Mit Duet-App Riesen-Display des großen iPad Pro als Zweitbildschirm nutzen – so geht es

In der Musik kenne ich viele schräge Duette, die dennoch Sinn ergeben. Die App „Duet“ sorgt auch in Apples Ökosystem für ungewöhnliche aber vorteilhafte Ensembles. Mittels dieser Anwendung lässt sich ein iPad als zusätzliches Display mit einem iMac oder MacBook verbinden. Als ich jüngst ein iPad Pro (12,9) für unsere Geschwisterseite Netzpiloten in der Hand hielt, habe ich es via „Duet“ als Duett mit meinem iMac getestet. Ob sich der App-Kauf für 9,99 Euro lohnt, liest du hier.

Das kann Duet

Duet ermöglicht, das Display eines iMacs oder MacBooks auf einem iPad, iPhone oder iPod touch entweder zu spiegeln oder dort zu erweitern. Wegen der unterschiedlichen Seitenverhältnisse (iPad 4:3, iMac 16:9) zeigt das Touch-Display im Mirroring-Modus schwarze Balken oben und unten. Das Sekundärdisplay als Erweiterung zu nutzen, ist daher sinnvoller. Desktop-Anwendungen werden auf dem iPad Pro im Fenstermodus oder als Vollbild angezeigt. Bedient werden sie vorrangig mit den Eingabegeräten, die mit dem Desktop-Rechner verbunden sind.

Das Smart Keyboard für das iPad Pro wird nicht erkannt und dient nur noch als Stütze. Das iPad Pro reagiert noch auf einen Druck mit dem Finger oder dem Apple Pencil. Wischgesten funktionieren in Desktop-Programmen jedoch nicht und zeichnen lässt sich mit dem Apple Pencil dort natürlich auch nicht. Allerdings können Nutzer mit dem Home Button jederzeit auf den Startbildschirm des iPad Pro zurückkehren oder per Doppeltipp zwischen geöffneten Apps wählen. Hier wird deutlich, dass Duet nur eine App unter anderen ist.

So richtest du Duet auf deinen Geräten ein

Duet App iPad
Um das iPad Pro mit Duet als Sekundärdisplay zu verwenden, müsst ihr bestimmte Einstellungen vornehmen. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Zunächst lädst du Duet herunter und installierst die App auf beiden vorgesehenen Geräten. Die Universal-App für iPad, iPhone und iPod touch ab iOS 8 findest du für 9,99 Euro im Store. Die Desktop-App steht kostenlos auf der Herstellerseite bereit und läuft ab OS X 10.9 (Mavericks) und Windows 7 oder neuer. Nach der Installation auf dem Mac wird ein Neustart erforderlich.

Dann verknüpfst du beide Geräte über das Verbindungskabel des Mobilgeräts. Entweder startest du Duet nun zunächst auf dem Desktop und dann auf dem iPad oder umgekehrt – beides geht. Das iPad ist als Sekundärdisplay sofort einsatzbereit und stellt den Desktop-Bildschirmhintergrund dar.

In der Menüleiste des iMacs oder MacBooks taucht das Icon von Duet auf, das jeweils zwei verschiedene Einstellungen für Auflösung, Bildwiederholrate und Bildqualität ermöglicht. Nutzer können sich zwischen bester Leistung oder einen energieeffizienten Betrieb entscheiden. In meinem Fall war beim iMac die leistungsoptimierte Variante voreingestellt.

Im Monitor-Menü der OS-X-Systemeinstellungen lassen sich die Bildschirme anordnen, um mit dem Maus-Cursor intuitiv in die Richtung zwischen den Displays wechseln zu können. Praktisch: Das iPad-Display lässt sich auch unterhalb des iMacs platzieren, so dass ich Fenster in vertikaler Richtung zwischen den beiden Oberflächen verschieben kann.

Duet mit dem iPad Pro in der Praxis

Menüleisten Duet
So sieht es in der Menüleiste des Mac aus, wenn man die Duet-App verknüpft. Screenshot by Berti Kolbow-Lehrat

Im Test habe ich mich darauf konzentriert, wie mich das iPad Pro mit seiner imposanten Displaydiagonale von 32,78 Zentimetern bei der Bildbearbeitung unterstützen kann. Duet ermöglichte hierbei eine fast perfekte Performance mit kleineren Schönheitsfehlern.

Lightroom CC auf das iPad zu schieben und ein Bild in Photoshop CC auf dem iMac zu bearbeiten funktioniert prima. Ich empfinde es als Erleichterung, nicht mehr mit der Tastenkombination cmd-tab zwischen den Fenstern wechseln zu müssen. Auch nützlich bei diesem Setup: Mit einem Fingertipp auf das Touch-Display des iPad Pro kann ich den Maus-Cursor umgehend aufs Sekundärdisplay platzieren, ohne mit der Maus den ganzen Weg über beide Displays vornehmen zu müssen.

Noch mehr Flexibilität ermöglicht mir der Splitscreen-Modus auf dem iPad Pro, der weiterhin funktioniert, weil Duet ja innerhalb der iOS-Umgebung läuft. In dem fixierten Fensterbereich kann ich so zum Beispiel noch das Mail-Programm laufen lassen und eingehende Nachrichten im Blick behalten.

Ein kleiner Usability-Patzer fällt jedoch beim Verschieben des Lightroom-Fensters auf das iPad Pro auf. Leider ist der grüne Maximierungs-Punkt aufgrund eines Darstellungsfehlers nicht sichtbar. Daher muss ich Lightroom mit dem Vollbild-Befehl im Fenster-Menü der Menüleiste an das kleinere Display anpassen. Die insgesamt gute Leistung trübt dies jedoch nicht.

Fazit

Das iPad Pro ist angesichts der fast 13 Zoll großen Displaydiagonale an sich schon eine Wucht. Mit der App Duet holst du noch mehr aus Apples Riesen-Flachrechner heraus. Das iPad Pro als Sekundärbildschirm zu nutzen, ist vorteilhaft für alle, die unterwegs das MacBook aber natürlich keinen vollwertigen Büro-Monitor dabeihaben. Nutzer des iPad Pro, die zuhause am iMac oder MacBook arbeiten und sich keinen Zweitmonitor anschaffen möchten, können mit dem Apple-Tablet ihr Setup ebenfalls sinnvoll ergänzen. Duet ist schnell und einfach einzurichten und funktioniert im Praxistest reibungslos. Mein Bildbearbeitungs-Workflow wird dadurch erheblich produktiver. Der knappe Zehner für den App-Kauf lohnt sich.

Test-Setup: iPad Pro 12,9 (iOS 9.3) und iMac 27 (Late 2012, OS X 10.11.3), Duet für Mac 1.5.4.9 und Duet für iOS 1.2.0.

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Images by Berti Kolbow-Lehradt


Berti Kolbow-Lehradt

Berti ist ein pragmatischer Tech-Nerd, der gern Dinge testet, die das Leben komfortabler gestalten und vor allem Spaß bereiten. Er liebt smarte Unterhaltungstechnik sowie digitale Fotografie – und gibt gern Ratschläge dazu. Daher auch der Spitzname „RatgeBerti“. Wäre er nicht Technik-Journalist geworden, dann in einem anderen Leben vielleicht Superheld mit Technik-Overkill (Batman?) oder menschlicher Side-Kick bei den Transformers.

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