Erste Tests zum Apple HomePod: Soundwunder und das Mysterium der weißen Ringe

Seit kurzem ist Apples smarter Lautsprecher in den USA, Großbritannien und Australien zu haben. Der HomePod ist Apples Antwort auf Amazon Echo, Google Home und Co. Und bereits jetzt finden sich im Netz zahlreiche Tests und Reviews zu Apples neuem Lautsprecher. Der HomePod hinterlässt dabei jedoch nicht nur klanglich bleibenden Eindruck, sondern in Form von Flecken auch auf Holzmöbeln.

So ist der HomePod ausgestattet

The Verge beschreibt ihn als „surprisingly heavy“, überraschend schwer also. Der HomePod von Apple ist ein smarter Lautsprecher, mit dem Nutzer per Siri-Sprachbefehl interagieren. Das abgerundete Design ist Apple-typisch schlicht, modern und sehr elegant. Erhältlich ist der HomePod in zwei Farben: Weiß und Space-Grau. Technisch ist der Lautsprecher üppig ausgestattet. So sorgt zum Beispiel ein High-Exkursion-Woofer mit individuellem Verstärker für den Bass. Zudem sind sieben horngeladene Hochtöner verbaut, jede mit einem eigenen Verstärker. Der von Apple entwickelte A8-Chip bildet das Gehirn des HomePods. Der Einführungspreis beträgt in den USA 349 Dollar.

Smarter Lautsprecher: Der Klang des HomePods stellt sie alle in den Schatten

Bei diesem Aspekt sind sich alle Tester einig: Der HomePod klingt sehr gut, besser als andere Lautsprecher in dieser Preisklasse. In einem Test von The Verge wurde der HomePod mit einer Reihe von anderen Lautsprechern verglichen, darunter Amazon Echo, Google Home, vergleichbare Sonos-Geräte und auch Bluetooth-Lausprecher. Dabei geht der HomePod ganz klar als Sieger hervor.

TechCrunch hat das neue Gerät ebenfalls getestet und beschreibt den Sound als „präzise“. Er sei der fortgeschrittenste und interessanteste Lautsprecher im Vergleich zum Home Max, Sonos One und des neuesten Amazon Echo. Soundtechnisch ist der HomePod laut TechCrunch nicht die überzeugendste Alternative. The Telegraph lobt den überragenden Klang und vergleicht den HomePod dabei mit einem High-End-Hi-Fi System. Das liege vor allem an der integrierten Klangeinmessung. So erfasst der smarte Lautsprecher von Apple mithilfe der verbauten Mikrofone die umliegenden Wände und passt den Klang an die Standposition an. Unter anderem modelliert der A8-Chip ständig die Woofer-Mechanik, so dass der Bass die anderen Frequenzen, egal an welcher Stelle im Raum, nicht übertönt.

HomePod Technik
Image by Apple

Wie smart ist der HomePod wirklich?

Doch bei all dem tollen Klang bleibt am Ende nur dieser Aspekt als echter Vorteil übrig. Denn mal von der Soundqualität abgesehen, erweist sich der HomePod als nicht sonderlich smart. Siri kann mit dem Leistungsvermögen anderer digitaler Sprachassistenten wie Alexa oder Google Assistant nicht mithalten. Laut einer Studie der Investmentfirma Loup Ventures konnte Siri 52.3 Prozent der Testfragen richtig beantworten. Damit landet der Sprachassistent von Apple auf dem letzten Platz.

Das liegt jedoch auch an der Tatsache, dass einige Siri-Funktionen wie Mail oder Navigation noch nicht in den HomePod eingebaut sind. Genau diese Aspekte sprechen erneut für die Intention von Apple, den HomePod in erster Linie als hochwertigen Lautsprecher und in zweiter Linie als smarten Hub auf den Markt zu bringen. Sollten diese Funktionen ergänzt werden, räumen die Autoren von Loup Ventures ein, dass Siri deutlich besser abschneiden dürfte. Was hingegen die Bedienfreundlichkeit betrifft, bewertet Loup Ventures die Einrichtung, den Kommunikationsstil und die Zuhörfähigkeit deutlich besser als bei der Konkurrenz.

Privatsphäre? Fehlanzeige! Diese Funktion besser abschalten

Darüber hinaus gibt es noch weitere Kritikpunkte an der Hardware. Zum einen ist oberhalb des Gehäuses zwar ein Display vorhanden, was den Apple-Lautsprecher von der Konkurrenz abhebt. Doch wirklichen Nutzen können Anwender daraus nicht ziehen. Dass Feedback in Form unterschiedlichen Farbsignalen wird von Testern als nicht aussagekräftig genug bewertet.

Zum anderen gefährdet der HomePod die eigene Privatsphäre. Wer in einer WG oder mit einer großen Familie zusammen lebt, der sollte den „Personal Requests“-Modus deaktivieren. Der HomePod kann bisher keine Stimmen differenzieren, weshalb beispielsweise private Nachrichten einfach von anderen Leuten abgefragt werden können.

Keine große Überraschung: Apple setzt auf Apple

Ein weiterer sehr großer Nachteil ist insbesondere für Android-Nutzer und Spotify-Abonnenten die Fokussierung auf Apple-eigene Geräte und Dienste. Das ist zwar keine große Überraschung bei Apple, aber dass der HomePod sich nur mit einem Mac oder iOS-Gerät bedienen lässt, schließt eben eine große potenzielle Nutzerschaft aus. Außerdem kann Musik nur mit einem Apple-Music-Abo gespielt werden. The Telegraph beschreibt den HomePod folgerichtig als „Apple Music Maschine“. Hinzu kommt, dass die Smart-Home-Steuerung auf HomeKit-Produkte beschränkt ist und man den HomePod nicht als konventionellen Bluetooth-Lautsprecher benutzen kann.

Apples Lautsprecher hinterlässt weiße Ringe auf Holzoberflächen

Als wäre das nicht genug der Kritik, wurde kürzlich bei einigen Tests, wie bei Wirecutter, festgestellt, dass der HomePod weiße, ringförmige Flecke auf Oberflächen hinterlässt. Als der Lautsprecher zum ersten Mal auf einer Holzoberfläche von seiner Stelle bewegt wurde, fielen die hellen Kreise auf.


Apple hat inzwischen offiziell bestätigt, dass das Silikon auf Holz die weißen Ringe bilden kann. Das Öl im Holz befindet sich dabei zwischen dem Silikonfuß und dem Holz in Bewegung. Die Verfärbung soll laut Apple mit einem feuchten Tuch zu beseitigen sein, in manchen Stellen muss das Holz nachgeölt werden. Der Hinweis wurde im Support-Dokument des HomePods jedoch erst nach der Entdeckung hinzugefügt.

Erstes Fazit: Schönes Klangwunder mit Verbesserungsbedarf                    

Es scheint also, als sei der HomePod vor allem für Leute gemacht, die sich ohnehin bereits in den Kreisen aller Apple-Dienste bewegen. So wird für die Bedienung ein Mac oder iOS-Gerät benötigt, ein Apple-Music-Abo ist beinahe unverzichtbar und auch Apple TV und HomeKit-Produkte erweitern die Möglichkeiten. Wen das nicht stört, der bekommt mit dem HomePod einen tollen Lautsprecher mit einem fein abgestimmten Klang. Diesen sollte man aber besser auf eine holzfreie Oberfläche stellen. Andererseits ist Siri auf dem HomePod noch nicht smart genug und wer auf Android und Spotify setzt, der kann mit dem smarten Lautsprecher von Apple ohnehin nicht viel anfangen.


Images by Apple


Jessica Julia Mrzik

Jessica ist Technikjournalistin und befasst sich leidenschaftlich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Umwelt. Wenn sie nicht gerade erklären muss, was eine Technikjournalistin macht, bloggt sie über die neuesten plastikfreien Alternativen. Außerdem befasst sie sich gern mit Tech-Neuheiten und lustigen Gadgets rund ums iPhone und Co. Als Digital Native interessiert sie sich für alles, was mit Medien zu tun hat und probiert alles aus, was sie in die Finger bekommt.

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