Attacke auf Apple: Mit dem Surface Studio hat Microsoft jetzt auch einen iMac

Microsoft prescht in eine weitere Hardware-Kategorie vor. Nach einem eigenen Tablet (Surface Pro) und einem Laptop (Surface Book) kommt jetzt ein Komplett-PC namens Surface Studio auf den Tisch. Das neue All-in-One-Gerät richtet sich an Kreative, also eine Klientel, die traditionell gern zu Apple-Rechnern wie dem iMac greift. Dem MacBook-Konkurrenten Surface Book verpasst Microsoft ein Upgrade. Der Laptop mit abnehmbaren Touch-Display erhält mehr Grafik- und Akkuleistung.

Der flexiblere iMac: Das Surface Studio bückt sich für Kreativ-Nutzer

Im Gegensatz zum iMac-Bildschirm können Grafikdesigner, Illustratoren und technische Zeichner das Display des Surface Studio mithilfe eines besonderen „Zero Gravity“-Scharniers in einen 20 Grad steilen Winkel kippen und damit in eine Art Zeichenbrett verwandeln.

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Der 28 Zoll große Bildschirm im 3:2-Format (4500 x 3000 Pixel) bietet nicht nur mehr Fläche und ist höher aufgelöst als jeder iMac. Mit 12,5 Millimetern Dicke ist er auch verdammt schmal. Für eine hohe Farbtreue unterstützt das Surface Studio die Farbprofile DCI-P3 und P3-D65.

Anders als Apple-Desktops- und Laptops akzeptiert das Display des Surface Studio zudem Eingaben per Finger, Digitalstift und einem Puck-ähnlichen Eingabegerät, das auf den Namen Surface Dial hört. Berührt es den Bildschirm, aktiviert es kontextbezogene Menüs und Funktionen, zum Beispiel eine Farbpalette. Auch ohne Display-Kontakt soll das 145 Gramm schwere Surface Dial die Bedienung erleichtern, etwa beim Scrollen und Zoomen.

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Die 6. Generation von Intels i5- und i7-Prozessoren und ein schneller Geforce-Grafikchip von Nvidia mit bis zu 4 GB Grafikspeicher sollen das Surface Studio mit reichlich Rechenpower versorgen. Der Arbeitsspeicher umfasst bis zu 32 GB.

Preislich toppt das Surface Studio das Original von Apple. Das Surface Studio ist ab 2.999 US-Dollar in den USA vorbestellbar. Für die Variante mit Top-Konfiguration werden 4.199 US-Dollar fällig. Das Surface Dial gibt es für Erstbesteller als kostenlose Zugabe, schlägt ansonsten aber mit 99 US-Dollar extra zu Buche. Von einer 1:1-Bepreisung in Euro ist auszugehen. Zum Vergleich: Der bestmöglich ausgestattete 27-Zoll-iMac kostet in Apples Online-Store 2.930 Euro.

Surface Book fordert MacBook Pro mit noch mehr Leistung heraus

Wer als Kreativer einen Laptop nutzt, greift häufig zu einem MacBook oder vielleicht sogar zu dem Leistungsprotz MacBook Pro. Mit dem Surface Book hat Microsoft vor einem Jahr einen Mobilrechner präsentiert, der Apple-Nutzer sowohl in punkto Funktionalität als auch in punkto Style in Versuchung führt. Nun bohrt Microsoft den Laptop mit abnehmbaren Touch-Display nochmals auf.

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Anfang 2017 erscheinen drei neue Varianten in Deutschland. Sie kommen mit der 6. Generation von Intels i7-Prozessoren und sollen über eine doppelte Grafikleistung verfügen. In jedem der drei Modelle ist ein separater Nvidia Geforce-Chip verbaut. Außerdem will Microsoft die maximale Akkuleistung von 12 Stunden auf 16 Stunden Videowiedergabe hochschrauben. Das Trio kostet zwischen 2.399 US-Dollar (8 GB RAM, 256 GB SSD-Festplatte) und 3.200 US-Dollar (16 GB RAM, 1 TB SSD-Festplatte). Es kann in den USA bereits vorbestellt werden. Die Euro-Preise dürften 1:1 denen in Microsofts Heimatland entsprechen.

Mit den Hardware-Vorstellungen auf dem gestrigen Event in New York City hat Microsoft gut vorgelegt. Heute hat Apple die Presse geladen und stellt voraussichtlich neue MacBooks vor. 

 

Wie findet ihr das Microsoft Surface Studio? Würde es euch zum Umstieg weg von einem iMac verleiten?

Images by Microsoft

Berti Kolbow-Lehradt

ist Freier Technikjournalist. Für die Netzpiloten sowie unsere Geschwisterseiten Netzpiloten Apple und Netzpiloten Android befasst er sich mit vielen Aspekten rund ums Digitale. Dazu gehören das Smart Home, die Fotografie, Smartphones, die Apple-Welt sowie weitere Bereiche der Consumer Electronics und IT. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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