Zagg Rugged Messenger im Test: Tastatur fürs iPad Pro mit Nehmerqualitäten

Wer auf der Suche nach Apple-Zubehör ist, wird von Angeboten geradezu überhäuft. Das gilt auch für das Tablet iPad Pro. Durch eine praktische Tastatur mutiert das potente Gerät in ein ultramobiles Laptop. Der amerikanische Zulieferer Zagg hat mit dem Rugged Messenger ein besonders robustes Exemplar im Sortiment. Es soll sogar Militärstandards genügen. Ich habe das Gerät in Verbindung mit dem Apple iPad Pro 10.5 getestet.

Massives Äußeres in Outdoor-Optik

Bereits beim Auspacken wird deutlich, dass Zagg mit dem Rugged Messenger ein strapazierfähiges Case für Outdoor-Fans bieten will. Die (in den ersten Tagen stark ausdünstende) Kunststoffhülle aus Polycarbonat besitzt eine massive Struktur, die etwa an die Toughbooks von Panasonic erinnert. Leider trägt das deutlich auf und macht das iPad Pro dicker und etwas schwerer. Dafür verbessert sich die Haptik und das Tablet lässt sich spürbar besser in den Händen halten.

Kritik müssen sich die Entwickler bei der Ausführung der Buttons und der Lautsprecher-Ausgänge gefallen lassen. Erstere besitzen einen zu starken Druckpunkt, die Regelung der Lautstärke etwa ist mit einem hohen Kraftaufwand verbunden. Die Aussparungen der vier Speaker sind anders als etwa beim Logitech Slim Combo nach oben gerichtet. Das heißt die Schallwellen gelangen zwar direkt zum Nutzer, werden allerdings auf kurzem Wege umgelenkt. Gefühlt leidet dadurch die Qualität, Klangvolumen fehlt.

Schutz für bis zu zwei Meter Fallhöhe

Praktisch für Besitzer des Apple Pencil ist die Halterung auf der rechten langen Seite des iPad Pro. Der Stylus sitzt darin fest und wird vor Fremdeinwirkungen geschützt. Apropos Fremdeinwirkung. Zagg bewirbt das Rugged Messenger als besonders robustes Case. Das inkludiert die Zertifizierung nach Militärnorm MIL-STD-810G. Im Klartext bedeutet das: Bis zu einer Fallhöhe von 2 Metern schützt die mehrlagige Struktur das iPad Pro vor unschönen Kratzern oder gar einen Totalausfall.

Das robuste Kunststoff-Gehäuse verwandelt das iPad Pro in ein Outdoor-Tablet. Image by Jonas Haller

Anders als bei den verfügbaren Smart Cover schützt das Case allein allerdings nicht vor Kratzern auf der besonders anfälligen Display-Seite. Hierfür kommt der zweite Teil des Rugged Messenger zum Einsatz, die Tastatur. Sie wird einfach per Magnet mit dem iPad in der Kunststoffhülle verbunden. Ein dreigliedriger, magnetischer Ständer ermöglicht das mehrstufige Aufstellen des Tablets.

Tastatur benötigt Bluetooth-Verbindung

Die Einrichtung und der Betrieb der Tastatur gestaltet sich etwas schwieriger als etwa beim Logitech Slim Combo. Für die Verbindung mit dem iPad nutzt der Zagg Rugged Messenger nicht etwa den Smart Connector sondern den kabellosen Bluetooth-Standard. Vor dem ersten Start muss die Tastatur also gepairt werden. Das geht allerdings recht fix von der Hand. iPhone-Nutzer verbinden über den optionalen zweiten Bluetooth-Speicherplatz ihr Smartphone mit dem Keyboard.

Neben den üblichen Buchstabentasten bietet das Zagg-Zubehör auch einige Schnellwahltasten. Dazu zählen etwa Home, Sperren, Kontrollzentrum, Lautstärke oder Pause/Skip. Das Tippgefühl ist dank eines Hubs von zwei Millimetern sehr gut. Auch der Tastenwiderstand ist angenehm. Ein lohnendes Feature für die dunkle Jahreszeit ist die Hintergrundbeleuchtung. Sie lässt sich nicht nur in ihrer Intensität sondern auch in ihrer Farbe variieren. Sieben Töne von Weiß über Blau, Türkis, Grün, Gelb, Rot und Violett stehen zur Verfügung. Sehr schick!

Für Nachteinsätze bietet das Zagg Rugged Messenger eine praktische Hintergrundbeleuchtung. Image by Jonas Haller

Akku des Keyboards liefert ein Jahr Energie

Diese Features kommen natürlich nicht ohne Stromversorgung aus. Aus diesem Grund besitzt die Tastatur einen integrierten Akku. Er wird per microUSB aufgeladen und soll bei einer täglichen Nutzung von zwei Stunden für ein Jahr Energie liefern. Das konnte ich innerhalb der kurzen Zeit natürlich nicht austesten. Allerdings ist der Wert mehr als ordentlich und sollte auch dem ausdauerndsten Workaholic genügen. Negativer Nebeneffekt der Funkverbindung zum iPad Pro ist der erhöhte Energieverbrauch. Die Prozentanzeige verändert sich im Minutentakt. Die Slim Combo von Logitech verbraucht da deutlich weniger Ressourcen.

Fazit: Rugged Messenger verwandelt zierliches iPad Pro in robustes Outdoor-Tablet

Wer sein iPad Pro 10.5 in ein widerstandsfähiges und robustes Gerät umfunktionieren will, ist beim Rugged Messenger von Zagg an der richtigen Adresse. Das Case schützt das Tablet vor Stürzen und daraus resultierenden Beschädigungen. Die optional andockbare Tastatur erweitert die Funktionalität um ein komfortables Keyboard mit schicker Hintergrundbeleuchtung. Zudem schützt es dank integrierter Metallplatte beim Transport das Display.

Ähnlich wie beim Slim Combo von Logitech erhöht sich durch das robuste Case das Gewicht um geschlagene 694 Gramm. Aus dem schlanken iPad Pro wird ein klobiges Tablet mit unschönem Formfaktor. Ich persönlich hätte mir zudem die Unterstützung des vorhandenen Smart Connectors gewünscht. Denn durch die funkbasierte Bluetooth-Verbindung wird der Akku des iPad Pro etwas zu stark belastet. Und das obwohl das Keyboard nach einigen Minuten Inaktivität in den Ruhezustand versetzt wird.

Das Case plus Keyboard lässt das iPad Pro sehr globig wirken. Image by Jonas Haller

Der Zagg Rugged Messenger eignet sich deshalb für all jene iPad-Pro-Besitzer, die Wert auf Strapazierfähigkeit legen. Design, Gewicht und Formfaktor sollte eine untergeordnete Rolle spielen. Mit 99,99 Euro im Hersteller-Shop bietet das Tastatur-Case ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und liegt damit deutlich unter der Preisempfehlung der direkten Keyboard-Konkurrenz von Apple.


Images by Jonas Haller


Jonas Haller

Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.

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