WWDC 2016: Viele Neuerungen aber nichts wirklich Neues

Auf der gestrigen Entwicklerkonferenz WWDC 2016 wurden wie bereits vermutet, diverse OS-Updates und Neuerungen für die jeweiligen Plattformen angekündigt. Die große Überraschung blieb allerdings dennoch aus. Die Entwicklerkonferenz WWDC wird nicht nur von Entwicklern regelmäßig mit großer Spannung erwartet, auch die Apple-Anhänger fiebern dem Event entgegen und hoffen auf Neues aus dem Hause Apple. Auf der diesjährigen WWDC-Keynote gab es sogar diverse Neuheiten, allerdings nicht in Sachen Hardware. Statdessen gab es viele neue Funktionen für die Betriebssysteme macOS, watchOS, tvOS und iOS 10.

watchOS 3

Bereits seit einiger Zeit warten viele Fans auf einen Nachfolger der Apple Watch. Diesen gab es im Rahmen der WWDC 2016 zwar nicht zu sehen, dafür allerdings eine neue Version des Betriebssystems watchOS. So verfügt watchOS 3 über einige neue Funktionen wie beispielsweise die Notruffunktion, die einem automatisch die Notrufnummer des jeweiligen Landes anzeigt. Außerdem neu ist die Funktion Scribble. Mit dieser ist es möglich, handschriftlich auf dem Display zu schreiben und somit auf eingehende Nachtichten zu antworten. Zunächst ist Scribble allerdings nur in Englisch und Chinesisch verfügbar. Obendrein soll einem die Breath-App durch Atemübungen beim Entspannen helfen und es wird neue Designs für die Smartwatch geben. WatchOS 3 wird im Herbst diesen Jahres erscheinen.

iOS 10

Das Update auf iOS 10 für iPhone und iPad wurde von Tim Cook als das “größte Update aller Zeiten“ angepriesen. Das ist zwar definitiv nicht der Fall, allerdings hat Apple dennoch eine Menge Arbeit in das Update investiert. Diese steckt vor allem in der Weiterentwicklung von Sprachassistentin Siri. So stellt Apple Siri nun auch Drittherstellern zur Verfügung, unter anderem erhält z.B. WhatsApp eine Sprachsteuerung. Zudem erhält die Foto-App eine Gesichtserkennung zum identifizieren von Personen und der Kartendienst Maps wird ebenfalls mit einem Update versorgt, inklusive neuem Design und einer Vorschlagsfunktion, die einen davon in Kenntnis setzt, was in der Umgebung so los ist. Apple plant außerdem iPhone und Mac in Zukunft näher zusammenzurücken. Demnach sollen die Apple Computer künftig auch per Smartphone entsperrt werden können und Inhalte sollen noch leichter übertragbar sein.

macOS

Zum engeren Zusammenrücken zwischen iPhone und Mac, bekommt zweiteres bald auch ein neues Betriebssystem spendiert. In Zukunft wird es nicht mehr OS X heißen, sondern macOS. Mit der neuen Version “macOS Sierra“, erhält auch Sprachassistentin Siri eine neue Rolle. Folglich ist Siri bald nicht mehr nur auf den mobilen Endgeräten verfügbar, sondern wird auch vom Desktoprechner Mac aus zugänglich sein. Auf dem Desktop soll Siri nun auch mehr Möglichkeiten bieten als zuvor. Mit einem stärkeren Fokus auf intelligente Sprachanwendungen, soll Apple wieder den Anschluss zur Konkurrenz finden. Google und Amazon hatten zuletzt in diesem Bereich für Aufsehen gesorgt. Mit dem Mac-Update findet auch Apples Bezahldienst Apple Pay seinen Weg auf die Desktop-PCs und Laptops. Bislang nur über iPhone oder iPad erreichbar, ist der Dienst nun auch beim Einkaufen am Mac nutzbar. Außerdem soll die Reichweite des Dienstes in Europa erweitert werden. Ein Starttermin für Deutschland liegt allerdings weiterhin nicht fest.

tvOS und Apple Music

Auch für die Streaming-Box Apple TV gibt es Neuigkeiten. So lässt sich das iPhone per kostenloser App in eine vollwertigen Apple-TV-Fernbedienung, inklusive Siri und Bewegungssteuerung verwandeln. Siri ist nun außerdem in der Lage Apps per Sprachbefehl zu starten. Bei der ganzen Fülle an Neuerungen darf natürlich auch nicht Apples Musikdienst Apple Music fehlen. Durch das Update kommen neben einer Designänderung auch ein paar neue Funktionen dazu. Demnach soll die Bedienung fortan leichter sein und die App zeigt auf Wunsch Songtexte an.

Im Großen und Ganzen stellt Apple viele kleine Neuerungen und Updates vor und führt insgesamt seine Produkte näher zusammen. So sind beispielsweise Macs und iPhones über Dienste wie Siri noch besser miteinander verknüpft. Siri für Dritthersteller zur Verfügung zu stellen ist ein Schritt, mit dem Apple im Bereich künstlicher Intelligenz weiter vorstoßen will und den Anschluss an die Konkurrenz finden möchte. Ein Vorhaben welches von Branchenbeobachtern aktuell noch bezweifelt wird. Ansonsten blieben wirkliche Innovationen oder gar neue Hardware aus.

Image „WWDC 2013 Stage“ (adapted) by emarschn (CC BY 2.0)

Patrick Kiurina

Patrick Kiurina ist seit 2015 für die Netzpiloten aktiv und studierte vorher Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Uni Wien. Neben Technik interessiert er sich gleichermaßen auch für Sport und Musik.

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