPad Pro sowie ab dem iPad mini 2 aufwärts sowie dem iPod touch der 6. Generation. Die Geräte müssen allerdings unter iOS 10.3 laufen, welches bald erscheinen wird.

Adobe Spark Video und Premiere Clip

Adobe Spark Video
Adobe Spark Video. Screenshot by Julia Froolyks

Gut gemachte Video-Apps für Einsteiger bieten neben Apple auch einige Drittanbieter. Besonders Adobe Spark Video und Adobe Premiere Clip sind hier zu nennen. Beide Apps sind gratis für iPhone und iPad im App Store erhältlich.

Während Premiere Clip eher dafür ausgelegt ist, schnell unterwegs Videos zu bearbeiten, stellt Adobe Spark das Erstellen und direkte Teilen von animierten Präsentationen in sozialen Netzwerken in den Vordergrund. In Spark Video könnt ihr zwischen verschiedenen Layouts des späteren Clips auswählen. Außerdem stehen zahlreiche Themes und Musiksequenzen zur Verfügung. Über einen Aufnahme-Knopf kann ich meine Videos zudem sehr schnell vertonen. Anders als im kommenden Apple Clips finde ich in Spark Video allerdings keine Filter oder Emoji, die ich meinem Video hinzufügen könnte.

Selbiges gilt für Premiere Clip. Zudem ähnelt die App sehr der iOS-Variante von iMovie. Mit dem Unterschied, dass ihr in Premiere Clip nicht nachträglich vertonen könnt. Hier sollen vor allem bereits fertige Videosequenzen miteinander kombiniert werden. Im Gegensatz zu Apple Clips und Spark Video werden in Premiere Clip nicht alle sozialen Netzwerke zum Teilen angezeigt. Lediglich auf YouTube oder Twitter kann ich mein fertiges Video veröffentlichen. Das Video kann ich natürlich auch auf dem Gerät sichern oder in die Creative Cloud importieren.

GoPro Quik

Eine weitere große Marke mit eigener App für Video-Einsteiger ist der Action-Cam-Hersteller GoPro. Denn er hat mit der App Quik ebenfalls eine sehr solide Bewegtbild-Applikation im Angebot. Darin kann ich etwa das Foto- und Video-Material der letzten 24 Stunden super schnell zu einem Video verarbeiten. Aber auch älteres Material lässt sich zu einem kleinen Film zusammenschneiden.

In GoPro Quik gefallen mir besonders die vielen Bearbeitungsmöglichkeiten. Für jedes einzelne Bild im Clip kann ich den Fokus der Animation unterschiedlich setzen. Jedes Video oder Foto kann zudem betextet werden. Die Auswahl an Musik und Themes ist klasse. Jedoch sind Emoji und Filter auch hier nicht vorhanden. Nachträgliches Vertonen ist ebenfalls nicht vorgesehen.

Ich bin sehr auf die neuen Features von Apple Clips gespannt, die ich in keiner führenden Video-App bisher finden konnte. Besonders interessant wird wohl die Live-Untertitel-Funktion sein. Hier hat Apple sich – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt – ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen.


Images by Apple, Screenshots by Julia Froolyks


Julia Froolyks

Technikjournalistin und leidenschaftlicher Fan von Marktneuheiten. Hat vieles ausprobiert, ist aber am Ende immer wieder bei Apple-Produkten gelandet - damit können Medienschaffende einfach am besten arbeiten. Neben Mobilfunk und Smartphones hegt sie eine innige Beziehungen zu Datenschutz und Cyber Security.

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