Unfade im Kurztest: Analoge Fotos mit iOS-App scannen und organisieren

Die neue Fotoscan-App Unfade möchte eine klaffende Lücke im Digitalzeitalter füllen. Mit ihr soll man auf dem iPhone und iPad schnell und einfach Fotos erfassen und verwalten können, die eben gerade noch nicht digital sind – sondern ganz analog als Papierabzug in Bilderalben oder Erinnerungskisten lagern. Klingt verlockend, zumal hinter der App doo, das Entwicklerstudio der preisgekrönten Dokumentenscan-App Scanbot, steht. Daher habe ich die iOS-App in der Version 1.0.2 für einen Kurztest in den Fokus genommen.

Einfache Bedienung

Album 03Der Einstieg gelingt mir auf Anhieb. Die App ist intuitiv aufgebaut und nimmt mir mit Auto-Funktionen vieles ab. Ich halte einfach das iPhone über ein Foto und scanne es mit einer Display-Berührung. Die App schneidet das Foto sofort selbsttätig zu, so dass weiße Ränder und die Auflagefläche nicht zu sehen sind. Das iPhone muss ich dabei möglichst parallel über den Papierabzug halten, sonst verschlechtert sich die Randerkennung.

Alle innerhalb einer Foto-Session gescannten Bilder fügt Unfade zu einem Album zusammen und benennt es nach dem Tagesdatum. Anschließend kann ich die Alben umbenennen oder um weitere Scans ergänzen. Gefallen mir einzelne Fotos oder ein ganzes Album nicht, lösche ich es einfach. In wenigen Minuten habe ich auf diese Weise einen guten Teil einer Foto-Kiste digitalisiert.

Mit Apple Fotos per iCloud synchronisieren

Ich könnte Unfade nun als zentralen Foto-Katalog verwenden, muss es aber nicht. Fotos und Alben lassen sich über den Sharing-Knopf in Apple Fotos sichern und über iCloud mit anderen Apple-Geräten synchronisieren. Auf diese Weise kann ich natürlich auch Bilder im Social Web teilen oder an andere Foto-Apps für den weiteren Feinschliff übergeben. Die integrierte automatische Bildverbesserung in Form eines One-Touch-Filters eliminiert bei meinen Stichproben zwar wirkungsvoll Farbstiche – eine umfassende Restauration oder Retusche leistet sie aber nicht.

Nützlich für unterwegs, unpraktisch bei Hochglanz-Fotos

Laut ihrer Webseite arbeiten die Unfade-Entwickler bereits an vielen zusätzlichen Funktionen zum Bearbeiten und Präsentieren. Das Wenige, das die App bis jetzt kann, kann sie aber ziemlich gut. Der Scan geht flott von der Hand, Perspektivkorrektur und Auto-Crop managt die App nicht bei allen, aber den meisten von mir probeweise gescannten Fotos. An die Präzison und Ergebnisqualität eines Flachbettscanners kommt diese Lösung aber nicht heran. Selbst an schattigen Plätzchen reflektiert ein abfotografiertes Bild mit Hochglanzlack mehr von der Umgebung als nach einem herkömmlichen Scan. Wer recht schnell und unkompliziert zuhause – oder unterwegs beim Besuch von Verwandten Fotoabzüge – digitalisieren will, ist mit Unfade aber gut gelitten.

Unfade LogoUnfade ist derzeit mit 40 Prozent Einführungsrabatt für 4,99 Euro als Download erhältlich. Die Anwendung setzt iOS 9 voraus. Sie läuft laut Beschreibung im App Store auf aktuellen iPhones und iPads, ist zum Testzeitpunkt auf meinem iPad Air aber nicht im Store zu finden.

Berti Kolbow-Lehradt

ist Freier Technikjournalist. Für die Netzpiloten sowie unsere Geschwisterseiten Netzpiloten Apple und Netzpiloten Android befasst er sich mit vielen Aspekten rund ums Digitale. Dazu gehören das Smart Home, die Fotografie, Smartphones, die Apple-Welt sowie weitere Bereiche der Consumer Electronics und IT. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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