Die Windows-Welt fordert das MacBook Pro und iPad Pro heraus

Apples MacBook Pro and iPad Pro sind im Allgemeinen die Werkzeuge der Wahl der kreativen Gilde. Kürzlich haben Samsung und Porsche Design zwei Geräte mit Windows 10 vorgestellt, die das Microsoft-Betriebssystem auch Designern, Grafikern, Fotografen und anderen Kreativen schmackhaft machen sollen. Ich hatte die Gelegenheit, das Porsche Design Book One und das Samsung Galaxy Book kurz anzutesten.

Porsche Design Book One: Edel-Design und High-End-Specs

Mit edelstem Design, CNC-gefrästem Aluminium-Gehäuse und High-End-Spezifikationen will das Porsche Design Book One ganz eindeutig mit dem MacBook Pro konkurrieren. Im Gegensatz zum Apple-Laptop lässt sich allerdings der Bildschirm um 360 Grad drehen oder sogar komplett von der Tastatur abnehmen. Das Book One lässt sich also auch als Tablet nutzen. Es handelt sich somit um ein 2in1-Gerät. Die aus hochwertigem Edelstahl gefertigten Zahnräder, die als Gelenk zwischen beiden Bauteilen dienen, wurden laut Porsche Design von der Konstruktion eines Sportwagen-Getriebes inspiriert.

Porsche Design Book One
Image by Lars Rehm

Zudem lässt sich das Book One auch mit einem mitgelieferten Stylus steuern. Dieser wird von Wacom gefertigt und bietet 2.046 Druckpunkte. Wird er nicht gebraucht, lässt er sich magnetisch am Bildschirmrand befestigen. Mit einem 13,3 Zoll großen Touch-Display im 16:9-Format und hoher Auflösung von 3.200 x 1.800 Pixeln, Intel Core i7-7500U (Kaby Lake) CPU, 16 GB LPDDR3 RAM und 512 GB PCIe SSD sind auch die restlichen Spezifikationen vom Feinsten.

Eine Alternative zum MacBook Pro?

Mit 2.795 Euro ist das Book One zwar nicht gerade ein Schnäppchen. Doch vergleichbar ausgestattete High-End-Laptops bewegen sich durchaus in ähnlichen Preisregionen. Das Gerät kommt mit tollem Design, exzellenter Verarbeitungsqualität und Komponenten, die das Arbeiten auch mit ressourcen-intensiven Anwendungen zum Vergnügen machen.

Porsche Design Book One
Image by Lars Rehm

Der Stylus und die hybride Kombination aus Laptop und Tablet erlauben eine flexiblere Benutzung als beim MacBook Pro. Mit zwei USB 3.0, einem USB 3.1 Typ-C, einem USB 3.1 Typ-C Thunderbolt sowie eine microSD-Kartenleser bietet das Gerät von Porsche Design auch bedeutend bessere Anschlussmöglichkeiten. Wer das Macbook Pro aber hauptsächlich wegen des macOS-Betriebssystems nutzt, der wird sich wohl auch kaum durch diese Hardware-Vorteile des Book One umstimmen lassen.

Samsung Galaxy Book: Allrounder mit Digitalstift

Auch Samsung preist sein neues 12 Zoll großes 2in1-Gerät namens Galaxy Book als vollwertigen Rechner an. Mit Intel Core i5 Prozessor und 4 oder 8 GB RAM bietet das Samsung aber deutlich weniger Power als das Porsche Design Book One. Daher tritt es wohl eher mit dem iPad Pro in Konkurrenz als mit dem MacBook Pro.

Samsung Galaxy Book
Image by Lars Rehm

Für normale Office-Anwendungen und Surfen im Netz sind auch die Galaxy-Book-Spezifikationen mehr als ausreichend. Aber anspruchsvolle Grafik- oder Videoanwendungen würden das Samsung früher oder später wohl ans Limit bringen. Das 12 Zoll große AMOLED-Panel mit 2.160 x 1.440 Pixeln Auflösung hat eine tolle Bildqualität. Allerdings fürs Foto-Editing oder ähnliche Anwendungen würden manche User wohl ein mattes Display vorziehen. Die Verarbeitungsqualität des Gehäuses ist sehr gut. Zwei USB Typ-C Anschlüsse sind auch an Bord und ermöglichen eine Kabelverbindung zu Peripheriegeräten.

Samsung Galaxy Book
Image by Lars Rehm

Die Tastatur wird magnetisch angeflanscht und hat einen sehr guten Druckpunkt. Auch längere Texte sollten damit problemlos zu bewältigen sein. Das Keyboard dient gleichzeitig als Schutzhülle und erlaubt es, verschiedene Bildschirmwinkel einzustellen. Wie beim Porsche Design Book One kommt auch das Galaxy Book mit einem Stylus. Samsungs neuer S Pen berücksichtigt ebenso wie der Apple Pencil den Andruckwinkel und fühlt sich beim Zeichnen in Photoshop fast wie ein echter Bleistift an.

Alternative zum iPad Pro?

Im Bezug auf Formfaktor und Rechenpower ist das Galaxy Book dem iPad Pro ähnlicher als einem MacBook Pro. Gegenüber dem Apple-Tablet hat es den wichtigen Vorteil, dass es vollwertige Desktop-Applikationen unterstützt, was es zum besseren Allround-Gerät macht. Wer echte Rechen- und Grafikpower braucht, wird das Samsung-Gerät aber wohl, wie auch das iPad Pro, nur als Zweitgerät für unterwegs nutzen können.

Samsung Galaxy Book
Image by Lars Rehm

Das Galaxy Book mit 12-Zoll-Display ist ab 1.250 Euro zu haben, was es preislich leicht oberhalb eines vergleichbaren iPad Pros einordnet. Wer mit weniger Rechenleistung und einem kleineren Display zufrieden ist, für den gibt es auch eine 10,6-Zoll-Version mit LCD-Display, Full-HD-Auflösung und Core M3 Prozessor ab 700 Euro.


Teaser Image by Sumitcommunicationcyber / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0); Images by Lars Rehm


Lars Rehm

Lars Rehm ist freiberuflicher Journalist und schreibt für US-, britische und deutsche Medien über Fotografie, Kameras und Technologie im Allgemeinen. Seit 2007 hat er für Dpreview.com unzählige Digitalkameras, Objektive und Zubehör getestet aber nimmt heutzutage einen großen Teil seiner Bilder auch mit dem Smartphone auf. Er ist fasziniert von der hohen Innovationsrate im Mobilsektor und den kreativen Möglichkeiten, die durch Konnektivität und mobile Rechenpower geboten werden.

More Posts - Twitter