Achtung: Peace-Zeichen im Foto kann im Identitätsdiebstahl enden

Mit jeder neuen Smartphone-Generation liefern deren eingebaute Kameras hochauflösendere Bilder, die immer feinere Details abbilden können. Während die meisten Mobilfotografen darüber glücklich sein dürften, birgt diese Evolution in der Kameratechnik allerdings auch ihre Risiken. Sie kann zu Identitätsdiebstahl führen.

Das Nationale Institut für Informatik in Japan (NII) hat jetzt davor gewarnt, Bilder, auf denen Personen das vor allem im asiatischen Raum beliebte Victory- oder Peace-Zeichen, bei dem Zeige- und Mittelfinger zu einem „V“ ausgestreckt werden, aufzunehmen und online zu posten. Fingerabdruckerkennungssysteme sind inzwischen so weit entwickelt und leistungsstark, dass sogar schon einfache Schnappschüsse dazu genutzt werden können, die Fingerabdrücke von Personen zu scannen.

In einem Experiment konnten die Forscher des NII die Fingerabdrücke aus Fotos scannen, die mit einer Distanz von drei Metern vom Subjekt aufgenommen wurden. Damit dies möglich wird, müssen die Finger allerdings genau im Fokus und das Bild in guten Lichtverhältnissen aufgenommen worden sein. In schlechterem Licht würde die Rauschunterdrückung der meisten Smartphone-Kameras die feinen Linien eines Fingerabdrucks wohl zu stark verwischen. Es ist auch anzunehmen, dass das Experiment am besten mit Bildern in originaler Aufnahmegrösse funktioniert. Da die meisten sozialen Netzwerke die Bildgrösse beim Hochladen reduzieren, dürfte hier das Risiko deutlich geringer sein. Aufpassen sollten aber die Nutzer von Foto-spezifischen Plattformen, wie zum Beispiel Flickr, die auch Fotos in Originalgrösse anzeigen können.

Für diejenigen, die auf Nummer sicher gehen wollen, bietet das NII aber auch eine Lösung des Problems: Das Institut hat eine Titan-Oxid-haltige, transparente Folie entwickelt, die auf die Fingerkuppen geklebt wird und das Scannen des Fingerabdrucks von einem Bild unmöglich macht. Gleichzeitig kann der Finger aber noch mit Fingerabdrucklesern, zum Beispiel im Smartphone, genutzt werden. Leider ist die Technologie allerdings erst in circa zwei Jahren marktbereit. Wer sich vor Identitätsdiebstahl schützen möchte, sollte bis dahin die Fingerkuppen also besser aus dem Bild lassen.


Image by Miguel Constantin Montes / Pexels (CC0 License)


Dieser Text erschien zuerst auf unserer Geschwisterseite Androidpiloten. 

Lars Rehm

Lars Rehm ist freiberuflicher Journalist und schreibt für US-, britische und deutsche Medien über Fotografie, Kameras und Technologie im Allgemeinen. Seit 2007 hat er für Dpreview.com unzählige Digitalkameras, Objektive und Zubehör getestet aber nimmt heutzutage einen großen Teil seiner Bilder auch mit dem Smartphone auf. Er ist fasziniert von der hohen Innovationsrate im Mobilsektor und den kreativen Möglichkeiten, die durch Konnektivität und mobile Rechenpower geboten werden.

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