Augmented Reality: 5 kostenlose AR-Spiele für iPhone und iPad

Auch Apple kann sich dem Trend zur erweiterten Realität – auch Augmented Reality genannt – nicht entziehen. Mit dem Update auf iOS 11 hat das Unternehmen aus dem Silicon Valley die Unterstützung für das ARKit auf seine mobilen Endgeräte gebracht. Etliche Entwickler haben seitdem entsprechende Anwendungen im App Store veröffentlicht. Ich habe mich auf die Pirsch nach den besten kostenlosen AR-Spiele begeben und stelle euch fünf spannende Apps vor.

AR Dragon: Das Tamagotchi für iPhone und iPad

In den 90er Jahren waren sie auf allen Schulhöfen vertreten: Tamagotchi. Dabei handelte es sich um kleine Taschencomputer, auf dem ein digitales Haustier sein Unwesen trieb. Mit der modernen AR-Technik lässt sich heute ein höherer Immersionsgrad erreichen. Die App „AR Dragon“ ist das beste Beispiel. Wie der Name bereits erahnen lässt, handelt es sich dabei um einen kleinen Drachen, der innerhalb weniger Tage im Wortsinne ‚groß und stark‘ wird. Ihn gilt es mit Nahrung zu versorgen, mit Spielereien zu unterhalten und in Sachen Zielsicherheit des Feuerballs zu trainieren. Die Minispiele sind knifflig, erhöhen den Spaßfaktor aber ungemein. Da ein Tag einem Drachenjahr entspricht dauert es nicht lange bis er stattliche Maße annimmt.

Ihr könnt AR Dragon zwar kostenlos spielen, dennoch locken die Entwickler mit vielen, zum Teil kostspieligen In-App-Käufen, mit denen ihr eure Ressourcen schneller auffüllen könnt.

Drive Ahead Minigolf: Eine ruhige Kugel schieben

Mit „Drive Ahead Minigolf“ wird der Traum der eigenen Minigolf-Bahn wahr. Nach dem obligatorischen Scannen der Umgebung generiert die Anwendung eine Strecke, die per Fingertipp positioniert werden kann. iPhone oder iPad dienen im Spiel als Schläger. Über einen beherzten Schwung des Mobilgeräts lässt sich der Ball wegschlagen. Das ist nicht leicht. Besonders mit dem Tablet gerät das Zielen zur Glückssache. Hinzu kommt, dass sich die große Spielwelt hin und wieder relativ zum Kamerabild verschiebt und so das Schlagen erschwert.

Für noch mehr Spielspaß bietet DA Minigolf einen lokalen Mehrspielermodus. Darin können bis zu vier Personen gegeneinander antreten. Für In-App-Käufe zwischen 2 und 4 Euro könnt ihr eure Golfbahnen mit Themenpaketen aufhübschen und die Werbeanzeigen entfernen.

Mit „Drive Ahead Minigolf“ lässt sich eine Minigolfbahn in den eigenen vier Wänden errichten. Screenshot by Jonas Haller

AR Basketball: Auf dem Küchentisch Körbe werfen

Basketball ist auch hierzulande in den vergangenen Jahren immer populärer geworden. Wer seine virtuelle Wurfgenauigkeit verbessern möchte, sollte sich unbedingt „AR Basketball“ genauer anschauen. Das Spielprinzip ist so einfach wie spaßig: Es müssen so viele Bälle wie möglich im Korb versenkt werden. Dabei gilt es Zielrichtung und Schusskraft zu variieren. Gespielt werden kann wahlweise en miniature auf dem Tisch oder in Lebensgröße im Raum. Neben einem Einzelspieler- bietet die App auch einen Mehrspielermodus. Es kann außerdem gegen die Zeit geworfen werden.

Im Test brachte mir AR Basketball viel Spaß. Dank der Highscore-Anzeige ist auch Langzeitmotivation garantiert. Erfreulicherweise müsst ihr keine In-App-Käufe beziehen, um zu gewinnen. Zum Preis von 2,29 Euro könnt jedoch die Werbeeinblendungen entfernen.

Korbwürfe lassen sich mit „AR Basketball“ trainieren. Screenshots by Jonas Haller

Ghosts ’n Guns AR: Jagd auf die Pixel-Monster

Natürlich darf in meiner Auswahl empfehlenswerter AR-Spiele kein Shooter fehlen. Wer träumte nicht auch als Kind von unheimlichen Geistern, die sich unter dem Bett versteckten und zu den unpassendsten Zeiten hervorkamen. Mit dem AR-Spiel „Ghosts ’n Guns AR“ landen kleine, pixelige Monster in den eigenen vier Wänden. Aus einem definierten Portal schwirren schwarmweise Geister, die es gilt durch gezielte Schüsse zu zerstören. Ein Boss-Gegner definiert das Ende eines Levels.

Mit steigendem Schwierigkeitsgrad gestaltet sich das Besiegen der Geister immer kniffliger – schließlich bewegen sie sich stetig um den eigenen Standpunkt. Beim Ausprobieren gab es deshalb etliche Frustmomente. Das ein oder andere Level musste ich mehrmals in Angriff nehmen. In-App-Käufe sind zum Gewinnen nicht wichtig. Mit dem Premium-Upgrade für 2,29 Euro könnt ihr jedoch die Werbung ausblenden.

SiegeBreakers: Weg mit den Flaggen

Treffsicherheit ist auch bei „SiegeBreakers“ wichtig. Doch das Spielprinzip ist anders: Die Spielwelten bauen sich auf dem nächstgelegenen Tisch auf. Im niedlichen Comicstil besteht die Aktionsfläche aus einer Insel mit Burg. Ziel des Spiels ist es, die auf Türmen positionierten Fahnen mithilfe von Kanonenkugeln zu zerstören. Dabei sind die grasenden Schafe am Leben zu halten. Nicht nur Zielsicherheit sondern auch Taktik ist von Bedeutung. Denn die Kugelanzahl ist begrenzt, Hilfsmittel wie Dynamit-Fässer müssen genutzt werden. Wer genug von den vorgefertigten Levels hat, kann auch eigene kleine Welten erschaffen und veröffentlichen.

SiegeBreakers stammt von Halfbrick Studios, dem Entwickler, der auch hinter Klassikern wie Fruit Ninja und Jetpack Joyride steht. In-App-Käufe sind in SiegeBreakers erhältlich, aber zum Vorankommen nicht nötig.

In „Siege Breakers“ gilt es Flaggen zu zerstören. Screenshot by Jonas Haller

Fazit: Gute AR-Spiele müssen nicht teuer sein

Auch wenn die vorgestellten AR-Spiele nicht gänzlich ohne Werbung auskommen, so beweisen sie doch, dass Augmented Reality nicht teuer sein muss. Mit den Apps lässt sich das Potential der neuartigen Technologie ausgiebig testen. Die Immersion ist trotz der Software-Lösung per Kamera auf einem hohen Niveau.

Für den Betrieb gibt es allerdings ein paar Rahmenbedingungen. Zu allererst ist auf eine passende Umgebung zu achten. Optimal sind große Räume mit viel freiem Platz. Außerdem sollten die Lichtbedingungen stimmen. Nur bei gutem Licht erkennt die Software den Boden oder Tisch zuverlässig. Wer diese Tipps befolgt, erfährt ein beeindruckendes Spielerlebnis.


Images and Screenshots by Jonas Haller


Jonas Haller

Jonas ist technikbegeisterter Leichtbaustudent an der Technischen Universität in Chemnitz. Er sammelt gern Erfahrungen mit neuer Hardware sowie innovativen Technologien und lässt andere daran teilhaben. Durch den Techblog „HTC Inside“ ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das „Android Magazin“ aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge und Geschichten in seinem Leben, die er berichtenswert findet.

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