Apple hält sein Versprechen: Swift wird Open Source

Im Sommer letzten Jahres veröffentlichte Apple die eigene Programmiersprache Swift. Diese sei für Anfänger gleichermaßen wir für erfahrene Programmierer gedacht, um damit komplexe Systeme zu erstellen. Damit löst Swift das zuvor für die Erstellung von Anwendungen für Mac OS X und iOS verwendete Objective-C als Primärsprache ab, auch wenn nach eigenen Aussagen Objective C nicht von Swift bedroht sei. Diese werde weiterhin von Apple unterstützt und gepflegt.

Die Gründe für den Paradigmenwechsel scheinen klar: einfacher, schneller, sicherer. Benutzt werden Funktionen, die aus Skriptsprachen und der funktionalen Programmierungen stammen. Die Sprache enthält dabei viele moderne Konzepte, greift aber auch auf altbekannte Techniken zurück.

Anfang Juni diesen Jahres wurde dann auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz WWDC (Worldwide Delevopers Conference), Version 2.0 der Programmiersprache angekündigt. Diese soll bis zu sieben mal schneller sein und, zur großen Überraschung vieler, Open Source. Im Klartext bedeutet das, dass Apple den Quellcode seiner Programmiersprache offen legt und unter die Apache-2.0-Lizens stellt, wodurch Swift frei in jedem Umfeld verwendet, modifiziert und verteilt werden darf. Auch Crossplattform-Apps könnten so leichter entstehen.

Gestern löste das Unternehmen aus Cupertino dann sein Versprechen ein und machte den Quellcode der Programmiersprache für die Öffentlichkeit zugänglich. Craig Federighi, der Senior Vice President für Software-Entwicklung bei Apple, preiste in einem Interview gegenüber The Next Web an, Apple sei davon überzeugt, dass Swift die nächste große Programmiersprache in den kommenden Jahrzehnten sei.

We think Swift is the next major programming language; the one people are going to be programming in for the coming several decades. We think it’s a combination of it being a great systems and apps programming language that’s fast and safe, but also being really expressive and easy to learn.“

Apple setzt auf die Community

Apple wendet dich erstmals der Hosting-Plattform für Softwareprojekte Github zu, was sehr dafür spricht, dass der iPhone Hersteller deutlich stärker für seine Open-Source-Software auf Beiträge aus der Community setzt. Außerdem wurde die zum Projekt gehörende Seite Swift.org erstellt, auf der Apple ab sofort viele Details der Programmiersprache inklusive der Dokumentation und Anleitungen zum Abruf bereit stellt.

Dem zu urteilen ist also auch geplant, Programmierern aus der Community das Recht einzuräumen, eigenständig die Quellen von Swift zu verändern. Swift soll ebenso in einem offenen „Evolutionsprozess“ weiterentwickelt werden. Wie weit sich Swift damit aus den Händen und der Kontrolle von Apple lösen kann, bleibt abzuwarten.

Des Weiteren hat Apple auch eine Portierung von Swift für Linux vorgestellt. Auf der Seite Swift.org findet man somit erstmals eine Swift-Version für Linux, im Quelltext und in Form von Binärdateien für Ubuntu.

Ein ungewöhnlicher Schritt für Apple, allerdings auch nicht das erste quelloffene Projekt des IT Giganten.

Teaser & Image „Apple CEO Tim Cook“ (adapted) by Mike Deerkoski (CC BY 2.0)

Patrick Kiurina

Patrick Kiurina war 2015 bis Ende 2016 für die Netzpiloten aktiv und studierte vorher Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Uni Wien. Neben Technik interessiert er sich gleichermaßen auch für Sport und Musik.

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