watchOS 4 im Test: Diese neuen Features machen besonders Spaß

Neben iOS 11 für Apples mobile Produkte und macOS High Sierra für Mac, hat das Unternehmen aus Cupertino auch die vierte Version von watchOS veröffentlicht. Durch das Update erhält die Apple Watch einige neue Funktionen, Zifferblätter und Verbesserungen. Ich habe watchOS 4 eine Woche lang ausgiebig getestet und verrate euch, welche neuen Features watchOS 4 auf Apples Smartwatch bringt.

watchOS 4 bringt neue Ziffernblätter

Nach der Installation stehen euch drei neue Ziffernblätter in der Watch-App oder direkt auf der Uhr zur Verfügung. Dabei ähnelt das erste Watchface dem bekannten Micky-Maus-Watchface und bietet euch die Möglichkeit, die Toy-Story-Charaktere Buzz, Woody oder beide zusammen auf eurem Ziffernblatt einzublenden. Warum sich die Apple-Designer gerade für diesen Film aus dem Jahr 1995 entschieden haben, ist nicht bekannt. Tatsächlich steht der Kult-Film Toy Story aber über mehrere Ecken in Verbindung mit Apple. Denn kurz nach seiner Entlassung in den 1980er Jahren, kaufte Apple-Mitbegründer Steve Jobs die Pixar Animation Studios. Infolgedessen entstand unter ihm, und in Zusammenarbeit mit Disney, der erste erfolgreiche Animationsfilm der Produktionsfirma: Toy Story.

Das zweite neue Watchface, das mit watchOS 4 kommt, nennt sich Kaleidoskop. Hier könnt ihr, wie der Name bereits sagt, ein Foto durch ein virtuelles Kaleidoskop betrachten und durch Drehen an der Krone verstellen. Es ist sogar möglich, ein eigenes Foto als Vorlage zu verwenden. Abgesehen davon, nennt sich das letzte neue Watchface schlicht Siri und bietet euch eine Newsfeed-artige Ansicht aller anstehenden Ereignisse. Dazu verwendet die App Daten aus unterschiedlichen Apple-Apps, wie zum Beispiel:

  • Erinnerungen
  • Fotos
  • Kalender
  • Stoppuhr
  • Timer
  • Training
  • Wallet
  • Wecker
  • Wetter
  • Musik

watchOS 4 mit mehr Sportarten

Die meisten Änderungen mit dem Update auf watchOS 4 finden sich innerhalb der Workout App. Sie hat deutlich größere Schaltflächen erhalten, wodurch es nun einfacher ist, die richtige Sportart auszuwählen. Allerdings muss man so aber deutlich mehr scrollen. Während des Workouts zeigt eine kleine Animation in der oberen Ecke die aktuelle Sportart an. Durch wischen nach rechts lässt sich nicht nur eine Pause der Trainingseinheit einlegen oder das Training beenden, sondern auch während eines laufenden Workouts die Sportart wechseln. Auch das automatische Pausieren von Workouts hat Apple verbessert. Daher ist die Wartezeit, bis die Apple Watch bemerkt, dass man das Workout wieder fortsetzt, nun kürzer.

Durch einen Wisch nach links lässt sich nun auch, ohne die Workout-App verlassen zu müssen, die laufende Musik steuern. Dabei spielt es keine Rolle ob ihr die Musik direkt über die Apple Watch oder über euer iPhone abspielt. Auch Drittanbieter Apps wie Spotify oder Groove Music werden unterstützt. Die Benachrichtigungen der Fitness-App wurden ebenfalls überarbeitet. So bekommt ihr eine neue Animation angezeigt, wenn ihr euer tägliches Fitness-Ziel erreicht habt. Anschließend motiviert euch die Uhr, am nächsten Tag wieder eure Fitness-Ziele zu erreichen.

Die Musik-App auf der Apple Watch wurde mit dem Update auf watchOS 4 deutlich aufgewertet. Nutzer sehen nun Albumcover in einer Ansicht, die etwas an die Coverflow-Funktion vergangener iPod-Generationen erinnert. Die praktischste Neuerung ist aber, dass, sobald ihr Musik auf der Uhr oder eurem iPhone wiedergebt, automatisch eine Musiksteuerung auf der Uhr angezeigt wird. Dadurch kann man direkt den Song wechseln oder, ohne auf die Uhr schauen zu müssen, die Lautstärke durch Drehen an der Krone verändern. Folglich dürften sich hier besonders Besitzer der AirPods freuen, da sie nicht über Lautstärke-Tasten verfügen.

Noch mehr Personalisierung für die Apple Watch

Die neuen Workouts und die Musik-App sind aber nicht die einzigen Anwendungen, die ein neues Design erhalten haben. Auch vielen anderen Apps hat Apple ein überarbeitetes Äußeres oder zumindest ein paar kleinere neue Features verpasst. Die Telefon-App zum Beispiel verfügt nun über einen Ziffernblock, wodurch ihr direkt von der Uhr aus Anrufe starten könnt, ohne die Nummer des Angerufenen speichern zu müssen. Auch der Timer wurde verändert und lässt sich nun auf die Sekunde genau stellen und bietet die Möglichkeit, den selben Timer nach Ablauf erneut zu starten. Die Home-App wurde ebenfalls neu gestaltet. Nun man kann durch Drehen an der Krone die Helligkeit seiner Lampen verändern.

Außerdem hat die App-Übersicht, die durch Klicken der Krone aufgerufen wird, eine neue Ansicht erhalten. Wer sich mit der Wolken-artigen Darstellung seiner Apps nicht anfreunden konnte, hat nun die Möglichkeit per Force-Touch auf eine Listenansicht zu wechseln. Die Übersicht der zuletzt verwendeten Apps wurde ebenfalls umgestaltet und lässt sich nun vertikal mit der Krone durchblättern. Zudem findet ihr jetzt bei den Schnellzugriffen eine Taschenlampe, die das Display aufleuchten oder blinken lässt, damit ihr eure Tür im dunklen aufschließen könnt, oder beim Joggen besser von anderen gesehen werdet.

Besser texten mit WhatsApp

Eine weitere Neuerung dürften jeden freuen, der oft Nachrichten über WhatsApp bekommen. Wenn man mehrere Nachrichten von einer Person gleichzeitig erhalten hat, beispielsweise ein Text und ein Emoji, so konnte man keine der beiden Nachrichten auf der Uhr lesen oder beantworten. Dementgegen hat hat Apple das Problem nun gelöst und zeigt beide Nachrichten untereinander an. Abgesehen davon lassen sich nun alle Nachrichten durch Texteingabe beantworten. Das ist zwar etwas mühselig, aber wenn man sich gerade in einer lauten Umgebung befindet, eine praktische Alternative zur Spracheingabe.

watchOS 4

WatchOS 4 ist zwar keine ganz große Revolution wie watchOS 3 im vergangenen Jahr, dennoch bringt es Apple-Watch-Besitzern einige praktische neue Funktionen. Insbesondere der sich automatisch öffnende Audio-Player ist für alle, die viel Musik hören, im Alltag sehr nützlich.

Das rund 500 Megabyte große Update kann auf allen Versionen der Apple Watch installiert werden, vorausgesetzt iOS 11 ist auf eurem iPhone installiert. Mit dem neuen Siri-Watchface konnte ich mich noch nicht wirklich anfreunden und bin wieder zurück zum modularen Watchface gewechselt. Das ist aber eher eine Frage des persönlichen Geschmacks.


Screenshots and Image by Timo Brauer


Timo Brauer

Timo studiert Technikjournalismus in Bonn und beschäftigt sich mit jedem Technikprodukt, das ihm unter die Finger kommt. Besonders Gadgets fürs Smart Home haben es ihm angetan. Wenn er nicht gerade mit Technik herumspielt, ist er auf Reisen - Smartphone und Kamera immer dabei.

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