Optoma NuForce BE Sport4: Fliegengewicht zum Sport

Draußen pfeift der Wind, der Regen peitscht und ihr wollt euch am Liebsten auf dem Sofa einkuscheln? Könnt ihr gerne machen – aber zuerst geht’s eine Runde um den Block! Die neue Generation der Sport-Kopfhörer machen nämlich richtig Lust auf Bewegung. Starkes Bluetooth und eine ordentliche Akkulaufzeit bei Winzgewicht machen’s möglich.

Dabei haben es Sport-Gadget-Macher echt schwer, denn bei ihnen kommen alle Ansprüche an das Produkt für besondere Gelegenheiten zusammen: Das Objekt der Begierde muss nicht nur etwas können und möglichst robust und mitnahmetauglich sein, sondern auch noch gut aussehen. Die In-Ear-Kopfhörer NuForce BE Sport4 von Optoma sollen hier neue Maßstäbe setzen. Ob das geklappt hat? Wir haben uns extra für euch in die Sportkluft geworfen und den Extremtest gemacht.

Design: Überzeugend minimal

Die NuForce BE Sport4 von Optoma sind schon im Verpackungsdesign schlicht, aber oho. Nachdem man die blanken Hörer ausgepackt hat, die sich ganz ohne Aufsatz zeigen, sucht man am Kabel ein größeres Nackenband, das den Sportkopfhörern die nötige Power gibt. Doch: Nichts da.

Die NuForce BE Sport4 besitzen lediglich eine etwa 4 Zentimeter lange Fernbedienung an der rechten Hörerseite, die zugleich auch die Sprachsteuerung und den Akku beinhaltet. Der Rest ist Kabel. Ein flaches, an ein schmales Gummiband erinnerndes Kabel, um genau zu sein. Um die NuForce BE Sport4 an die Kopfgröße anzupassen, gibt es nur noch einen schmalen Verschiebering aus Plastik am Ende des Kabels. So, liebe Designer, geht Minimalismus.

Wenig dran, viel drin: Die Optoma NuForce BE Sport 4 überzeugen durch Weglassen.

Die Hörer selbst sind mit knapp einem Zentimeter vor allem auffallend klein und handlich. Die Earpieces sind aus schwarzem Aluminium gefertigt. Die grünen Anschlussteile wurden aus stabilem Plastik hergestellt und ragen leicht in die Hörmuschel hinein. Hier werden die Silikon-Aufsätze angebracht, die den NuForce BE Sport4 ihre Bestimmung geben.

Die Silikonaufsätze des Optoma NuForce BE Sport 4 lassen sich leicht aufziehen. So siet der „nackte“ Kopfhörer aus.

Nimmt man die Ohrhörer heraus, zeigt ein befriedigendes Klacken an, dass die Außenseiten der Earpieces magnetisch zusammen finden. So sorgen sie neben dem flachen Kabel zusätzlich dafür, dass die Kopfhörer nicht verknoten.

Während bei der Grundausstattung der Optoma NuForce BE Sport4 die Losung “weniger ist mehr” galt, lässt sich Optoma bei der Ausstattung hingegen nicht lumpen. Insgesamt drei Paar Ohrpassstücke aus weichem Silikon in den Größen S, M und L werden beigelegt. Zusätzlich gibt es neun Paar Ohrflügel in den Farbvarianten neongrün, neongelb und grauschwarz, ebenfalls in den Größen S, M und L. So werden die In-Ears für jedes noch so komplizierte Ohr passend gemacht.

Optoma spendiert dazu noch ein Paar Ohrpassstücke, die sie sportlich-dynamisch mit “Spinfit TwinBlade” betiteln. Der Aufsatz ist doppelt gummiert und soll für noch mehr störfreies Hören bei bestem Sitz sorgen. Hier hat man auf jeden Fall die freie Auswahl. Im Paket befinden sich außerdem ein USB-A- zu USB-Micro-Ladekabel, ein Kabelclip und ein kleines Tragetäschchen mit einem Karabiner. So gehen die NuForce BE Sport4 nicht so schnell verloren.

NuForce BE Sport4 im Alltagstest: Tragekomfort und Leistung

Die NuForce BE Sport4 verbinden sich per Bleutooth stets schnell und problemlos mit dem Smartphone oder dem jeweiligen Gerät eurer Wahl. Bei der Reichweite selbst gibt es eine positive Überraschung. Der Hersteller gibt den Radius der NuForce BE Sport4 mit knapp zehn Metern an, einem absoluten Standardwert. Das Signal ist beim Test allerdings sogar über größere Strecken bis knapp 20 Metern fast vollständig störungsfrei. Die BE Sport 4 können sich bis maximal fünf Geräte merken, mit denen sie verbunden sind. Diese werden beim Anschalten auch automatisch gekoppelt.

Die Ohrhörer sitzen mit dem jeweiligen Earpiece recht bequem im Ohr. Für meine Ohren funktioniert eine Kombination aus kleineren Earpieces und Haken am besten, die angepriesenen Spinfits halten bei mir kaum. Anderen Ohren dürfte es aber wohl auch anders ergehen.

Dadurch, dass die Ohrhörer die größten Fertigungsstücke sind, muss man sie immer mal wieder nachjustieren, denn sie wiegen zwar insgesamt nur 15 Gramm, bewegen sich jedoch trotzdem merklich im Hörkanal. Für härtere Sportarten dürfte das ein Problem sein, bei leichtem Joggen drückt man die Hörer einfach wieder fest, und weiter geht’s. Laut Hersteller sind die Kopfhöer laut IPX5-Protokoll gegen Regen und Schweiß geschützt.

Starker Akku, mittelmäßige Bedienung

Der Akku macht dabei seinen Job vor allem in Anbetracht seiner Größe recht passabel: Gute 8 Stunden halten die BE Sport4 durch, bevor sie wieder an die Steckdose müssen. Hier punktet die Schnellladefunktion. Nach knapp 2 Stunden sind die BE Sport 4 wieder einsatzbereit. Der Hersteller denkt praktisch und wirbt mit “zwei Stunden Musikgenuss mit nur 15min Aufladezeit”. Wie viel Saft der Akku noch hat, teilen euch die BE Sport 4 auch bei jedem Einschalten mit. Unterschieden wird hier zwischen High, Medium und Low.

Die Fernbedienung tut größtenteils auch, was sie soll: Die einzelnen Knöpfe sind gut erreich- und erfühlbar, auch hilft ein spürbares Klicken bei der Kontrolle der BE Sport4. Leider hört man die Klick-Geräusche nicht in den Kopfhörern selbst, was die Kontrolle etwas beeinträchtigt. Mit etwas überkomplizierter Steuerung – Skippen, Sprachsteuerung, zurück, und so weiter – bin ich im Alltagstest leider kaum klargekommen.

So wird beispielsweise bei einem zweimaligen Drücken der Center-Taste die letzte gewählte Nummer angerufen – das kann schonmal zu unerwünschten Situationen führen. Auch das Mikrofon für die Telefonie lässt zu wünschen übrig. Der Sound ist matschig und wird von den Kabeln, die eben nicht stabil sind wie ein Nackenring, durch ständiges Scheuern am Hals gestört.

Die Reaktivierung der Kopfhörer bei Streaming- und Videoservices (wie beispielsweise Youtube) funktioniert nur manchmal. Ich muss in meinem Test jedes Mal die Tastensperre lösen, um die Musik wieder anzuschalten, wobei ich natürlich das Smartphone ohnehin in der Hand halte. Diesen zusätzlichen Handgriff hätte man sich sparen können.

Auch schade, aber eher ein Luxusproblem: Die BE Sport 4 sind nicht so smart wie erhofft. Nimmt man die Hörer aus den Ohren, spielt die Musik ungerührt weiter und auch die Zusammenführung der magnetischen Hörteile bewirkt nichts an der Technik. Andere Hersteller, beispielsweise die Plantronics haben hier noch ein paar Schritte weiter gedacht und die Bewegung mit der Software gekoppelt, so dass hier die Musik automatisch gestoppt wird. Bei einem Modell wie den BE Sport 4, die gerade mal knapp 100 Euro kosten, wäre das wohl aber nichts weiter als ein frommer Wunsch.

Manche Tests bemängeln zudem, dass das Kabel der BE Sport4 dabei mit knapp 60 Zentimeter etwas zu kurz sein könnte. Für mich reicht es aber absolut aus – beim Sport ist man ja eher nicht in meterlange Schals gewickelt, die den Sitz der Kopfhörer beeinträchtigen.

Sound und Klangprofil: Studio? Nee. Sport? Unbedingt!

Wie klingen sie denn nun, die BE Sport 4? Nun, sagen wir: Wahre Klangfetischisten verlangen etwas mehr. Zwar punkten die BE Sport 4 mit einem knackigen, tiefen Bass, ansonsten erweist sich das Klangprofil der In-Ears leider als etwas flach und breiig. Mit der Wahl der richtigen Ear-Tips und Aufsätze kann man den Klang jedoch noch etwas optimieren.

Für Podcasts und normale Popmusik sind die BE Sport4 klanglich absolut ausreichend. Nicht zu vergessen: Ihr solltet euch trotz Musikgenuss vor allem auf den Sport und auf eure Umwelt konzentrieren. Zudem darf man von den kleinen In-Ears keine absoluten Wunder erwarten – das Sound-Nonplusultra sind In-Ears wie die BE Sport4 ohnehin nicht. Bei höheren Lautstärken klingt der Sound auch noch sehr anständig – nur aufdrehen darf man nicht zu laut.

Die Optoma NuForce BE Sport 4: Sport macht endlich wieder Spaß.

Fazit

Als Begleitung und Unterhaltungsassistent beim Sport machen die Sportkopfhörer einen sehr guten Eindruck. Besonders die gute Verarbeitung, das geringe Gewicht und die anständige Akkulaufzeit können überzeugen. Vielleicht gibt es klanglich noch bessere Sportkopfhörer auf dem Markt, doch in Sachen Gewicht schlagen die BE Sport 4 jede Konkurrenz mit 15 Gramm Komplettgewicht um Längen. Für gerade mal 100 Euro bekommt ihr also einen echten Dauerläufer.


Images by Anne Jerratsch

Anne Jerratsch

ist freischaffende Autorin und Redakteurin bei den Netzpiloten und den Hello-Magazinen. Sie hat zeitgenössische und mittelalterliche Geschichte sowie Anglistik und Amerikanistik studiert und arbeitet, seit das erste Modem ins Elternhaus einzog, an irgendwas mit Medien. Sie bloggt und twittert als @keksmadam, mag und macht Podcasts und wirkt bei der nichtkommerziellen Hörspielvereinigung Die Neuvertonung mit.

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