iOS 13 im Test: Was bringt das neue Update?

Lange mussten wir warten, jetzt ist das neue Apple Update endlich auf unseren Smartphones. Schon seit längerem war bekannt, dass es einen Dunkelmodus geben wird. Und auch über neue Editierungsmöglichkeiten für den Foto-Bereich wurde spekuliert. Seit gestern 19:00 Uhr können sich alle Besitzer ab iPhone 6, und iPhone SE, das neue Update in den Einstellungen herunterladen. Wir nehmen uns iOS 13 im Test vor und probieren die neuen Funktionen aus.

Fast flächendeckende Dunkelheit

Die größte Neuerung, die sofort ins Auge sticht, ist natürlich der neue Dark Mode. Er kann in den Einstellungen entweder manuell eingestellt werden, oder ihr legt eine Zeit fest, in der der Dunkelmodus aktiviert sein soll. Das iPhone soll auch selbst erkennen können, ab wann die Sonne untergeht und sich dann dementsprechend selbst abdunkeln. Im Allgemeinen wirkt der Dunkelmodus wie eine Runde Sache. Das Interface sieht modern aus und ist gerade am Abend deutlich angenehmer zu bedienen. Auch die Hintergrundbilder sollen sich dem Dunkelmodus anpassen können.

Jedoch gibt es mit der App-Kompatibilität im Moment noch einige Schwierigkeiten. Twitter zum Beispiel schaltet sich, wenn das iPhone im Dunkelmodus ist, ebenfalls in den hauseigenen Dark Mode. Andere Apps wie Reddit scheitern jedoch in unserem iOS 13 Test noch an der Umstellung. Hier wäre ein Update wünschenswert, denn es gibt nichts Nervigeres, als mit dem hellen Weiß der Bildschirmfläche konfrontiert zu werden, wenn der Rest des Handys eigentlich auf dunkel eingestellt ist.

Fotos und Videos bekommen zahlreiche neue Editier-Features

Dies ist ebenfalls eine der größeren Veränderungen von iOS 13. Nicht nur sieht die allgemeine Aufmache der Foto-Bibliothek anders aus, sondern es gibt auch neue Rückblicke und vor allem Vorschläge, wie man bereits bestehende Fotos editieren könnte. Am eindrucksvollsten sind natürlich die zahlreichen neuen Editier-Möglichkeiten, die gerade Selfie-Fans begeistern dürften. Für Portraits gibt es jetzt noch mehr Optionen, wie zum Beispiel ein schwarz/weiß Modus, der den Hintergrund ausblendet. Ansonsten kann man in iOS 13 jetzt die Belichtung der Fotos verändern, die Brillanz, die Glanzlichter (sprich: mehr oder weniger Licht hinzufügen), Schatten einstellen, den Kontrast, die Helligkeit, den Schwarzpunkt, die Sättigung, die Lebendigkeit, die Wärme und so weiter.

Die Verwendung dieser Bearbeitungsmöglichkeiten ist tatsächlich ziemlich einfach und macht Spaß. Mit iOS 13 hat Apple noch einmal so viele Foto-Tools direkt in die Galerie integriert, sodass man in der Theorie keine externen Foto-Apps mehr benötigt. Was Apple in jedem Fall richtig gemacht hat, ist die vielen Foto-Bearbeitungsmöglichkeiten auch für Videos zu integrieren. Creatorn, die auf ihrem iPhone filmen dürften sich freuen, dass jetzt mit wenig Aufwand viel gestaltet werden kann.

Kleinere Neurungen von iOS 13 im Test

Ein besonders tolles Gimmick sind die Siri Kurzbefehle. In einer neuen App könnt ihr jetzt selbst Kurzbefehle programmieren, auf die Siri in Zukunft immer mit einer bestimmten Aktion reagieren soll. Die dazugehörige App ist spielend leicht zu managen und bietet euch für fast alle Anwendungen mehrere Möglichkeiten der Programmierung an. So könnt ihr Siri zum Beispiel „beibringen“, dass sie den Wecker stellen soll wenn ihr nur das Wort „Wecker“ sagt, oder dass sie etwas auf Facebook teilen soll wenn ihr „Facebook“, oder „Hui-buh“, oder „Gurkensalat“, oder was auch immer sagt. Im iOS 13 Test hat dieses Tool vor allem für Spaß gesorgt und es kann zusätzlich eine sinnvolle Ergänzung für den Alltagsgebrauch sein.

Auch in der Navigation hat sich etwas getan. Mit dem Update auf iOS 13 ist euer Smartphone jetzt auch fähig, die Navigation durch Apps wie Google Maps in Augmented Reality Manier abzubilden. Haltet ihr das Handy hoch, wird euch die Umgebung mit animierten Pfeilen als Wegbeschreibung angezeigt. Bekannte Gebäude oder Wegpunkte werden vom iPhone automatisch erkannt. Allerdings ist das System intelligent genug, um zu merken, ob ihr euch gerade bewegt oder nicht. Verwendet ihr den AR Modus während ihr geht, wird die Meldung eingeblendet, dass es gefährlich sein kann während des Gehens auf das Handy zu gucken und schließlich bricht der Modus ab. Gerade für die Orientierung an Orten, an denen man noch nie zuvor war, oder die sehr verwinkelt sind, kann die AR Unterstützung wirklich hilfreich sein.

Neue Features für Tastatur und Accessability

Und natürlich darf in unserem iOS 13 Test auch eine Erwähnung der neuen „swipe to type“ Tastaturen nicht fehlen. Mit dem Wischen über die Tasten kann man jetzt auch Wörter bilden. Die Vorschläge dafür werden einem in einer grauen Leiste angezeigt. Das war bei Android seit Jahren Standard und als langjähriger iOS Nutzer muss ich sagen, ja, ich habe mir diese Funktion gewünscht. Doch jetzt, wo sie da ist, bin ich so an das Tippen gewöhnt, dass ich sie beinahe komplett außenvorlasse. Außerdem sind die Emojis jetzt in keiner separaten Tastatur mehr untergebracht, sondern verbergen sich hinter einem Smiley-Symbol.

Im Bereich Accessability legt Apple noch einmal kräftig nach. Es gibt viele neue Funktionen für Menschen, die Sehbehindert oder motorisch eingeschränkt sind. Eine Übersicht darüber findet ihr hier. Darüber hinaus ploppen die virtuellen Buttons zum Einstellen von Lautstärke und dem Stummschalten des Smartphones in einer neu designten Bubble auf.

Fazit zum iOS 13 Test

Mit dem Update auf iOS 13 kommen viele Funktionen hinzu, die auf Android Handys schon seit längerem Standard sind. Das macht die Neuerungen in iOS aber nicht weniger wertvoll für den User. Die Bedienung im Dunkelmodus, das Editieren von Fotos und die Kurzbefehle für Siri sind für den täglichen Gebrauch sicher die wichtigsten neuen Features. Und mit ihnen herumzuhantieren macht tatsächlich Spaß. Was in meinen Augen komplett fehlt ist ein Zen-Modus, oder Focus-Mode, wie es in Android 10 heißt. Also eine Funktion, mit der man für einen festgelegten Zeitraum nur auf bestimmte Apps des iPhones Zugriff hat, damit man sich besser auf die Arbeit oder Familie konzentrieren kann. Zwar kann man bereits seit iOS 12 bilschirmfreie Zeit einstellen, allerdings geht das nur nach festgelegten Zeiten und nicht für eine halbe Stunde, oder eine Stunde wie bei der Konkurrenz. In Zeiten in denen Digital Wellbeing immer wichtiger wird, wäre die Ausweitung der Bildschirm-Kontrolle ein wichtiger Schritt gewesen. Doch nichtsdestotrotz lohnt sich das Update auf iOS 13 in jedem Fall.


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Leonie Werner

möchte nach ihrem Abschluss des Gymnasiums mit Abitur erste Erfahrungen im Berufsleben sammeln. Sie absolviert bei den Netzpiloten derzeit ein Praktikum und hofft 2019 im Bereich Medien einen Studienplatz zu erhalten. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich mit Gaming und allem was sonst noch im digitalen Bereich Spaß macht.

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